Nahost: Wadephul sorgt sich um Israels Vorrücken im Südlibanon

Nahost-Konflikt:Wadephul sorgt sich um Israels Vorrücken im Südlibanon

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Bundesaußenminister Johann Wadephul äußert sich besorgt über das Vorrücken der israelischen Armee im Südlibanon. Eine weitere Eskalation verschärfe die Lage.

Die israelische Flagge ist auf der historischen Burg "Beaufort" gehisst.

Israel weitet den Bodeneinsatz im Libanon aus, trotz der Mitte April vereinbarten Waffenruhe. Zudem hat Israel nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Burg „Beaufort“ eingenommen.

31.05.2026 | 1:30 min

Außenminister Johann Wadephul ruft Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon dringend auf, zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren. "Das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden Libanons gibt Anlass zu großer Sorge", teilte der CDU-Politiker am Rande seines Besuches bei den Vereinten Nationen (UN) in der US-Ostküstenmetropole New York mit. Israel müsse bei seinem Vorgehen gegen die Hisbollah Zivilisten und zivile Infrastruktur schützen.

Jede weitere Eskalation verschärft die ohnehin schon angespannte Lage zusätzlich und sorgt für neue Fluchtbewegungen innerhalb Libanons.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

Libanon, Arnoun: Die israelische Flagge weht zusammen mit der Flagge der Golani-Brigade über der Burg Beaufort (Belfort), die im südlibanesischen Dorf Arnoun als Qalaat al-Chakif bekannt ist

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Festung Beaufort sowie eine nahe Bergkette im Libanon eingenommen. Laut Militär griff die Hisbollah-Miliz von dort aus an.

31.05.2026 | 0:14 min

Wadephul: Israel muss Zivilbevölkerung schützen

Das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden Libanons sei eine Reaktion auf fortdauernde Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels. Gleichzeitig müsse die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen, forderte Wadephul in der vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Erklärung. Alle Konfliktparteien seien "dringend aufgefordert", die Kampfhandlungen einzustellen und zum vereinbarten Waffenstillstand zurückzukehren.

Natürlich habe Israel legitime Sicherheitsinteressen. Wenn aber Zivilistinnen und Zivilisten den Preis einer militärischen Eskalation zahlten und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar würden, mache das Israels Nachbarschaft langfristig nicht sicherer. Israel müsse die Zivilbevölkerung schützen.

Nahostkonflikt - Libanon

Durch die Angriffe der israelischen Armee flüchten die Menschen innerhalb des Libanons. Geschützt werden sie weder von der Terror-Miliz Hisbollah noch von ihrem eigenen Staat.

30.05.2026 | 2:10 min

Wadephul: Stärkung des libanesischen Staates zentral

Der Schlüssel zu einer Stabilisierung des Libanon liege in einer Stärkung des libanesischen Staates. Dazu gehöre, dass die libanesische Regierung entschieden gegen die Hisbollah vorgehen und ihr Gewaltmonopol auf seinem gesamten Territorium ausüben müsse, erklärte Wadephul. Die Gespräche Israels und des Libanons in Washington, bei denen eine weitere Runde geplant sei, seien "der richtige Kanal, um Erfolge zu erzielen". Die Hisbollah dürfe diesen Friedensprozess nicht weiter torpedieren.

Israel war zuletzt immer weiter in den Libanon vorgerückt und hatte eine strategisch wichtige Festung eingenommen. Der libanesische Staat selbst ist nicht Konfliktpartei.

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Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 31.05.2026 um 17:01 Uhr in dem Beitrag "Israel geht im Libanon weiter militärisch vor".

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