Konflikt in Nahost weitet sich aus:Huthi melden Vergeltungsangriffe auf Saudi-Arabien
Nach Angriffen der Saudi-Koalition im Jemen schlägt die Huthi-Miliz nach eigenen Angaben zurück. Die neue Eskalation weckt Sorgen vor einer Ausweitung des Iran-Konflikts.
Nach Luftangriffen einer Saudi-geführten Koalition im Jemen berichten die Huthi eigenen Raketenangriffen. Riad bestätigt die Angaben zunächst nicht. (Huthi-Miliz/Archivbild)
Quelle: epaDie Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich weiter: Nach Luftangriffen einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition auf Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen, hat die Miliz Vergeltung angekündigt und nach eigenen Angaben Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert.
Die Huthi erklärten über ihre offiziellen Kanäle auf Telegram, ein "jemenitischer Raketenangriff" habe Brände in der Stadt Dschisan im Süden Saudi-Arabiens ausgelöst. Auch in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer soll es nach Angaben Huthi-naher Medien zu Explosionen gekommen sein.
Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben zwei saudische Öl-Tanker angegriffen. Die Miliz hatte eine Seeblockade im Roten Meer für saudi-arabische Schiffe ausgerufen.
23.07.2026 | 0:25 minEine offizielle Bestätigung aus Riad für die Angriffe lag zunächst nicht vor. Die saudi-arabischen Behörden hatten jedoch Bewohner in Dschisan und Yanbu vor einer "möglichen Gefahr" gewarnt. Ähnliche Warnungen waren in der Vergangenheit ausgegeben worden, wenn Raketen oder Drohnen auf Saudi-Arabien abgefeuert wurden.
Zuvor hatte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition "militärische Stellungen der Huthis" angegriffen und Ziele zerstört. Das Militärbündnis erklärte später, die Angriffe hätten Huthi-Stellungen gegolten, die die Schifffahrt im Roten Meer bedrohten. Die Huthis warfen Saudi-Arabien daraufhin eine "gefährliche Eskalation" vor und erklärten, das Vorgehen werde "nicht unbeantwortet bleiben".
Sorge vor Ausweitung des Iran-Konflikts
Die von Teheran unterstützte Huthi-Miliz hatte vor wenigen Tagen eine Blockade gegen Schiffe aus dem Königreich verhängt und nahm Handelsschiffe ins Visier. Nach der Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus hat Saudi-Arabien seine Ölexporte durch die Meerenge Bab-al-Mandab umgeleitet.
Die Blockade und die jüngsten Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi gelten zudem als mögliche neue Front im größeren Konflikt zwischen Iran und seinen Gegnern. Die Huthi kontrollieren große Teile des Nordens und der Westküste des Jemens und gelten als enger Verbündeter Teherans.
Experten befürchten, dass eine weitere Eskalation den Schiffsverkehr im Roten Meer erheblich beeinträchtigen könnte. Eine Ausweitung der Kämpfe auf Saudi-Arabien könnte zudem weitere regionale Akteure wie Pakistan in den Konflikt hineinziehen. Islamabad unterhält seit 2025 ein Militärbündnis mit Riad.
Die Huthi-Miliz in Jemen hat mithilfe des Irans im Bürgerkrieg 2014 einen Teil des Landes erobert und erhält weiterhin Waffen. Im roten Meer drohen die Huthi-Rebellen nun mit einer Seeblockade.
22.07.2026 | 6:20 minDer Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi dauert bereits seit mehr als zehn Jahren an. Die Miliz hatte 2014 große Teile des Jemens erobert und damit einen Bürgerkrieg ausgelöst. Eine Waffenruhe von 2022 hatte die Kämpfe zwischen den Konfliktparteien deutlich reduziert, doch eine dauerhafte politische Lösung ist bislang nicht erreicht.
Trump droht Iran und Huthi mit Vergeltung
Auch die USA reagierten auf die erneute Eskalation. Präsident Donald Trump drohte den Huthi und deren Verbündetem Iran am Donnerstag mit schweren Konsequenzen, sollten weitere Schiffe angegriffen werden. Auf seiner Plattform Truth Social teilte er mit:
Sollten sie dies erneut tun, werden die USA Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren.
Donald Trump, US-Präsident
Zudem kündigte er "schwere militärische Strafen gegen Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an.
Welche Rolle der Iran bei der Seeblockade im Roten Meer einnimmt, erklärt ZDF-Korrespondentin Atai. Ziel sei es, eine "Schockwellen für die Weltwirtschaft" auszulösen.
22.07.2026 | 9:53 minKonflikt mit Iran seit Februar 2026
Einen Tag darauf sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus, die USA führten derzeit weiter Gespräche mit Iran. Dabei ließ er offen, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handelt oder über Vermittler kommuniziert wird. Man spreche mit unterschiedlichen Personen, sagte Trump bloß.
Die Huthi-Miliz kündigt eine Blockade der Meerenge Bab al-Mandab an. Damit wäre der Zugang zum Roten Meer gesperrt - mit schweren Folgen für Ölexporte und Energiemärkte weltweit.
21.07.2026 | 2:31 minDie USA hatten gemeinsam mit Israel Ende Februar den Krieg begonnen, in dessen Verlauf erhebliche Spannungen zwischen den Verbündeten zutage traten. Am Dienstag wird Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen.
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