"Amerikanisches Original":Trump würdigt gestorbenen Senator Graham
Der US-Senator Lindsey Graham starb mit 71 Jahren infolge einer Herzerkrankung. Zum Auftakt der zweitägigen Trauerveranstaltungen würdigt US-Präsident Trump den Republikaner.
Der prominente republikanische Senator Lindsey Graham aus dem Bundesstaat South Carolina ist plötzlich gestorben. Er zählte zu den loyalen Verbündeten von US-Präsident Trump.
12.07.2026 | 0:33 minUS-Präsident Donald Trump hat den gestorbenen Senator Lindsey Graham bei einer Gedenkfeier in Washington gewürdigt. Er bezeichnete den Politiker als "amerikanisches Original" mit weltweiter Bedeutung. Trump nannte Graham "einen Giganten des US-Senats, ein wahres amerikanisches Original, das uns viel zu früh verlassen hat". "Mehr als 30 Jahre lang geschah in dieser Hauptstadt nichts von Bedeutung, ohne dass Lindsey Graham davon wusste", sagte Trump.
In einer weitgehend vorbereiteten Rede beschrieb Trump seinen einstigen Rivalen im Präsidentschaftswahlkampf, der später zu einem Verbündeten wurde, als "den ersten Menschen, der einen zum Lachen bringt, und einen der letzten Menschen, mit denen man wirklich jemals kämpfen wollte".
Trump trifft Netanjahu und auch Selenskyj in Washington. Doch seine Außenpolitik sorgt für Streit im MAGA-Lager. USA-Experte Julian Müller-Kaler ordnet die Konflikte bei ZDFheute live ein.
28.07.2026 | 28:32 minDer "Trump-Flüsterer"
Nirgendwo zeigte sich Grahams politisches Geschick deutlicher als im Umgang mit seiner wechselhaften Beziehung zu Trump. Graham hatte Trump im Wahlkampf 2016 noch als "ungeeignet für das Amt" bezeichnet. Mit der Zeit wurde er jedoch zu dem, was Kollegen den "Trump-Flüsterer" nannten - jemandem, auf den selbst ausländische Staatschefs vertrauten, um den Präsidenten zu verstehen.
Grahams mit einer US-Flagge bedeckter Sarg wurde zur Ehrung ins Kapitol gebracht. Dort hatte der Republikaner mehr als 30 Jahre lang als einflussreicher Vermittler im Senat gewirkt. Später nahm Trump gemeinsam mit ausländischen Staats- und Regierungschefs an einer Trauerfeier in der Washington National Cathedral teil.
Trump erinnerte dabei auch an eine Episode aus dem Wahlkampf, als er öffentlich Grahams Handynummer verbreitet hatte. In der Kathedrale wiederholte er die Nummer, sagte aber, der Senator habe den letzten Lacher gehabt: "Lindsey hat nicht aufgehört, mich die nächsten zehn Jahre anzurufen."
Bei den treuesten Trump-Unterstützern scheint der Glaube an Trump und seine Friedensversprechen zu bröckeln, so USA-Experte Müller-Kaler. Kritisch könne das bei den Midterms im November werden.
28.07.2026 | 15:45 minNetanjahu und Selenskyj bei der Trauerfeier
Unter den Gästen der Trauerfeier waren auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die sich zuvor jeweils mit Trump im Weißen Haus getroffen hatten. Ihre Anwesenheit unterstrich Grahams Rolle als einer der entschiedensten Befürworter der Vorstellung, dass die USA und ihr Militär bei Konflikten und Krisen weltweit eingreifen sollten.
Bei der Trauerfeier in der Rotunde des Kapitols beschrieb Vizepräsident JD Vance Graham als eine Persönlichkeit von "draufgängerischem" Format - jemanden, der "mit offener Anzugjacke in den Senat hineinstürmte" und den man unmöglich nicht mögen konnte.
Israels Regierungschef Netanjahu spricht in Washington mit US-Präsident Trump über die Lage im Nahen Osten. Themen sind der Libanon, der Krieg gegen Iran und ein möglicher Atom-Deal mit Saudi-Arabien.
28.07.2026 | 0:11 minMission: Sanktionen gegen Russland
Graham wurde 1994 erstmals in den Kongress gewählt. Er machte sich als Vertreter der Republikaner im Amtsenthebungsverfahren gegen den demokratischen Präsidenten Bill Clinton einen Namen und zog 2002 in den Senat ein. Dort bildete er gemeinsam mit dem republikanischen Senator John McCain aus Arizona und dem unabhängigen Senator Joe Lieberman aus Connecticut das Bündnis der "drei Amigos", das sich international vor allem mit Fragen der nationalen Sicherheit beschäftigte.
Kurz vor seinem Tod hatte Graham Trumps Unterstützung für einen parteiübergreifenden Vorschlag gewonnen, Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine zu verhängen. Die Senatoren sollten am Dienstagabend eine erste Verfahrensabstimmung über das Paket zu seinen Ehren abhalten. Selenskyj wurde dabei zu Gesprächen mit Senatoren erwartet.
Der israelische Premierminister Netanjahu und der ukrainische Präsident Selenskyj werden heute von US-Präsident Trump empfangen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet.
28.07.2026 | 1:53 minGraham starb überraschend
Die Feierlichkeiten am Dienstag waren der Auftakt zu zweitägigen Trauerveranstaltungen. Die Beisetzung soll am Mittwoch in Grahams Heimatstaat South Carolina stattfinden. Ein Vertreter der Luftwaffe erklärte, der Militärstützpunkt Joint Base Charleston werde zu seinen Ehren umbenannt.
Graham starb am 11. Juli überraschend in seinem Haus in Washington nach vorläufigen Erkenntnissen wahrscheinlich an einem Riss der Aorta. Er wurde 71 Jahre alt. Trump sagte, Graham sei "auf dem Höhepunkt seiner Karriere und auf dem Höhepunkt seines Könnens gegangen".
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