Feuerpause zwischen Israel und Libanon:Libanons Armee wirft Israel Verstoß gegen Waffenruhe vor
Israel hat nach libanesischen Angaben gegen die Waffenruhe verstoßen. Demnach soll es Beschuss auf südlibanesische Dörfer gegeben haben. Die Feuerpause gilt seit Mitternacht.
Israels Ministerpräsident Netanjahu bestätigte die Waffenruhe. Es bestehe die Chance auf ein "historisches Friedensabkommen", so Netanjahu.
17.04.2026 | 2:16 minDer Libanon hat Israel wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Waffenruhe Verstöße gegen die Vereinbarung vorgeworfen. Die libanesische Armee erklärte am frühen Freitagmorgen im Onlinedienst X, es seien "mehrere israelische Aggressionen registriert worden".
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz teilte mit, sie habe als Vergeltungsmaßnahme "eine Ansammlung israelischer Soldaten in der Nähe der Stadt Chiam" im Südlibanon bombardiert. Die israelische Armee äußerte sich noch nicht.
US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erklärt, er hoffe, dass die Hisbollah sich während der Waffenruhe "anständig" verhalte. "Es wird ein großartiger Moment für sie sein, wenn sie das tun", schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Kein Töten mehr. Es muss endlich Frieden geben."
Den Libanon von der Hisbollah zu befreien, darin seien sich die Verhandlungspartner wohl einig, so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates noch vor den Verhandlungen zur Waffenruhe.
14.04.2026 | 2:08 minFeuerpause trat um Mitternacht in Kraft
Die zehntägige Waffenruhe zwischen den verfeindeten Nachbarländern Libanon und Israel war unter Vermittlung Trumps zustande gekommen. Die Feuerpause, die auch die Hisbollah-Miliz einschließt, trat um Mitternacht Ortszeit (Donnerstag 23:00 Uhr MESZ) in Kraft.
Die von Iran unterstützte Hisbollah hatte kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe noch zahlreiche Raketen auf Orte im Norden Israels gefeuert. Drei Menschen wurden nach Angaben von Sanitätern von Raketensplittern verletzt. Israels Armee teilte mit, sie habe daraufhin Raketenabschussrampen der Miliz attackiert. Libanons Regierung ist selbst keine aktive Partei in dem Konflikt.
"Seit 40 Jahren hat es keine direkten Gespräche zwischen der libanesischen und israelischen Regierung gegeben", so Bente Scheller. Die Waffenruhe sei ein guter Auftakt.
17.04.2026 | 4:22 minGuterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf
UN-Generalsekretär António Guterres rief Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die schiitische Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab.
In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei israelischen Angriffen wurden nach libanesischen Angaben bisher fast 2.200 Menschen getötet.