Nobelpreisträgerin in Lebensgefahr:Mohammadi gegen Kaution für Klinikbehandlung freigelassen
Der Gesundheitszustand der in Iran inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist kritisch. Nun wird die 54-Jährige gegen Kaution in ein Krankenhaus in Teheran verlegt.
Die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Anwältin in Lebensgefahr und wird im Krankenhaus behandelt. Ihre Familie zeigt sich sehr besorgt.
05.05.2026 | 3:11 minDie iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Stiftung in ein Krankenhaus in Teheran verlegt worden.
Die 54-Jährige war nach einem Herzinfarkt seit mehr als einer Woche auf der Intensivstation eines Krankenhauses in der Stadt Sandschan im Nordwesten Irans, wo sie auch inhaftiert war. Mohammadi sei eine Aussetzung ihrer Strafe gegen Zahlung einer hohen Kaution gewährt worden, hieß es in einer Mitteilung der Stiftung.
Die in Iran inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist schwer erkrankt und schwebt nach Angaben ihrer Anwältin zwischen Leben und Tod.
06.05.2026 | 3:10 minMohammadis Zustand weiter kritisch
Ihr Transport mit dem Krankenwagen sei abgeschlossen, und sie befinde sich nun im Tehran Pars Spital, wo sie von ihrem eigenen Ärzteteam behandelt werde, hieß es weiter. Auch ihr Anwalt Mostafa Nili bestätigte die Verlegung auf X.
Mohammadis in Paris lebender Ehemann Taghi Rahmani hatte erst am Samstag auf X berichtet, der Gesundheitszustand der Menschenrechtsaktivistin sei weiter kritisch. Sie habe einen starken Blutdruckabfall erlitten, zudem falle ihr inzwischen selbst das Sprechen schwer, schrieb er.
"Zwar befindet sie sich derzeit nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus, doch eine vorübergehende Verlegung reicht nicht aus." Mohammadi dürfe nie wieder in die Situation zurückkehren, "die ihre Gesundheit ruiniert haben", forderte er mit Blick auf das Gefängnis.
Nach Angaben ihrer Unterstützer befindet sich Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi in einem kritischen Gesundheitszustand. Im Februar wurde sie zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.
16.04.2026 | 0:32 minUSA forderten erst am Freitag Mohammadis Freilassung
Rahmani und andere Familienmitglieder forderten seit längerem, Mohammadi nach Teheran zu verlegen, damit sie dort von ihren eigenen Fachärzten behandelt werden kann.
Auch die USA forderten Iran am Freitag dazu auf, Mohammadi sofort aus dem Gefängnis freizulassen. Sie müsse die nötige Behandlung bekommen, die Welt schaue zu, schrieb der im US-Außenministerium für Menschenrechte zuständige Spitzenbeamte Riley Barnes auf der Plattform X.
Mohammadi war 2023 für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.
Anfang Februar wurde sie nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehreren Jahren Haft wegen "Verschwörung" und "propagandistischer Aktivitäten" verurteilt; zudem gilt ein zweijähriges Ausreiseverbot.
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