Drohnenangriff auf Atomkraftwerk Baraka:Nach Kritik an Luftangriff: Iran wirft Merz "Heuchelei" vor
Friedrich Merz hat einen Drohnenangriff Irans öffentlich kritisiert. Der iranische Außenamtssprecher wirft dem Kanzler daraufhin in einem deutschsprachigen Post "Heuchelei" vor.
Bundeskanzler Friedrich Merz bekommt Gegenwind aus Teheran für seine Kritik an einem iranischen Luftangriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate (Archivfoto).
Quelle: ddpIran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Reaktion auf dessen Kritik an einem Angriff auf Atomanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) "Heuchelei" vorgeworfen.
In einem auf Deutsch verfassten Post auf der Plattform X kritisierte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai, dass amerikanisch-israelische Angriffe auf iranische Atomanlagen nicht auf Verurteilung stießen, ein vor kurzem erfolgter Drohnenangriff auf die VAE dagegen schon.
X-Post Baghais
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Baghai kritisierte auch, dass Merz Iran die Schuld für den Angriff zugewiesen hatte. Er nannte die Attacken eine "mutmaßliche False-Flag-Operation". Damit werden Täuschungsmanöver bezeichnet, bei denen Angriffe einer anderen Partei angelastet werden sollen. Selbst die VAE hätten Iran bisher die Urheberschaft nicht offiziell angelastet, schrieb Baghai.
US-Präsident Trump hat mit einer Wiederaufnahme des Krieges gegen Iran gedroht. Sollte sich Teheran in den Verhandlungen nicht bewegen, werde "von ihnen nichts mehr übrig bleiben".
18.05.2026 | 0:19 minMerz kritisierte Angriffe auf VAE
Merz hatte am Montag, ebenfalls auf X, "iranische Luftschläge gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Partner" verurteilt. Es dürfe zu keiner weiteren Gewalteskalation kommen.
Am Sonntag hatten die Emirate mehrere Angriffe gemeldet. Einer traf demnach einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hieß es.
X-Post des Bundeskanzlers
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Trump setzt Iran-Angriff aus und verweist auf Verhandlungen
US-Präsident Donald Trump verzichtete derweil nach eigenen Angaben vorerst auf einen angeblich für heute geplanten Angriff auf Iran. In seinem Onlinenetzwerk Truth Social schrieb Trump, mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, da "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran liefen.
Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere US-Militärvertreter angewiesen, die bisherigen Pläne auszusetzen und einen Großangriff auf Iran erst dann zu beginnen, wenn ein "akzeptables Abkommen nicht erreicht wird". Vertreter mehrerer Golfstaaten erklärten laut "Wall Street Journal" allerdings, ihnen sei ein solcher Angriffsplan nicht bekannt.
Der US-Präsident ist im Dauerangriff: Donald Trump und seine MAGA-Bewegung fordern Institutionen heraus. Strategie oder Chaos? Eine Analyse von ZDF-Korrespondent David Sauer.
13.05.2026 | 12:37 minIran bringt Öffnung der Straße von Hormus ins Spiel
Iran reagierte nach eigenen Angaben über den Vermittler Pakistan mit neuen Vorschlägen auf den jüngsten US-Vorstoß. Nach Informationen des "Wall Street Journal" bot Teheran eine schrittweise Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus an. Zugleich seien aber kritische Fragen zum Streitthema des iranischen Atomprogramms offen geblieben.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur dann langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für Iran ist ein Ende der Kampfhandlungen - insbesondere auch der Offensive Israels im Libanon - jedoch eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen.
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