Iran-Konflikt: "Diese Eskalation verschärft sich rapide"

Neue Angriffe in Nahost:Iran-Experte: "Diese Eskalation verschärft sich rapide"

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Neue Angriffe und Drohungen in Nahost lassen die Gefahr wachsen, dass sich der Konflikt zwischen den USA und Iran ausweitet. Ein Experte warnt vor einer überregionalen Eskalation.

Zeigt nach Angaben des US-Militärs die jüngste Welle von Präzisionsschlägen gegen strategische iranische Militäranlagen.

Nach eigenen Angaben hat das US-Militär in der siebten Nacht in Folge Ziele in Iran angegriffen. Laut Regionalkommando Centcom wurden vor allem militärische Infrastrukturen bombardiert.

18.07.2026 | 0:27 min

Der Konflikt zwischen den USA und Iran um die Straße von Hormus droht außer Kontrolle zu geraten. In der nunmehr siebten Angriffsnacht in Folge bombardierten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und andere militärische Infrastruktur. Iranische Medien sprachen dagegen erneut von Angriffen auf zivile Infrastruktur.

Teheran holte wie schon in den vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain gerieten dabei erneut unter Beschuss. Es gab zudem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien sowie in Jordanien. Die Länder beherbergen US-Militärstützpunkte.

Während das US-Militär keine Angaben dazu machte, wo genau es attackierte, meldete der iranische Staatssender Irib Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie der Küstenstadt Bandar Abbas.

Dieser Screenshot aus einem Video, das am 16. Juli 2026 von der Website Sepah News der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) veröffentlicht wurde, zeigt den Abschuss einer Rakete von einem unbekannten Ort auf US-Ziele in Jordanien, Kuwait und Bahrain.

Iranische Medien melden US-Angriffe auf Brücken, einen Flughafen und einen Bahnhof. Teheran droht mit Vergeltungsschlägen auf US-Verbündete in der Golfregion.

17.07.2026 | 0:20 min

Unklare Angaben zu Angriffen

Laut der Nachrichtenagentur Fars gab es zudem in der Provinz Hormusgan im Süden erneut Angriffe auf Brücken. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden dort mindestens drei Zivilisten getötet und acht weitere verletzt. Bevor das US-Militär die jüngste Angriffswelle am frühen Morgen deutscher Zeit für beendet erklärte, hatte der iranische Sender Press TV unter Berufung auf die mächtigen Revolutionsgarden den Abschuss einer US-Drohne im Bereich der Stadt Buschehr gemeldet.

Zudem stünden zwei Öltanker im Süden der Straße von Hormus in Brand. Das US-Militärkommando Centcom schrieb auf X, Behauptungen der Garden, zwei Öltanker seien dort explodiert, seien falsch.

Teheran droht mit umfassenden "Zerstörungsoperationen"

Nach iranischen Angaben hatte das US-Militär bereits in der vorherigen Nacht Brücken und andere zivile Infrastruktur attackiert. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb auf X, das iranische Volk sei jetzt noch entschlossener, seine Feinde die "verbrecherische Aggression bitter bereuen zu lassen". Mohsen Rezaei, Berater des obersten Führers Irans, warnte, sein Land werde in eine "Phase umfassender Offensiv- und Zerstörungsoperationen" eintreten, sollten die US-Angriffe noch zwei oder drei Tage andauern. Iran werde sich dann nicht mehr länger auf Vergeltungsmaßnahmen beschränken, zitierte ihn der arabische Sender Al Jazeera aus einem Interview mit Irib.

Am 14. Juli 2026 liegen Schiffe an einem Kai des Khor-Fakkan-Containerterminals vor Anker, dem einzigen natürlichen Tiefseehafen der Region und einem der wichtigsten Containerhäfen im Emirat Sharjah am Golf von Oman. Teheran kündigte am 12. Juli die Sperrung der Straße von Hormus an und feuerte Raketen und Drohnen auf seine Nachbarn am Golf ab – als Vergeltung für neue US-Angriffe nach einem Angriff iranischer Streitkräfte auf ein Handelsschiff, das von seiner Besatzung in Flammen zurückgelassen worden war.

Die USA haben erneut Ziele in Iran angegriffen. Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen. Trump bleibt wechselhaft bei seinen Ideen für die Straße von Hormus.

