Minister: "Ganzer Libanon muss brennen":Eskalation zwischen Israel und Hisbollah geht weiter
Trotz der Vereinbarung zwischen den USA und Iran eskaliert der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. Israelische Minister fordern drastische Schritte.
Nach Gefechten im Südlibanon fordern Vertreter Israels rechtsextremer Regierung drastische Vergeltung.
Quelle: dpaDer Libanon bleibt die Schwachstelle im Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben über Nacht und am Freitagmorgen Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon aus der Luft an. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X. Vier israelische Soldaten wurden nach Militärangaben getötet. Vier weitere Soldaten wurden bei einem Drohnenangriff verletzt.
Dem Gesundheitsministerium in Beirut zufolge wurden auf libanesischer Seite 18 Menschen getötet und 33 verletzt. Acht Getötete seien Mitglieder derselben Familie, hieß es in der Mitteilung. Alle Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah ist ungelöst. Mirko Drotschmann erklärt, warum der Libanon geopolitisch wichtig sein könnte.
18.06.2026 | 16:35 minIsrael-Minister: "Der ganze Libanon muss brennen!"
Die beiden rechtsextremen israelischen Minister, Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir, haben nach dem Tod von vier Soldaten im Südlibanon harte Vergeltungsmaßnahmen gefordert. Finanzminister Smotrich erklärte auf X: "Zeit, mit Feuer zu sprechen. Die Pforten der Hölle zu öffnen."
Polizeiminister Ben-Gvir forderte auf X, dass für jede Träne einer israelischen Mutter tausend libanesische Mütter weinen müssten. "Der ganze Libanon muss brennen!", schrieb Ben-Gvir. Im Nahen Osten gewinne man nicht mit maßvollen Reaktionen und Zurückhaltung - "man muss durchdrehen. Vernichten. Den Terror zerschlagen." Die oberste Pflicht sei, die Bürger Israels und die Soldaten zu schützen, und diese Verpflichtung habe Vorrang vor allen anderen Erwägungen.
Wie geht es weiter zwischen Israel und Libanon? Die ZDF-Korrespondenten Thomas Reichart und Golineh Atai berichten.
15.06.2026 | 2:51 minNetanjahu pocht auf "Sicherheitszone" im Südlibanon
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag die von der Armee errichtete "Sicherheitszone" im Südlibanon als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.
Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurde unter anderem die Ortschaft Kfar Tebnit nahe Nabatija von mehreren Luftschlägen getroffen. Demnach kam es dort bei einer strategisch wichtigen Anhöhe zu Gefechten.
Die Lage im Libanon gefährde die Einigung Irans mit den USA "durchaus", erklärt ZDF-Korrespondent Thomas Reichart: "Ein Indiz ist, dass die Gespräche zwischen USA und Iran, die für heute geplant waren, erst einmal verschoben werden."
"Das ist schon wirklich gravierend, was da gerade im Libanon passiert", erklärt Reichart. Das zeige auch eine Schwäche des Rahmenabkommens Washingtons mit Teheran: "Dass es, erstens, sehr vage bleibt beim Libanon und, zweitens, Israel nicht involviert ist und sich nicht daran gebunden fühlt." Israel lasse es dabei offenbar auch auf einen Konflikt mit Trump und den USA ankommen, so Reichart.
Die Hisbollah kämpft mit neuen Drohnen gegen Israel, die schwer abzuwehren sind. So bleibt die Lage im Norden Israels angespannt.
07.06.2026 | 2:41 minRahmenabkommen ohne Klausel zu Israel-Abzug
Das bilaterale Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA sieht zwar eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor, enthält aber keine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen. Die Hisbollah-Miliz ist der wichtigste Verbündete Irans in der Region.
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