Iran: Mohammadi verlässt Klinik - Tochter warnt vor weiterer Haft

Nobelpreisträgerin in Iran:Mohammadi verlässt Klinik: Tochter warnt vor weiterer Haft

|

Die iranische Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat das Krankenhaus verlassen. Zuvor war sie im Gefängnis, nun kann sie nach Hause. Ihre Tochter warnt vor einer Rückkehr in Haft.

Narges Mohammadi, Archivbild

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. (Archivbild)

Quelle: AFP/Narges Mohammadi Fundation

Nachdem sie wegen einer medizinischen Behandlung auf Kaution freigelassen worden war, hat die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi nun das Krankenhaus verlassen können. Die 54-Jährige sei in Teheran in ihr Zuhause zurückgekehrt, erklärten am Montag ihre Familie und ihre Unterstützer.

Unterstützer warnen vor Rückkehr in Haft

Mohammadis Angehörige warnten zugleich davor, dass ein erneuter Gefängnisaufenthalt ihr Leben bedrohen würde. "Ihre Genesung erfordert eine strenge medizinische Überwachung außerhalb von Gefängnismauern", erklärte die Tochter Kiana Rahmani.

Sie in die Haft zurückzuschicken, käme einem Todesurteil gleich.

Kiana Rahmani, Tochter von Narges Mohammadi

Zugleich forderte Rahmani ein Ende der politischen Verfolgung ihrer Mutter und das Fallenlassen "aller haltlosen Anschuldigungen gegen sie". Kiana Rahmani lebt gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Ali in Paris, sie haben ihre Mutter seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen.

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin und Aktivistin Narges Mohammadi in ihrer Wohnung in Teheran am 23.01.2025.

Die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Anwältin in Lebensgefahr und wird im Krankenhaus behandelt. Ihre Familie zeigt sich sehr besorgt.

05.05.2026 | 3:11 min

Mohammadi durfte Haft für Klinikaufenthalt verlassen

Mohammadi hatte nach Angaben ihrer Unterstützer am 1. Mai im Gefängnis einen zweiten Herzinfarkt erlitten. Nach einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt in Sandschan im Norden Irans wurde ihr nach Angaben ihrer Stiftung "gegen eine hohe Kaution eine Aussetzung der Strafe gewährt". Sie wurde zunächst in ein Krankenhaus in Teheran gebracht - und konnte nun nach Hause.

Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe in Iran immer wieder vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre Kinder in Oslo entgegen.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem bei ZDFheute Xpress am 11.05.2026 ab 06:30 Uhr sowie im heute journal am 05.05.2026 ab 21:45 Uhr.

Mehr zu Iran

  1. Archiv: Narges Mohammadi - 2025

  2. Narges Mohammadi sitzt am 23. Januar 2025 in ihrer Wohnung in Teheran.

  3. Proteste für Frauenrechte im Iran

    Sexuelle Gewalt im Iran:Irans vorsichtige MeToo-Bewegung: Der Fall Dschamschidi

    mit Video6:22

  4. Proteste im Iran
    Interview

    Nobelpreisträgerin über Iran:Mohammadi: "Widerstand wird Früchte tragen"