14.07.2026 | 1:35 min

Das US-Militär greife inzwischen eine größere Bandbreite an Zielen in Iran an und verlege Kampfflugzeuge aus Europa in den Nahen Osten, berichtete das "Wall Street Journal". Nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" informierte die US-Regierung den Verbündeten Israel darüber, im Vorfeld einer möglichen Ausweitung der Militäreinsätze gegen Iran Dutzende weiterer Tankflugzeuge in das Land zu entsenden. Das Portal berief sich dabei auf drei US- und israelische Regierungsbeamte.

Experte warnt vor "totalem Krieg"

Die USA wollten durch ihre Angriffe den Druck im ganzen Land erhöhen und ein Ende der iranischen Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus erzwingen, berichtete das "Wall Street Journal". Iran reagiere darauf mit umfassenderen Gegenangriffen. "Diese Eskalation verschärft sich rapide und gerät außer Kontrolle", sagte Saeid Golkar, Experte für iranische Sicherheitsfragen an der University of Tennessee, der Zeitung.

Es bestehe die Gefahr, "dass wir in einen totalen Krieg zurückfallen, auch wenn keine der beiden Seiten dies will." Die Straße von Hormus sollte eigentlich im Zuge eines vor einem Monat unterzeichneten Rahmenabkommens wieder für die internationale Schifffahrt geöffnet werden. Iran vertritt die Ansicht, dass ihm die Vereinbarung das Recht einräumt, den Verkehr durch die Meerenge zu kontrollieren. Teheran fordert, dass Schiffe eine nördliche Route entlang der iranischen Küste nutzen.

Jörg Brase im Schaltgespräch  mit Kay-Sölve Richter

Die USA haben erneut zahlreiche Ziele in Iran angegriffen. Iran meldet Gegenangriffe und eine Sperrung der Straße von Hormus. Jörg Brase ordnet ein.

12.07.2026 | 1:10 min

Mit erneuten Angriffen auf Schiffe will Teheran unterbinden, dass die USA den Schiffsverkehr entlang der Küste Omans durch die Meerenge geleiten.

Kaum noch Schiffsverkehr in Straße von Hormus

Nach den nun wieder aufgenommenen gegenseitigen Attacken zwischen den USA und Iran ist der Schiffsverkehr in der Meerenge fast wieder zum Erliegen gekommen.

Derweil wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen warnte das mit Washington verbündete Nachbarland Saudi-Arabien vor einer "Belagerung". Man sei bereit, das Prinzip "Belagerung gegen Belagerung, Flughafen gegen Flughafen und Hafen gegen Hafen" anzuwenden, zitierte die jemenitische Nachrichtenagentur Saba den Verteidigungsminister der Miliz, Mohammed al-Atafi. Er bezog sich offenbar auf einen Luftangriff zu Wochenbeginn auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa, für den die Miliz das Königreich Saudi-Arabien verantwortlich gemacht hatte.

Frank Bethmann an der Börse in Frankfurt

Im Nahen Osten kündigen die USA und Iran weitere gegenseitige Angriffe an. Wie die militärischen Spannungen die Spritpreise in Deutschland beeinflussen können, berichtet Frank Bethmann.

15.07.2026 | 1:05 min

Pakistan: Gefahr überregionaler Eskalation

Die Miliz gilt als einer der wichtigsten nicht staatlichen Verbündeten Irans. Sollte es zu einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg zwischen Washington und Teheran kommen, könnte die Huthi-Miliz wieder mit Drohungen und Angriffen am Eingang zum Roten Meer den Schiffsverkehr durch den Suezkanal zum Erliegen bringen. Das hätte nicht nur Folgen für den internationalen Handel. Sollte es auch zu neuen Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommen und sich der Iran-Krieg damit auf das saudische Königreich ausweiten, könnte dies nach Angaben pakistanischer Diplomatenkreise zu Problemen bei den Vermittlungsbemühungen Pakistans im Krieg zwischen Washington und Teheran führen.

Pakistan, das seit vergangenem Jahr mit Saudi-Arabien ein Militärbündnis unterhält, könnte in dem Fall "gezwungen sein in den Konflikt einzusteigen", sagte ein pakistanischer Diplomat der Nachrichtenagentur dpa.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt in der heute Xpress am 18.07.2026 ab 10 Uhr.
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