Konflikt in Nahost:Wegen Stopp von Gaza-Flotte: Rom und Berlin ermahnen Israel
Israel hat Dutzende Schiffe mit Aktivisten und humanitärer Hilfe auf dem Weg nach Gaza gestoppt. Berlin und Rom sehen darin einen möglichen Verstoß gegen das Völkerrecht.
Israels Stopp der Flotte "Global Sumud" sorgt in Berlin und Rom für Sorge. In einer Erklärung riefen Deutschland und Italien zur "uneingeschränkten Achtung des geltenden Völkerrechts" auf.
30.04.2026 | 0:31 minDas israelische Vorgehen gegen einen internationalen Schiffsverband mit Gaza-Hilfe im Mittelmeer sorgt in Berlin und Rom für große Sorge. Eine gemeinsame Erklärung legt nahe, dass aus Sicht der beiden Regierungen der Stopp der "Global Sumud"-Flottille in internationalen Gewässern nicht mit dem Völkerrecht vereinbar sein könnte.
"Wir rufen zur uneingeschränkten Achtung des geltenden Völkerrechts sowie zur Unterlassung unverantwortlicher Handlungen auf", hieß es darin. Die Organisatoren der Hilfsflotte werfen Israel ein gewaltsames Vorgehen bei der Aktion vor.
In Israel soll die Todesstrafe bei terroristisch motiviertem Mord mit dem Ziel der Vernichtung des Staates Israel eingeführt werden. De Facto wären davon nur palästinensische Menschen betroffen.
31.03.2026 | 1:41 minIsrael: Operation im Einklang mit Völkerrecht
Israel betont dagegen, die Operation sei im Einklang mit dem Völkerrecht verlaufen und es habe keine Verletzten gegeben. Die israelische Marine hatte westlich der griechischen Insel Kreta mehr als 20 Boote der Hilfsflotte gestoppt und Dutzende Aktivisten festgenommen. Einige Boote setzten nach dem nächtlichen Zwischenfall ihre Fahrt fort.
Wie Daten des Online-Trackers der Initiatoren der Flottille sowie des Schiffsverfolgungssystems Marine Traffic zeigten, bewegten sich am Abend mehrere Boote entlang der Küste Kretas innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer. Vonseiten der Organisatoren gab es zunächst keine Aussagen zu weiteren Plänen.
Die israelische Marine hat rund vierzig zivile Schiffe gestoppt. Die Hilfsflotte hatte sich vor einigen Wochen mit Medizin und Lebensmitteln auf den Weg nach Gaza gemacht.
02.10.2025 | 1:28 minRom und Berlin: Völkerrecht uneingeschränkt achten
In der deutsch-italienischen Erklärung hieß es, man verfolge den Stopp der "Global Sumud"-Flottille mit "großer Besorgnis". Zugleich verteidigten Berlin und Rom Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, "im Einklang mit dem Völkerrecht und internationalen Standards humanitäre Hilfe im Gazastreifen zu leisten".
Die italienische Regierung forderte darüber hinaus die "sofortige Freilassung aller rechtswidrig festgehaltenen Italiener", wie aus einer Mitteilung zu einem Treffen hervorgeht, das Regierungschefin Giorgia Meloni mit einigen ihrer Minister abhielt. Unter den Aktivisten sind sowohl Italiener als auch Deutsche.
Zum zweiten Jahrestag des mörderischen Hamas-Angriffs auf Israel blickt die auslandsjournal-Doku auf die zerstörerischen Folgen des Konfliktes für Israelis und Palästinenser.
02.10.2025 | 31:01 minIsraels Außenminister Gideon Saar sagte, die festgenommenen Aktivisten würden in Abstimmung mit der griechischen Regierung in Griechenland an Land gebracht. Athen habe sich dazu bereit erklärt, sie aufzunehmen. Aus Griechenland gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Alle bislang von den Booten geholten Aktivisten seien unversehrt geblieben, erklärte Saar.
Seeblockade gegen Gazastreifen seit 2007
Die Hilfsflotte war einige Tage zuvor mit Dutzenden Schiffen von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. Die Organisation sprach von der größten Flottille, die jemals versucht habe, den Gazastreifen zu erreichen.
Die propalästinensischen Aktivisten wollten erneut versuchen, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen.
Der Nahost-Konflikt begleitet die Vereinten Nationen seit ihrer Gründung. In der Geschichte gab es bereits Bemühungen, den Konflikt durch eine Zwei-Staaten-Lösung beizulegen.
03.09.2025 | 1:19 minErklärtes Ziel der "Global Sumud Flotilla" ist es außerdem, die Einrichtung eines dauerhaften humanitären Korridors voranzubringen. Israel hat in der Vergangenheit Versuche von Aktivisten, die Seeblockade vor dem abgeriegelten Küstenstreifen zu durchbrechen, stets verhindert. Bei einem vorherigen Versuch war die vorwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten bestehende "Global Sumud Flotilla" vergangenen Herbst von israelischen Spezialeinheiten gestürmt und am Erreichen des Gebiets gehindert worden.
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