Hallgrimsson: UEFA muss handeln:Irlands Trainer will nicht mehr gegen Israel spielen
Irlands Fußball-Nationaltrainer Hallgrimsson will mit seinem Team nicht mehr gegen Israel spielen. Er forderte die UEFA auf, solche Partien künftig nicht mehr anzusetzen.
Will keine Spiele mehr gegen Israel: Irlands Fußball-Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson.
Quelle: ArminRauthner / WittersDer irische Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson hat die Europäische Fußball-Union UEFA dazu aufgefordert, Spiele zwischen Irland und Israel in Zukunft zu vermeiden. "Die UEFA muss eingreifen und etwas unternehmen", sagte der Isländer nach dem Rückspiel in der Nations League (1:1) dem irischen Fernsehsender RTE. Irland und Israel sollten nicht mehr gegeneinander spielen, betonte Hallgrimsson, "aber das ist nicht unsere Entscheidung, sondern die der UEFA".
Er wünsche jedenfalls "keiner Nationalmannschaft, dass sie das durchmachen muss, was wir in den vergangenen zwei Wochen durchmachen mussten".
Irland gewann Ende September bereits mit 3:0 gegen Israel.
29.09.2026 | 1:33 minWurde ein irischer Co-Trainer angespuckt?
Das Rückspiel war vom irischen Verband (FAI) bereits im Juni von Dublin ins serbische Backa Topola verlegt worden, nachdem es Forderungen nach einem Boykott als Protest gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen gegeben hatte. Beide Spiele wurden von hitzigen politischen Debatten begleitet.
Am Rande des Rückspiels soll es zu einem unschönen Vorfall gekommen sein. Nach Angaben irischer Medien hat der Fitness-Trainer der Nationalmannschaft behauptet, in der Halbzeit auf dem Weg in die Kabine von israelischer Seite angespuckt worden zu sein.
Belege oder Videoaufnahmen davon waren zunächst nicht bekannt. Auf Handyvideos aus dem Stadion in Serbien, wo die Partie ohne Zuschauer ausgetragen wurde, ist lediglich zu sehen, wie die Spieler und Betreuer etwas unruhig werden und eine Stimme ruft: "Seid clever."
Hallgrimsson übt Selbstkritik
Hallgrimsson wollte sich auf der Pressekonferenz nach dem 1:1 nicht zu der Szene äußern. "Ich werde das nicht kommentieren, das ist vermutlich etwas, das sich die Disziplinarkommission anschauen wird", sagte er. Auch in einem längeren Interview mit RTE ging Hallgrimsson nicht auf die Szene ein und verneinte lediglich die Frage, ob der "Vorfall" und die "Anschuldigungen eines Spuck-Vorfalls" seine Spieler beeinflusst habe.
Hallgrimsson hatte die Diskussionen rund um die Partien durch Aussagen bei der Nominierung des Kaders angeheizt. Nach dem Rückspiel sagte er erneut, er hätte diese besser unterlassen. "Heute denke ich, dass ich damals einen Fehler gemacht habe, weil ich meine persönlichen Gefühle und Ansichten hätte zurückstellen müssen, wenn ich als Sprecher einer Organisation und einer Gruppe auftrete."
Vier Tore, aber kein Sieger in Dublin: Mit dem insgesamt verdienten 2:2 zwischen Irland und Österreich werden die Gäste von Trainer Ralf Rangnick allerdings besser leben können.
02.10.2026 | 2:58 min