Mögliche Kriegsverbrechen:UN-Menschenrechtskommissar fordert Abzug Israels aus Libanon
Die Lage zwischen Israel und Libanon ist weiter angespannt. Die UN sehen mögliche Kriegsverbrechen - und fordern das israelische Militär zum Rückzug aus dem Nachbarland auf.
Volker Türk, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, zeigt sich besorgt über die Lage im Libanon.
Quelle: dpaDer UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat das israelische Militär zum Abzug aus dem Libanon aufgefordert. Zum Abschluss eines Besuchs im Libanon sagte er der Nachrichtenagentur AP am Montag, das Militär müsse sich aus dem Süden des Nachbarlandes zurückziehen und damit aufhören, Häuser zu zerstören.
Die großflächige Zerstörung ziviler Gebäude werfe erhebliche Fragen nach der Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf, sagte Türk. Einige davon könnten demnach Kriegsverbrechen darstellen.
Israel weitet die Angriffe im Libanon aus. Viele Menschen müssen in den Norden des Landes fliehen. Die Libanon-Reise der Entwicklungsministerin Alabali Radovan wurde abgebrochen.
01.06.2026 | 1:58 minViele zivile Opfer, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen
Anhaltende israelische Luftangriffe, Artilleriebeschuss und der Einsatz von Waffen mit Sprengwirkung in dicht besiedelten Gebieten hätten hohe zivile Opferzahlen, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen verursacht, so Türk.
Zugleich hätten Raketenangriffe der vom Iran unterstützten libanesischen Hisbollah auf bewohnte Gebiete in Israel ebenfalls Zivilisten getötet und zivile Infrastruktur beschädigt.
Israel und der Libanon haben sich unter US-Vermittlung in Washington auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die proiranische Hisbollah-Miliz war nicht beteiligt und kündigte Widerstand an.
27.06.2026 | 0:21 minIsrael setzt Angriffe trotz Waffenruhe fort
Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah seit dem 2. März mehr als 4.300 Menschen im Libanon getötet und rund 12.200 verletzt.
Trotz einer Waffenruhe setze Israel seine Luftangriffe und Bodeneinsätze fort, sagte Türk. Dörfer südlich des Litani-Flusses seien zerstört oder unbewohnbar gemacht worden. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer entfernt von der Grenze zu Israel.
Trump werde Israel womöglich Einhalt gebieten bei seiner militärischen Aktion im Libanon, sagt Nahost-Expertin Bente Scheller.
30.05.2026 | 4:15 minRahmenabkommen für dauerhaften Frieden
In etwa einer Woche soll es in Rom weitere direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon geben. Die beiden Länder hatten sich Ende Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen.
Es sieht den Einsatz der libanesischen Armee in Gebieten vor, in denen bislang die Hisbollah militärisch präsent war und großen Einfluss ausübte. Auch die Entwaffnung der Schiitenmiliz ist geplant.
Israelische Truppen sollen sich im Gegenzug aus Städten und Dörfern im Libanon zurückziehen. Die Hisbollah lehnt die Gespräche ab und hat erklärt, sie werde auch ihre Waffen nicht niederlegen.
Die UN-Generalversammlung hatte Türk am Freitag für eine weitere vierjährige Amtszeit wiedergewählt.
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