Gespräche im Weißen Haus:Netanjahu und Selenskyj bei Trump - worum es ging
Sowohl Israels Ministerpräsident Netanjahu als auch der ukrainische Präsident Selenskyj sind heute zu Gast in den USA. Worum ging es beim Treffen mit Donald Trump?
Der israelische Premierminister Netanjahu und der ukrainische Präsident Selenskyj werden heute von US-Präsident Trump empfangen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet.
28.07.2026 | 1:26 minErstmals seit Beginn des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen im Ende Februar gemeinsam von Israel und den USA begonnenen Krieg zuletzt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten.
Es ist nicht der einzige Besuch an diesem Tag: Unmittelbar vor Netanjahu empfing Trump bereits den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt verkündete nach dem Ende beider Begegnungen auf der Plattform X knapp:
Beide Treffen verliefen positiv und produktiv!
Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses auf X
Trump soll Israels Einschätzung zu Iran intern kritisiert haben, so USA-Korrespondentin Heike Slansky. Ein schneller Sieg sei ausgeblieben und Iran bestimme weiter die Verhandlungen.
28.07.2026 | 9:42 minNetanjahu betont Einigkeit mit Trump
Netanjahu sagte in einer Videobotschaft nach seinem Besuch: "Es war eines der besten Gespräche, die ich je mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, unserem Freund Donald Trump, geführt habe." Beide hätten das gemeinsame Ziel, sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffen baue. Teheran bestreitet entsprechende Pläne.
Anlass der zwei ausländischen Besuche in Washington war ein Trauerfall: Selenskyj und Netanjahu kamen in die US-Hauptstadt zur Trauerfeier für den unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham. Er hatte sich einen Namen als wichtiger Unterstützer Israels und der Ukraine gemacht.
Zentraler Konflikt zwischen USA und Israel: der Iran-Krieg
Trump empfing Netanjahu zuletzt kurz vor Beginn des Iran-Kriegs im Februar im Weißen Haus. Seitdem gab es kein persönliches Treffen mehr - und Berichte über Differenzen der beiden im Iran-Krieg sorgten mehrfach für Schlagzeilen.
Bei den treuesten Trump-Unterstützern scheint der Glaube an Trump und seine Friedensversprechen zu bröckeln, so USA-Experte Müller-Kaler. Kritisch könne das bei den Midterms im November werden.
28.07.2026 | 15:45 minDer zentrale Konflikt bestand demnach darin, dass Israel den Krieg fortsetzen wollte, während Trump auf eine diplomatische Lösung drängte. Gerade vor einer richtungsweisenden Wahl in Israel im Oktober ist es für Netanjahu nun entscheidend, eine geschlossene Front mit Trump zu präsentieren.
Kurz vor seinem rund anderthalbstündigen Treffen mit Netanjahu schien Trump diesen Eindruck zu bestätigen. Im Gespräch mit dem Sender Fox News stellte er es so dar, als würde Netanjahu versuchen, ihn davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg in Iran abzuwenden. Angesprochen auf Berichte, dass Netanjahu bei seinem Treffen mit ihm über Aktivitäten rund um eine mutmaßliche Atomeinrichtung in Iran sprechen wolle, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist, sagte Trump: "Nun, ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen. Bibi erzählt mir das, weil er möchte, dass ich weiterhin involviert bleibe."
Laut einer Umfrage lehnen mehr als zwei Drittel der Amerikaner den Krieg mit Iran ab. Er kostet die USA viel Geld - und Menschenleben.
22.07.2026 | 2:33 minZDF-Korrespondent: Es gibt größere Meinungsverschiedenheiten
"Gestern hat US-Präsident Trump noch gesagt, es gebe eine kleine Differenz zwischen ihm und Benjamin Netanjahu", sagte Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington, im ZDF-Mittagsmagazin noch vor dem Treffen.
Ich glaube, das ist untertrieben. Es gibt schon größere Meinungsverschiedenheiten.
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen über das Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu
Der US-Präsident ließ in einem Gespräch mit Fox News erkennen, dass er eine Vereinbarung mit Iran gegenüber schwereren Angriffen bevorzuge. Seiner Darstellung nach sah auch der kürzlich gestorbene US-Senator Lindsey Graham in den Wochen vor seinem Tod eine Einigung mit Iran als den besseren Weg.
In Washington trifft US-Präsident Donald Trump heute Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Und "es gibt Spannungen", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
28.07.2026 | 3:15 minWorum es bei Selenskyjs Gespräch mit Trump ging
Mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj hatte Trump in den vergangenen Wochen am Rande verschiedener Gipfel mehrfach persönlich gesprochen. Das Treffen nun im Weißen Haus fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde.
Bei dem Treffen im Weißen Haus sei es um eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr gegen russische Raketenangriffe gegangen, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit.
Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine auf X
Außerdem sei es um eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende gegangen. "Ich bin den Vereinigten Staaten dankbar für ihre feste Unterstützung", erklärte Selenskyj. Die USA sehen sich in dem Krieg als Vermittler - ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Kriegs gegen Iran in den Hintergrund geraten.
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