Trotz Iran-Krieg: Inflationsrate fällt im Mai auf 2,6 Prozent

Trotz Iran-Krieg:Inflationsrate fällt im Mai überraschend auf 2,6 Prozent

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Entlastung für Verbraucher: Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai auf 2,6 Prozent gesunken. Das geht aus einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes hervor.

Ein Tankstutzen steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs.

Der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Tankrabatt bremste den Preisauftrieb im Mai.

Quelle: dpa / Sebastian Kahnert

Die Inflation in Deutschland ist im Mai nach Einführung des Tankrabatts gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Im April waren die Verbraucherpreise noch um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen und damit so stark wie seit Januar 2024 nicht. Der Iran-Krieg hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und bremst die Konjunktur aus.

Inflation in Deutschland (insgesamt, Energie, Nahrung)

ZDFheute Infografik

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Tankrabatt bremst Preisauftrieb im Mai

Immerhin dämpfte der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Tankrabatt den Preisauftrieb im Mai: Auf den Liter Diesel und Benzin fallen vom 1. Mai bis 30. Juni rund 17 Cent weniger Energiesteuer an. Im April hatten die Energiepreise in Deutschland noch um gut zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.

"Entscheidend waren der Rückgang der Rohölpreise gegenüber April und der seit Anfang des Monats geltende Tankrabatt", sagt Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Damit hat der Tankrabatt seinen Zweck erfüllt.

Silke Tober, Inflationsexpertin

Die Bundesbank hatte zuletzt geschätzt, dass der Tankrabatt die Inflationsrate im Mai und Juni je um rund einen Viertelprozentpunkt senkt.

Wirtschaftweise senken Prognose

Die Wirtschaft wächst schwächer. In ihrem Frühjahrsgutachten haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose für das BIP von 0,9 auf 0,5 Prozent gesenkt.

27.05.2026 | 1:32 min

Ökonomen rechnen mit höheren Preisen bei Lebensmitteln

Volkswirte erwarten, dass Unternehmen höhere Energie-, Produktions- und Transportkosten nach und nach an Kunden weitergeben und die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen weiter steigen werden. Der Anteil der Firmen, die Preiserhöhungen planen, ist nach Daten des Ifo-Instituts hoch, wenngleich er zuletzt etwas sank.

Für Nahrungsmittel mussten die Menschen in Deutschland im Mai nur 0,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im April waren es noch 1,2 Prozent gewesen. Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich zudem um 3,1 Prozent. Insgesamt ließen die Verbraucherpreise von April auf Mai laut Statistik um 0,2 Prozent nach.

Wirtschaftsweise erwarten drei Prozent Inflation im Jahresschnitt

Je länger der Krieg im Nahen Osten andauert, umso größer die Unsicherheit. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze für die Konjunktur ist. Die sogenannten Wirtschaftsweisen trauen der deutschen Wirtschaft 2026 nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent zu.

Schaltgespräch Neuhann

Die Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für das Jahr von 0,9 auf 0,5 Prozent gesenkt und warnen vor steigenden Sozialabgaben. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann berichtet.

27.05.2026 | 1:11 min

Der Sachverständigenrat erwartet im Jahresschnitt eine Inflationsrate bei 3,0 Prozent. Es könnten aber auch 3,5 Prozent werden, wie das Beratungsgremium der Bundesregierung in seinem Frühjahrsgutachten vorrechnet: Denn angesichts des Kriegs am Golf könnte das Angebot von Rohöl und Flüssigerdgas längere Zeit eingeschränkt sein.

Iran blockiert seit Wochen die Straße von Hormus, durch die Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel des globalen Rohöls und Flüssiggases transportiert. Die Bundesbank rechnet mit einer erhöhten Inflationsrate in den kommenden Monaten.

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