US-Militär entert iranisches Frachtschiff:Iran lässt Teilnahme an neuer Gesprächsrunde mit USA offen
Die USA greifen einen iranischen Frachter an und verschärfen damit den Konflikt. Teheran droht mit Vergeltung und erteilt neuen Gesprächen mit Washington vorerst eine Absage.
Auch wegen des Angriffs der US-Marine auf einen iranischen Frachter ist unklar, ob es neue Verhandlungen zwischen den USA und Iran geben wird. Iran lässt eine Teilnahme weiter offen.
20.04.2026 | 1:38 minWenige Tage vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat Teheran einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA vorerst eine Absage erteilt. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Vereinigten Staaten hätten gezeigt, dass sie es mit der Diplomatie nicht ernst meinten. Sie hätten sich aggressiv verhalten und gegen die Bestimmungen der Waffenruhe verstoßen.
Irans Präsident Massud Peseschkian sprach sich dennoch grundsätzlich für Diplomatie aus. Krieg sei für niemanden von Vorteil, sagte der Regierungschef laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bei einer Sitzung.
Noch immer ist unklar, ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran kommt – von Seiten Teherans fehlt nach wie vor eine Zusage. Phoebe Gaa berichtet aus Islamabad.
20.04.2026 | 1:16 minWaffenruhe läuft Mittwoch aus - Bemühen um Verhandlungen
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, die US-Armee habe einen iranischen Frachter im Golf von Oman beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht. Teheran kündigte daraufhin Vergeltung an.
Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran läuft am Mittwoch aus. In dieser Zeit sollte eine Friedenslösung ausgehandelt werden. Die erste Gesprächsrunde vor einer Woche in Pakistan war ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Trump kündigte am Sonntag an, Iran einen "vernünftigen Deal" anzubieten. Falls Teheran dies aber ablehnen sollte, würden die USA "jedes Kraftwerk und jede Brücke in Iran" zerstören.
Die Anstrengungen werden durch die angespannte Lage in der Straße von Hormus erschwert: Teheran hatte am Samstag seine Öffnung der Meerenge nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen.
Trotz der Ungewissheit bereitet Pakistan sich zurzeit auf eine zweite Gesprächsrunde vor. Laut Trump soll am heutigen Montag auch eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze in Pakistan eintreffen.
Ob es zu weiteren Verhandlungen zwischen den USA und Iran kommt, ist noch immer nicht klar – Irans Zusage zu den Gesprächen steht nach wie vor aus. Phoebe Gaa berichtet aus Islamabad.
20.04.2026 | 1:10 minUS-Marine schießt auf iranischen Frachter
Am Sonntag hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social mitgeteilt, dass die US-Marine auf den unter iranischer Flagge fahrenden und mit US-Sanktionen belegten Frachter "Touska" geschossen und das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht habe. Das Schiff habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen.
Zuvor hatte der US-Präsident Teheran bereits vorgeworfen, mit am Samstag erfolgten Angriffen den seit dem 8. April geltenden, zweiwöchigen Waffenstillstand verletzt zu haben. Die iranischen Angriffe richteten sich seinen Angaben zufolge gegen ein französisches und ein britisches Schiff.
Der Krieg im Iran treibt die Kerosinpreise stark nach oben - seit Ende Februar haben sich diese etwa verdoppelt. Das wirkt sich auf die Kosten der Flugtickets aus.
09.04.2026 | 2:36 minDie iranische Armee kündigte nach dem Beschuss der "Touska" Vergeltung an. "Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen", erklärte der Sprecher des iranischen Generalstabs am Montag im Onlinedienst Telegram.
Durch die Straße von Hormus verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die Meerenge weitestgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.
Die Straße von Hormus ist erneut gesperrt. Iran nutzt die Blockade als Druckmittel, braucht aber dringend Verhandlungsfortschritte, so Nahost-Experte Schindler bei ZDFheute live.
19.04.2026 | 13:33 minUran-Vorräte sind Knackpunkt der Verhandlungen
Zu den Knackpunkten der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zählen neben der Öffnung der Straße von Hormus die iranischen Vorräte an angereichertem Uran. Das Material ist sowohl für die Kernenergie als auch für Atomwaffen unverzichtbar. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.
Ein hochrangiger Vertreter Irans sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die iranischen "Verteidigungskapazitäten", einschließlich des Raketenprogramms, nicht zur Disposition stünden.