Zidanes Stil bringt "Les Bleus" noch nicht in große Torlaune

Frankreichs neuer Starttrainer:Zidanes Stil bringt "Les Bleus" noch nicht in große Torlaune

von Stephan Klemm

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Seit drei Spielen coacht Frankreichs Fußballheiliger Zinédine Zidane die Nationalelf. Die nicht so berauschende Bilanz: zwei Siege, ein Remis und drei Tore aus drei Spielen.

Cheftrainer der französischen Nationalmannschaft Zinedine Zidane während dem Nations-League-Spiel gegen Belgien am 04.10.2026.

Zinedine Zidane lässt Frankreich anders spielen als Deschamps. Auch so erfolgreich?

Quelle: action press / Michael Baucher

Nach dem späten Tor, das den Sieg in Belgien brachte, stürmte der völlig begeisterte Zinédine Zidane jubelnd die Außenlinie entlang und schoss einen Ball in die Nacht von Brüssel. Die Szene vor einer Woche war der bisher emotionalste Moment in der noch jungen Zidane-Ära als französischer Nationaltrainer.

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Zidane begeistert über Bayern-Profi Olise

1:0, 1:0, 1:1 lautet Zidanes bisherige Bilanz vor dem letzten Spiel dieser Serie in der Nations League am Dienstag erneut gegen Belgien. Siege in der Türkei und in Belgien sowie das jüngste Remis gegen Italien stehen in der Statistik - und zwei Tore sowie ein Assist von Bayern-Star Michael Olise. Zidane, auf dem Rasen einst ein genialer und magischer Dirigent, hat mit Olise einen Spieler, der mehr und mehr an Zidanes einstiges Potenzial heranreicht.

In Brüssel traf der Bayern-Profi nach einem traumhaften Alleingang, im Stade de France gegen Italien mit einem fabelhaften Freistoß. Das Tor von Kylian Mbappé in der Türkei bereitete Olise vor. Und jedes Mal war Zidane die Begeisterung über diese Spektakel auch optisch an der Seitenlinie klar anzusehen.

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Zidane wartete auf "Les Bleus"

Zidane coacht nun also tatsächlich "Les Bleus", sein Nationalteam, ungeduldig erwartet von seinen Anhängern, die nie aufgehört hatten, den einst so formidablen Spieler mit der riesigen Aura zu verehren.

2021 hatte er sein Trainer-Engagement bei Real Madrid nach insgesamt drei Champions-League-Triumphen in Folge (2016 bis 2018) und zwei spanischen Meistertiteln (2017 und 2020) beendet. Viele Angebote habe er seither bekommen, erzählte Zidane zuletzt, "aber ich habe immer auf diese Chance gewartet", auf diesen Auftrag, auf die Chefrolle bei den Blauen.

Zidane lässt offensiver spielen als Deschamps

Spannend war vor allem, wie Zidane seine neue Aufgabe interpretiert. ZZ folgte ja auf DD, Didier Deschamps, als Spieler wurden sie gemeinsam 1998 Weltmeister. Zidane erzielte damals beim 3:0-Finalsieg gegen Brasilien zwei Kopfballtore.

Deschamps war 14 Jahre Chef des französischen A-Teams, von 2012 bis nach der WM 2026, so lange wie kein französischer Nationalcoach vor ihm. 2018 gewann er als Trainer den WM-Titel. Deschamps stand für eine straffe Organisation, für Sicherheit vor Schönheit und für eine taktische Ausrichtung im 4-2-3-1-Schema. Bei der WM in diesem Sommer reichte es damit für den Halbfinaleinzug. Dort endete Deschamps' Ära mit der Niederlage gegen den späteren Weltmeister Spanien.

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Tore unter Zidane noch rar

Zidane hingegen präferiert nun nicht nur einige andere Spieler als Deschamps, sondern vor allem ein 4-3-3-System. Sein Ideal sind hohes Pressing, rasante Passfolgen, Offensive und schnelle Rückeroberungen des Balls nach Abspielfehlern.

Sehr viel war davon zuletzt schon zu sehen, doch es überrascht angesichts von Weltklasse-Stürmern im halben Dutzend, dass Frankreich just in der offensivfreudigen Zidane-Zeit in drei Spielen erst drei Tore schoss.

Zidanes Baustelle: das Sturmzentrum

An seinem System wird Zidane nichts ändern, an der Spielweise auch nicht. Doch die Frage, ob Ousmane Dembélé im Sturmzentrum tatsächlich seine optimale Position gefunden hat, muss sich Zidane nach drei schwachen Auftritten des Spielers stellen. Diese Position hatte bei Deschamps noch Weltstar Mbappé inne, den Zidane nach links beorderte. Von dort traf er in der Türkei, verletzte sich allerdings dabei und fällt seitdem aus.

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Emotionale Rückkehr ins Stade de France

Das 1:1 gegen Italien belässt Frankreich an der Spitze der Tabelle in Gruppe 1 der A-Staffel der Nations League. Das Match im Stade de France war für Zidane eine emotionale Rückkehr. Dort schließlich stieg er nach dem WM-Finale gegen Brasilien zu einem Helden der Franzosen auf. Der Empfang in seinem ersten Heimspiel als Nationaltrainer verlief phänomenal, Zidane war sichtlich gerührt.

Nachschlag im Stade de France gibt es am Montag gegen die belgischen Nachbarn. Drei Punkte und diesmal bitte schön mehr als ein Törchen dürfen es dann für den Coach aber schon sein. Die Ära Zidane wird in Frankreich schließlich jetzt schon als Erfolgs-Ära postuliert.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete das ZDF im "sportstudio" am 03.10.2026 ab 00:00 Uhr.

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