Trotz Waffenruhe:Libanon meldet israelische Angriffe mit vielen Toten
Erst gestern meldeten US-Vertreter eine Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah. Heute bereits meldet der Libanon Angriffe mit vielen Opfern. Das belastet auch die Iran-Gespräche.
Die Waffenruhe im Libanon hält bislang nicht: Libanesischen Medien zufolge gibt es mindestens fünf Tote nach neuen israelischen Angriffen.
20.06.2026 | 0:24 minTrotz einer vereinbarten Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche Luftangriffe Israels mit vielen Toten. Zur Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben: Die Nachrichtenagentur Reuters meldet mindestens zehn getötete Menschen, die Deutsche Presse-Agentur berichtet von mindestens 16 Toten und beruft sich dabei auf den Zivilschutz des Libanon.
Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee hat sich bisher nicht geäußert.
"Die Waffenruhe funktioniert nach wie vor nicht", erklärt ZDF-Korrespondent Reichart.
19.06.2026 | 1:38 minLibanon: Luftangriffe und Kampfflugzeuge
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen von Kampfflugzeugen auf die Stadt Arabsalim im Raum Nabatija drei Menschen getötet. Eine weitere Frau sei im Gebiet Tyros bei einem Angriff ums Leben gekommen. Zudem habe das israelische Militär die Stadt Nabatija und deren Vororte beschossen.
Nach Angaben der libanesischen Armee starb ein Militärangehöriger bei einem Luftangriff auf der Straße zwischen Kfar Remaneh und Nabatija. Die Armee warf Israel vor, mit ihren Angriffen jede Lösung zu verhindern, die eine Wiederherstellung von Stabilität im Libanon ermöglichen würde.
- Massenflucht nach Angriffen: Lage im Libanon "zum Zerreißen angespannt"
Nach israelischen Angriffen steigt am 20. Juni 2026 Rauch über der südlibanesischen Stadt Nabatieh auf.
Quelle: AFPWaffenruhe vereinbart - und umgehend gebrochen
Nach Angaben eines US-Regierungsmitarbeiters gilt eigentlich seit Freitag 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr/MESZ) eine Waffenruhe. Diese wurde bereits wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen.
Israels Armeesprecher Effie Defrin sagte laut der Tageszeitung "The Times of Israel", die Truppen hätten trotz der Waffenruhe mit der Hisbollah "volle Handlungsfreiheit", um in jedem Gebiet gegen jede Bedrohung vorzugehen. Es gebe keine Einschränkungen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor erklärt, Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden.
Die geplanten Gespräche zwischen den USA und Iran in der Schweiz wurden kurzfristig abgesagt.
19.06.2026 | 1:41 minLage im Libanon belastet Iran-Verhandlungen
Die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah belastet die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und dem Iran. Ein bilaterales Rahmenabkommen sieht eigentlich eine Waffenruhe an allen Fronten vor - also auch im Libanon vor.
Der für Freitag vorgesehene Beginn vertiefter Verhandlungen war am Donnerstag hingegen kurzfristig abgesagt worden. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff brach am Freitag zu einem Besuch in der Schweiz auf, wie das Nachrichtenportal "Axios" berichtete. Ob sich der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump dort mit iranischen Vertretern treffen würde, war zunächst unklar.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.