Wichtige Woche für den BVB:Die Defizite des Felix Nmecha und Co.
von Patrick Brandenburg
Der BVB geht selbstbewusst in die Woche der Wahrheit gegen Bremen und bei den Bayern. Dabei hat das Team von Niko Kovac Probleme.
Felix Nmecha
Quelle: JOHN MACDOUGALL / AFPEinsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Wenn es danach geht, hat Felix Nmecha einen langen Weg vor sich. Leicht angefressen reagierte Borussia Dortmunds Mittelfeldstar beim jüngsten Arbeitssieg über Eintracht Frankfurt auf seine Auswechslung. Dabei hätte sich der Nationalspieler auch über einen früheren Feierabend nicht beschweren können.
Nmechas Formtief ist ein Rätsel. Seit Saisonstart ist wenig zu sehen vom unbändigen Offensivdrang, der Übersicht, Zweikampfstärke und Torgefahr, die ihn vor dem Sommer in den Augen etlicher Experten zum potenziellen Weltklassespieler aufsteigen ließen.
Vor dem Spiel gegen die Bayern hat Borussia Dortmund ein Erfolgserlebnis gefeiert. Das entscheidende Tor war eine Ko-Produktion zweier Joker.
26.10.2026 | 12:15 minHärtetest beim FC Bayern
Ein Traumtor gegen Paderborn als Ausnahme - meist sahen die Auftritte des 26-Jährigen aus wie gegen Frankfurt, als er mit einem Lapsus gegen Gäste-Stürmer Younes Ebnoutalib fast einen Gegentreffer aufgelegt hätte: Ohne Glück und Ausstrahlung, nachlässig in wichtigen Duellen, ohne Mehrwert für das BVB-Mittelfeld, das sich längst nicht gefunden hat.
Trotz guten Saisonstarts mit 17 Punkten und 12:4 Toren geht der BVB nur aus vermeintlich starker Position in die Woche, die Weichen stellt. Im DFB-Pokal will Schwarz-Gelb zeigen, dass es aus dem Liga-Remis gegen freche Bremer gelernt hat. Danach steht der ultimative Härtetest beim Branchenprimus FC Bayern an.
Karetsas und Co. fehlen
Der wohl erstaunlichste Aspekt am Spiel unter Trainer Niko Kovac: dass es für effizienten Ergebnisfußball reicht, der Defensive zu vertrauen und darauf, im Endspurt Partien killen zu können: Fitness als Faktor, "das ist sein Nummer-eins-Ding", erklärte Keeper Gregor Kobel die Erfolgsformel. Trotz Reisestress von Bodö über Berlin nach Baku lief der BVB für den späten Siegtreffer gegen Frankfurt zwei Kilometer mehr als der Gegner.
Dass es in der Schaltzentrale knirscht, liegt auch am Personal: Klar, die Verletzungen der Hoffnungsträger Konstantelias und Karetsas spielen rein, wenn nun etwa die "Süddeutsche Zeitung" zwischenbilanziert, es sei nichts von jener anfänglichen Aufbruchstimmung geblieben, als "plötzlich spielerische Blitze durch den oft zähen Dortmunder Ergebnisfußball zuckten".
BVB-Coach Niko Kovac spricht nach dem Spiel Borussia Dortmund gegen Frankfurt im sportstudio-Interview mit Florian Zschiedrich über Reisestrapazen, Chancenverwertung und das Topspiel in München.
24.10.2026 | 3:35 minSabitzer meist außen vor
Ein weiterer Grund ist, dass sich Schwarz-Gelb neben Nmecha eine zweite Sphinx leistet: Jobe Bellingham, dessen Leistung im zweiten BVB-Jahr sogar noch stärker schwankt. Der Engländer startete mit antrainierten Muckis und besten Vorsätzen, die er aber nur punktuell einlösen konnte. Gegen Frankfurt und Stuttgart legte er die Siegtreffer auf. Aber gegen Hoffenheim, Werder und bei der Pleite in Bodö war er ein Sicherheitsrisiko.
Der BVB leistet sich den Luxus, auf einen echten Spielmacher zu verzichten. Im offensiven und defensiven Mittelfeld wechselt Kovac munter durch. In zwölf Spielen hat er schon zehn Kombinationen getestet.
Borussia Dortmund lässt dem Oberligisten aus Hamburg-Eimsbüttel keine Chance. Nur in der ersten halben Stunde kann der Fünftligist mithalten. Dann bricht ausgerechnet ein Eigentor den Bann.
01.09.2026 | 7:47 minNur Marcel Sabitzer scheint keine große Rolle in der Dauerrotation zu spielen, selbst wenn der Österreicher jüngst mal wieder einen längeren Einsatz bekam. Personell und strukturell fehlt dem BVB in der Mitte einfach Konstanz.
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Alle Highlights aus Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal und die wichtigsten Nachrichten aus dem Sport.Ryerson noch ohne Scorerpunkt in der Bundesliga
Vom Spielvermögen verlässlichster Akteur in der Zentrale ist aktuell Joey Veerman. Dem Routinier gelingt es immer besser, sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein auch auf den Rasen zu bringen. Dank Sicherheit im Passspiel könnte er zum neuen BVB-Ballmagneten werden.
Die Frage bleibt, ob er als Sechser nicht verschenkt ist. Außerdem ist auch der Holländer nicht vor Rückschlägen gefeit, wie in der Champions League in Norwegen zu sehen war.
Das ZDF überträgt aus der 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 die Partie Borussia Dortmund gegen Werder Bremen.
27.10.2026Noch komplexer wird die Aufgabe, weil im Kovac-Fußball klassische Flügelflitzer fehlen. Stattdessen rauschen beim BVB "Schienenspieler" oft relativ bindungslos von hinten nach vorne durch. Das kann klappen, wenn ein Julian Ryerson wie 25/26 starke 15 Scorerpunkte holt.