Trotz Waffenruhe:Israel ordnet neue Angriffe auf Hisbollah im Libanon an
Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon bleibt brüchig. Beide Seiten beklagen Verstöße. Nun wies Israels Regierungschef die Armee zu neuen Angriffen an.
Die israelische Armee hat Ziele im Südlibanon angegriffen.
Quelle: AFPDer israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat neue Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon angeordnet. Der Ministerpräsident habe der Armee Anweisung erteilt, "Hisbollah-Ziele im Libanon mit Nachdruck anzugreifen", erklärte sein Büro am Samstagabend.
Zuvor hatte die israelische Armee der libanesischen Hisbollah mehrere Verstöße gegen die geltende Waffenruhe vorgeworfen. Hisbollah-Kämpfer hätten laut israelischer Armee Soldaten in der Region Kantara mit Drohnen angegriffen. Im Süden des Libanon habe die Armee zudem "mehr als 15 Terroristen eliminiert" und ein Hisbollah-Waffenversteck mit Panzer-Abwehrraketen und Kalaschnikow-Gewehren entdeckt.
Die brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon wird laut US-Präsident Trump um drei Wochen verlängert. Unterdessen gab es erneute Angriffe.
24.04.2026 | 0:21 minDie libanesische Seite warf Israel ebenfalls Verstöße gegen die Waffenruhe vor.
Israel: Angriff auf Hisbollah
Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur waren vier Menschen bei israelischen Angriffen in einem Ort nahe der Grenze zu Israel getötet worden. Laut Israels Armee handelte es sich dabei um Mitglieder der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz.
Drei seien in einem Fahrzeug beladen mit Waffen gefahren. Ein Vierter sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen, teilte das israelische Militär am Nachmittag mit. Die Luftwaffe habe zudem zwei bewaffnete Hisbollah-Kämpfer andernorts im Südlibanon getötet. Beide seien eine Bedrohung für israelische Soldaten am Boden gewesen.
Mehr als eine Million Vertriebene - einige kehren in den Südlibanon zurück. Doch die Waffenruhe ist brüchig. Die israelische Armee setzt ihre Angriffe an mehreren Orten fort.
18.04.2026 | 1:55 minIsrael meldet Beschuss aus dem Libanon
Die israelische Armee bekräftigte zudem ihre Warnung an die libanesische Bevölkerung, sich dem Gebiet des Litani-Flusses im Südlibanon nicht zu nähern. Israel hat dort eine Pufferzone zum Schutz der eigenen Grenzorte errichtet und weiterhin Soldaten stationiert.
Israels Armee meldete unterdessen am Nachmittag erneut Beschuss aus dem Libanon auf Israel. Ein Geschoss wurde den Angaben zufolge abgefangen, ein weiteres stürzte auf offenem Gebiet ab. In mehreren Orten in Nordisrael gab es Raketenalarm. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, die Hisbollah habe Raketen auf Israel gefeuert.
Feuerpause zwischen Israel und Hisbollah ist fragil
Die kürzlich verlängerte Feuerpause zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz bleibt brüchig. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor.
Obwohl die Waffenruhe zu einem deutlichen Rückgang der Feindseligkeiten geführt hat, kommt es im Südlibanon weiterhin zu gegenseitigem Beschuss.