US-Präsident und Kirchenoberhaupt:Papst und Trump: Wie gespannt ihr Verhältnis war
Mit dem Tod von Papst Franziskus endet ein Pontifikat, das wiederholt mit Donald Trumps Politik aneinandergeriet. Rückblick auf ein angespanntes Verhältnis.
Wohl keine ziemlich besten Freunde: Trump und der kürzlich verstorbene Papst Franziskus.
Quelle: AP"Man kann sich keine unterschiedlicheren Anführer vorstellen als Trump und Franziskus, in buchstäblich jeder Hinsicht", sagt der Katholizismus-Experte John Carr von der Georgetown-Universität in Washington über den am Ostermontag verstorbenen Papst Franziskus und den amtierenden US-Präsidenten.
Ego statt Demut, ein Fokus auf den Armen statt ein Fokus auf Macht, Mauern statt Brücken.
John Carr, Katholizismus-Experte
Das Ableben des Papsts führt der Weltöffentlichkeit nun noch einmal vor Augen, wie unterschiedlich Donald Trump und der Papst waren - und wie angespannt deren Verhältnis.
So wurde Trump in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel scharfer Kritik des Papstes, insbesondere die harte Flüchtlings- und Migrationspolitik des US-Rechtspopulisten war dem Pontifex ein Dorn im Auge. Das zeigt die Interaktion der beiden in den letzten Jahren.
Rückblick auf die Beziehung Franziskus-Trump
Im ersten Jahr von Franziskus' Pontifikat 2013 schrieb Trump auf X (damals Twitter) über ihn: "Der neue Papst ist ein bescheidener Mann, der mir sehr ähnlich ist, was wahrscheinlich erklärt, warum ich ihn so sehr mag."
X-Post von Trump
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Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 ging Franziskus hart und überraschend offen mit dem Populisten ins Gericht. Nach einem Mexiko-Besuch sagte Franziskus damals:
Jemand, der Mauern anstelle von Brücken bauen will, ist kein Christ.
Papst Franziskus
Ein klarer Verweis auf Trumps umstrittene Pläne, eine Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko hochzuziehen. Trump bezeichnete die Äußerungen als "schändlich" und sagte, dass, sollte der Vatikan jemals von Isis angegriffen werden, sich der Papst wünschen würde, "dass Donald Trump Präsident geworden wäre".
Treffen im Vatikan und weitere Kritik an Migrationskurs
Im Jahr 2017 reiste Trump mit Familienmitgliedern in den Vatikan und besuchte den Pontifex. Reportern sagte er später, sie hätten ein "fantastisches Treffen" gehabt und es sei eine "einmalige Ehre" gewesen, den Papst zu treffen. Bilder von dem Treffen verbreiteten sich schnell im Netz: Trump dabei mit einem euphorischen Lächeln, Franziskus eher grimmig dreinblickend.
Quelle: action press
Der Papst soll Trump, der immer wieder den Klimawandel anzweifelt, bei dem Treffen eine Reihe englischsprachiger Übersetzungen seiner päpstlichen Schriften gegeben haben - darunter eine Enzyklika von 2015 zum Klimawandel.
Im Februar 2025 - Trump war zum zweiten Mal ins Weiße Haus eingezogen - kritisierte der Papst die Pläne des Republikaners zur Massenabschiebung von Migranten in einem Brief an US-Bischöfe scharf.
Die Abschiebung von Menschen, die in vielen Fällen ihr Land wegen extremer Armut, Unsicherheit, Ausbeutung, Verfolgung oder schwerwiegender Umweltzerstörung verlassen haben, verletzt die Würde vieler Männer und Frauen sowie ganzer Familien und versetzt sie in einen besonders verletzlichen und schutzlosen Zustand.
Papst Franziskus
Trumps Abschiebe-Beauftragter Tom Homan ätzte, der Papst solle sich um die katholische Kirche kümmern und der US-Regierung nicht bei ihrer Grenzpolitik reinreden.
Gleichwohl hatte der Papst im September 2024 allerdings keine direkte Wahlempfehlung gegeben, aber empfohlen, das "kleinere Übel" zu wählen. "Beide sind gegen das Leben - sowohl der, der Migranten hinauswirft, als auch der, der Kinder tötet", sagte der Pontifex damals über Trump und die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris. Harris verteidigt das Recht auf Abtreibungen, die Franziskus als "Mord" bezeichnete.
So reagierte Trump auf den Tod Franziskus'
Auf Truth Social schrieb Trump, der sich selbst als Christ bezeichnet, am Ostermontag nach dem Tod Franziskus':
Ruhe in Frieden, Papst Franziskus! Gott segne ihn und alle, die ihn liebten.
Donald Trump, US-Präsident
Während andere Staatschefs ausgiebig die Verdienste des verstorbenen Papstes würdigten, war das jedoch der einzige Inhalt des Posts. Viele US-Medien sahen darin die Distanz der beiden bestätigt. Später kündigte Trump an, die Flaggen in den USA auf halbmast zu setzen und bezeichnete Franziskus als "guten Mann", der "hart arbeitete und die Welt liebte".
Warme Worte, aber wenig - im Vergleich zu Trumps Lobeshymmnen etwa über Kabinettsmitglieder - und der Würdigung Franziskus' durch Vorgänger Joe Biden. Dieser bezeichnete den Papst als "eine der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit".
Biden auf X
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Experte: "Spannungen wurden sehr öffentlich sichtbar"
Woher die Distanz zwischen den beiden kommt, vermuten viele nicht nur in den unterschiedlichen Auffassungen zur Migration.
Brendan Boyle, demokratischer Abgeordneter aus Pennsylvania und gläubiger Katholik, sieht einen Ursprung in dem "völlig beispiellosen Umstand", dass ein Pontifex einen amerikanischen Präsidenten so offen beschimpft habe.
Steven P. Millies, Experte für die Beziehung der katholischen Kirche zur Politik, sagte der "New York Times":
Für Donald Trump sah Papst Franziskus wie ein Feind aus, weil er mit Obama und Biden befreundet war.
Steven P. Millies
So besuchte Franziskus auch Barack Obama im Weißen Haus und traf sich wiederholt mit dem 44. US-Präsidenten. Auch zu Biden soll er ein gutes Verhältnis gepflegt haben. "Es gab keine großen Chancen für eine persönliche Beziehung zwischen Papst Franziskus und Donald Trump", erklärt Millies. "Was wir als persönliche Spannungen bezeichnen können, wurde sehr öffentlich sichtbar."
Trotz Spannungen wird Trump am Samstag, begleitet von seiner Ehefrau Melania, der Beisetzung von Papst Franziskus in Rom beiwohnen.
Er freue sich auf die Reise, schrieb der US-Präsident auf Truth Social. Es ist die erste Auslandreise von Trumps zweiter Amtszeit.
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