Nach Herzinfarkt im März:Umfeld: Nobelpreisträgerin Mohammadi in kritischem Zustand
Die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi befindet sich nach einem Herzinfarkt in einem kritischen Gesundheitszustand, so ihr Umfeld.
Im Februar wurde Narges Mohammadi zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.
16.04.2026 | 0:32 minNach einem im März erlittenen Herzinfarkt befindet sich die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi nach Angaben ihrer Unterstützer in Lebensgefahr. Ihre Familie und ihr Anwaltsteam stellten bei einem Haftbesuch am Wochenende "deutliche Anzeichen für eine Verschlechterung ihres Allgemeinzustands fest", wie Mohammadis Stiftung am Mittwoch mitteilte.
Ende März hatte ihr Unterstützerkreis nach einem Besuch ihrer Anwälte und eines Familienmitglieds im Gefängnis von Sandschan im Norden des Iran mitgeteilt, dass Mohammadi kürzlich offenbar einen Herzinfarkt erlitten habe, welcher nur unzureichend behandelt worden sei. Aktuell sei sie schwach, blass und habe Gewicht verloren, hieß es in der Erklärung auf X. Ihr körperlicher Zustand sei kritisch.
Mitteilung der Narges Foundation auf X
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Umfeld: Mohammadi sei von Insassinnen "mit dem Tod bedroht"
Nach dem jüngsten Besuch berichtete ihre Familie nach Angaben ihres in Norwegen lebenden Bruders Hamidresa, dass Mohammadi in "einer Zelle mit Insassinnen festgehalten werde, die wegen Mordes angeklagt sind, und wurde von einigen von ihnen mehrfach mit dem Tod bedroht".
Die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi ist laut Unterstützern festgenommen worden - zusammen mit weiteren Aktivisten.
12.12.2025 | 0:32 minMohammadi war vor Beginn der brutal niedergeschlagenen Protestwelle im Iran festgenommen worden, nachdem sie im Dezember bei einer Trauerfeier für einen zuvor tot aufgefundenen Anwalt eine Rede gehalten hatte. Anfang Februar wurde sie von einem Gericht wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Mohammadis Einsatz gegen Kopftuchzwang und Todesstrafe
Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht und ihre beiden Kinder, die in Paris leben, seit 2015 nicht mehr gesehen.
2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen. Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen - dies sei aber nur vorübergehend, wurde damals betont. Zudem durfte die Menschenrechtsaktivistin den Iran nach eigenen Angaben nicht mehr verlassen.
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