DFB-Chef über Infantino: "Jegliches Vertrauen verspielt"

Vor Anti-Infantino-Gipfel in Berlin:DFB-Chef über Infantino: "Jegliches Vertrauen verspielt"

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Bernd Neuendorf setzt den Ton für den Anti-Infantino-Gipfel in Berlin. Der FIFA-Chef soll endlich weg - und ein Gegenkandidat her.

Gianni Infantino im Gespräch mit Bernd Neuendorf (r.).

Gianni Infantino im Gespräch mit Bernd Neuendorf (r.).

Quelle: ddp | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Gianni Infantino kämpft unermüdlich um Unterstützer. Dieser Tage reist der angezählte FIFA-Boss um den Globus und wirbt allerorts um Vertrauen. Doch geht es nach Bernd Neuendorf, ist damit bald Schluss - er fordert die Rote Karte für den Schweizer.

"Wir müssen ihn vom Platz stellen", sagte der DFB-Präsident unmissverständlich und setzte damit den Ton für den Anti-Infantino-Gipfel in Berlin. Am Donnerstag treffen sich die Bosse der europäischen Verbände im Ritz-Carlton, um ihren Umsturzplan zu schmieden.

Fotomontage: FIFA-Präsident Gianni Infantino im dunklen Anzug, eine Hand ans Ohr gelegt, vor einer Collage aus Euro-Banknoten. Im Vordergrund ist teilweise ein Fußball mit FIFA-Aufdruck zu sehen. Das Bild ist mit halbtransparenten weißen, blauen und roten Grafikelementen sowie einem feinen Raster überlagert und erhält dadurch ein modernes, redaktionelles Erscheinungsbild.

FIFA-Präsident Gianni Infantino galt als unangreifbar. Doch ein gescheitertes Milliardenprojekt ohne frühe Einbindung wichtiger Gremien entfacht einen Machtkampf, der ihn das Amt kosten könnte.

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Gegenkandidat muss nicht europäisch sein

Während in diversen Medien bereits über ein Scheitern der Revolte gegen Infantino spekuliert wird, hofft Neuendorf, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) endlich einen mehrheitsfähigen Gegenkandidaten findet. Dieser müsse nicht unbedingt ein europäischer sein, sondern könne auch von einer anderen Konföderation kommen, sagte der DFB-Chef dem Tagesspiegel.

Von dem Treffen in der Hauptstadt, bei dem neben Neuendorf auch Vize Hans-Joachim Watzke am Tisch sitzt, geht eine Signalwirkung für den weiteren Wahlkampf aus. Infantino sei jedenfalls "nicht mehr tragbar", spätestens seit dem "Fall Balogun" bei der WM sowie dem gescheiterten Investorendeal. Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei man sich einig: Infantino habe "jegliches Vertrauen verspielt", sagte Neuendorf.

FIFA-Boss Infantino gewinnt die Kontrolle zurück

Das Problem? Der FIFA-Boss gewinnt im erbitterten Machtkampf allmählich die Kontrolle zurück, und für die UEFA tickt die Uhr. Die Frist für die Nominierung einer Alternative läuft am 18. November ab. Aleksander Ceferin, UEFA-Boss und Anführer der Infantino-Rebellion, schloss eine Kandidatur ebenso aus wie der mächtige Funktionär Nasser Al-Khelaifi.

Ob CONCACAF-Chef Victor Montagliani oder AFC-Boss Salman bin Ibrahim Al Khalifa in einen Wahlkampf mit Infantino ziehen wollen, ist offen.

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Lettland spricht sich für Infantino aus

Denn das Momentum hat sich gedreht. Schon jetzt erscheint sicher, dass die drei oppositionellen Kontinentalverbände aus Europa, Asien (AFC) und Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) bei der Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko nicht alle ihre Mitglieder hinter sich vereinen können.

So sprach sich etwa Lettland unlängst als erster europäischer Verband für Infantino aus. Dieser stellte Reformbereitschaft sowie Auszahlungen aus den FIFA-Reserven in Aussicht und verkleinerte die Angriffsfläche.

Neuendorf gehört auch im FIFA-Council zur "Opposition". Bei der nächsten Sitzung des Gremiums am 15. Oktober soll es nach dem Willen der Rivalen vor allem um die gegen Infantino gerichteten Anträge gehen. Durch seinen Vorstoß hat Infantino aber die Statik verändert.

"Wir können aber nicht den Bock zum Gärtner machen. Es kann nicht sein, dass derjenige, der die heutigen Zustände zu verantworten hat, den dringend nötigen Reformprozess steuert."

Bernd Neuendorf, DFB-Präsident

Neuendorf fordert grundlegenden Wandel

Infantino als "Reformer"? Neuendorf, der einen weiteren Kurswechsel im Umgang mit dem FIFA-Chef vollzogen hat, glaubt nicht daran. Infantino habe an der FIFA-Spitze eine Kultur etabliert, "die eines grundlegenden Wandels bedarf", sagte er.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Quelle: SID
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 17.09.2026 um 18:00 Uhr in dem Beitrag "Machtkampf FIFA: Infantino unter Druck"

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