Warum ein Iraner für Israel und den Mossad in den Krieg zieht

Einblick in Israels Geheimdienst:Warum ein Iraner für den Mossad in den Krieg zieht

von Marcus Weller

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Im Kampf gegen Iran setzt der israelische Geheimdienst auch auf Agenten aus dem Land. Was sind ihre Motive, zum Mossad zu gehen? Ein Iraner spricht mit ZDF frontal.

Montage: Nachgestellte Szene KI-gestützt - Vermummter, schwarz gekleideter Mann präpariert Waffe (Vordergund links), Iran-Flagge (Hintergrund rechts), darüber grafisches Raster-Overlay

Vom Bond-Fan zum Mossad-Agenten: Ein junger Iraner wendet sich gegen das Mullah-Regime und lässt sich vom Mossad anwerben. Mit seinen Agenten vor Ort greift Israel 2025 Irans Atomanlagen an.

21.07.2026 | 23:16 min

An einem geheimen Ort in Israel sitzt ein Mann kerzengerade auf einem Stuhl. Er trägt Jeanshemd, Perücke und Basecap, dazu Handschuhe - nichts soll ihn identifizierbar machen. "Iran", sagt der Mann, "Iran ist mein Heimatland, mein Volk." Für eine ZDF-frontal-Dokumentation erzählt er seine Geschichte, leise, mit deutlichem Akzent.

Ich habe die Seite gewechselt - heute bin ich ein Agent des Mossad.

Iranischer Mossad-Agent

Er ist einer jener Mossad-Agenten, die im Juni 2025 zu Beginn des Zwölf-Tage-Krieges hinter feindlichen Linien Verteidigungsanlagen der iranischen Luftabwehr angreifen und zerstören.

Befehl aus der Mossad-Einsatzzentrale

Über sein Team schweigt er, doch er beschreibt den Einsatz: "Wir hatten Raketen und Launcher. Unsere Mission war, uns an einem vorher festgelegten Punkt zu sammeln und dort alles bereit zum Angriff zu machen. Ich wusste nichts über das Ziel, wir hatten nur Koordinaten."

Zwei Stunden wartet er auf den Befehl aus der Mossad-Einsatzzentrale: "In dieser Zeit hatte ich richtig Angst." Dann feuert er eine Rakete in den Nachthimmel.

Die Rakete hatte eine Kamera, und ich konnte das Ziel erkennen. Es war eine Raketenabschussanlage, bereit zu feuern. Wir haben sie ausgeschaltet.

Iranischer Mossad-Agent

Montage: Zwei Männer auf einem Motorrad, der Beifahrer dreht sich umund schießt mit einem Gewehr (Vordergrund Mitte), Iran-Flagge (Hintergrund), darüber grafisches Raster-Overlay

Im Juni 2025 beginnen der 12-Tage-Krieg und der Einsatz der Mossad-Agenten im Iran. Das Regime wankt, aber es fällt nicht. Junge Iraner berichten, wie später ihr Protest in brutaler Gewalt endet.

21.07.2026 | 22:41 min

In jener Nacht zerstören mindestens ein Dutzend Mossad-Kampfeinheiten Luftabwehrstellungen rund um Teheran sowie die Atomanlagen in Fordo, Natans und Isfahan. Erst danach starten rund 200 Maschinen der israelischen Luftwaffe und stellen binnen weniger Stunden Luftüberlegenheit über weiten Teilen Irans her. Die Jets bewegen sich nahezu unbehelligt sogar über Teheran.

Zerstörung des iranischen Atomprogramms als Ziel

Jahrzehntelang setzte der Geheimdienst ohne Ausnahme israelische Staatsbürger im feindlichen Ausland ein. Doch um ihr Hauptziel, die Zerstörung des iranischen Atomprogramms, zu erreichen, sei mehr als einzelne israelische Agenten erforderlich, sagt der Investigativjournalist und Mossad-Experte Ronen Bergman: "Also begann Israel, über den Plan nachzudenken, dass der Mossad in der Lage sein sollte, einen Militärschlag durchzuführen, mit Kampftruppen vor Ort, aber ohne dass tatsächlich reguläre Soldaten am Boden im Einsatz sind."

Der Mann in Jeanshemd und Perücke ist in Iran geboren und aufgewachsen. Früh sei seine Familie in Konflikt mit dem radikal-schiitischen System geraten: Seine Schwester sei festgenommen und geschlagen worden, weil sie kein Kopftuch getragen hätte. Er habe schnell gemerkt, dass er allein gegen das System nichts ausrichten könne.

Montage: Protest im Iran - Feuer (links), Männer stehen aus einem Auto und halten die Iran-Fahne hoch (Vordergrund), Iran-Flagge (Hintergrund), darüber grafisches Raster-Overlay

Ärzte und Überlebende berichten über das blutige Massaker im Januar 2026. Israel und die USA töten mit einem Luftangriff Ali Khamenei, Irans Obersten Führer. Doch das Regime bleibt an der Macht.

21.07.2026 | 23:12 min

Mossad rekrutiert Agenten in Iran

"Anders als in anderen Staaten ist es in Iran recht einfach, Menschen zu finden, die sich gegen das Regime stellen - sei es aus Rache, Hass oder persönlichen Gründen", sagt Asaf Kochan. Er leitete vier Jahre lang die Abteilung 8200, den israelischen Militärgeheimdienst, der sich mit elektronischer Auslandsaufklärung beschäftigt.

"Als ich klein war, haben wir James Bond gesehen. Und ich erinnere mich, dass mein Vater zu mir sagte: Das ist nur ein Film. Die Besten, das ist der Mossad." Jahre später sucht er selbst den Kontakt zum israelischen Geheimdienst. "Ab da hatte ich zwei Leben - eins mit meiner Familie und Kindern - und mein neues 'Berufsleben' - und beide durften sich nie berühren." In speziellen Lagern außerhalb Irans werden er und andere zu einer neuen Art von Agenten ausgebildet, zu "Agenten-Kriegern".

Kampf für Menschenrechte aus dem Exil

Farideh Salavati hat ihr Augenlicht verloren. Wegen Kritik am iranischen Regime wurde ihr in die Augen geschossen. Aus Deutschland tritt sie für Menschenrechte in Iran ein.

11.12.2025 | 2:46 min

Frieden in Nahost nicht in Sicht

Operativ war ihr Einsatz erfolgreich, strategisch blieb der Zwölf-Tage-Krieg ein Fehlschlag: US-Präsident Donald Trump ordnete einen Haltebefehl an, bevor die wichtigsten militärischen Ziele erreicht waren. Das Regime überstand den Krieg und schlug spätere Großdemonstrationen im Januar 2026 blutig nieder. Im Februar griffen die USA und Israel Iran erneut an. Seither ringen beide Seiten um die Straße von Hormus. Frieden in der Region ist nicht in Sicht.

Trotz allem ist der iranische Mossad-Agent stolz auf seinen Einsatz. Für ihn verließ er seine Heimat Iran. Und er hofft, wieder zurückkehren zu können. Nicht nur Tel Aviv habe eine tolle Küste. "Der Iran", sagt er, "hat auch sehr schöne Strände".

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Über dieses Thema berichtet ZDF frontal in dem Doku-Dreiteiler "Im Schatten des Krieges" am 21.07.2026 ab 08:00 Uhr online und ab 21 Uhr im TV.

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