Israel und Libanon wollen brüchige Waffenruhe umsetzen

Erste Gespräche seit über 40 Jahren:Israel und Libanon einigen sich auf Umsetzung von Waffenruhe

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Israel und Libanon haben sich laut US-Außenministerium auf einen Plan zur Umsetzung der bislang kaum wirksamen Waffenruhe verständigt. Wird dieses Vorhaben tatsächlich gelingen?

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Trotz einer mehrfach verlängerten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gingen die Gefechte auf beiden Seiten weiter.

Quelle: AFP

Nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertreten in der US-Hauptstadt Washington hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Staaten, die Waffenruhe sei unter anderem abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel.

Im aktuellen Konflikt stehen sich Israel und die Schiiten-Miliz gegenüber. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei - und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah.

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Trotz Waffenruhe halten die israelischen Angriffe auf den Libanon an. Immer mehr Menschen fliehen in den Norden des Landes oder suchen Schutz in inoffiziellen Flüchtlingscamps.

01.06.2026 | 2:45 min

So soll die Umsetzung der Waffenruhe aussehen

Die gemeinsame Erklärung sieht die Einrichtung sogenannter Pilotzonen im Libanon vor, in denen ausschließlich die regulären libanesischen Streitkräfte die Kontrolle ausüben sollen.

Die Hisbollah soll sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses - also aus dem Gebiet nahe der Grenze zu Israel - zurückziehen. Wie diese Sicherheitszonen eingerichtet werden sollen, ist noch unklar.

Diese Schritte werden Fortschritte hin zu einem umfassenden Friedens- und Sicherheitsabkommen ermöglichen.

Gemeinsame Erklärung Israels und des Libanons

Es wurden zunächst keine Angaben gemacht, ob es sich bei dem neuen Bekenntnis zur Waffenruhe um eine zeitlich begrenzte Verlängerung handele. Zuvor war die Waffenruhe jeweils befristet verlängert worden.

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Die deutsche Entwicklungsministerin musste ihre Libanon-Reise wegen der Ankündigung israelischer Angriffe abbrechen. Dorthe Ferber und Thomas Reichart vom ZDF ordnen die Lage ein.

01.06.2026 | 4:10 min

Zukunft der Beziehungen soll bilateral entschieden werden

Die Zukunft der Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon müsse von den beiden Regierungen selbst entschieden werden, hieß es. Jeder Versuch "staatlicher oder nichtstaatlicher Akteure", die "Zukunft des Libanons als Geisel zu nehmen", werde zurückgewiesen. Dies schien ein deutlicher Bezug auf den Iran zu sein, der die Hisbollah unterstützt.

Bei den Verhandlungen mit den USA über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs fordert Teheran auch ein Ende des Libanon-Konflikts. Die Hisbollah ist nicht Teil der israelisch-libanesischen Gespräche.

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Israel soll Angriffe einstellen, die Hisbollah auf Raketen im Norden verzichten. "Was es nicht bedeutet, ist, dass die Kämpfe im Libanon insgesamt eingestellt werden". - Alexander Poel, ZDF-Reporter.

02.06.2026 | 2:51 min

Eskalation trotz mehrfach verlängerter Waffenruhe

Israel und die Hisbollah standen bereits infolge des Gaza-Kriegs in einem offenen Konflikt. Eine im November 2024 geschlossene Waffenruhe war schon damals äußerst brüchig. Israel griff weiter Hisbollah-Ziele im Libanon an und warf der Schiitenmiliz vor, sich entgegen der Waffenruhe-Vereinbarung neu zu bewaffnen.

Im Zuge des Iran-Kriegs, den Israel und die USA Ende Februar begonnen hatten, begann auch die Hisbollah erneut Raketen in Richtung Israel abzufeuern. Es kam zu einer erneuten Eskalation. Mitte April war im Rahmen der Gespräche zwischen Israel und dem Libanon erstmals wieder eine Waffenruhe verkündet worden. Sie wurde seitdem mehrere Male verlängert.

In der Realität ging der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah jedoch weiter. Die Hisbollah setzte ihren Beschuss auf Israel fort, genauso wie Israel seine teils massiven Angriffe auf Hisbollah-Stellungen, vor allem im Südlibanon. Das israelische Militär drang aber auch immer weiter in das Landesinnere des Libanons vor.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus.

Donald Trumps Deal mit dem iranischen Regime steht weiter aus. Auch der Angriff zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon geht unvermindert weiter.

03.06.2026 | 2:13 min

Erstmals seit 1983 direkte Gespräche

Der Libanon und Israel pflegen keine diplomatischen Beziehungen und haben nie ein Friedensabkommen geschlossen.

Seit April sprechen israelische und libanesische Regierungsvertreter zum ersten Mal seit 1983 auf politischer Ebene direkt miteinander. Aktuell handelt es sich um die vierte Gesprächsrunde.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 02.06.2026 ab 12 Uhr.

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