Iran-Krieg: Teheran weist Waffenruhe-Vorschlag zurück

Trump beharrt auf Frist:Staatsmedien: Iran weist Vorschlag für Waffenruhe zurück

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Iran hat einen pakistanischen Vermittlungsversuch, der eine 45-tägige Waffenruhe vorsieht, offenbar zurückgewiesen. US-Präsident Trump hält an seinem Ultimatum fest.

Iran: Teheran: Nach Luftangriffen ist ein Haus in teheran zerstört.

Pakistan soll im Krieg zwischen Iran und den USA einen Vorschlag zur Waffenruhe vorgelegt haben.

06.04.2026 | 1:34 min

Iran hat den Vorschlag für eine Waffenruhe im Krieg mit den USA und Israel laut Staatsmedien zurückgewiesen. Die Islamische Republik strebe eine dauerhafte Beendigung des Krieges an, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag. Teheran habe den USA diese Antwort über Pakistan übermittelt.

Fünf Wochen nach Kriegsbeginn überziehen sich US-Präsident Donald Trump und Iran stattdessen mit gegenseitigen Drohungen und Beleidigungen. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es zuvor geheißen, den Kriegsparteien sei ein Plan für eine 45-tägige Waffenruhe mit Friedensgesprächen vorgelegt worden. Eine Annäherung, insbesondere für die Öffnung der von Iran blockierten Straße von Hormus, schien aber ohnehin weit entfernt.

Trump beharrt auf Frist bis Dienstagabend

Trump hatte Iran am Sonntag eine Frist bis Dienstagabend (2 Uhr MESZ am Mittwoch) gesetzt, um "die verdammte Meerenge" zu öffnen. Er drohte Iran dabei wortgewaltig und beleidigend. Dem "Wall Street Journal" sagte er: "Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen."

Die Karte zeigt die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Oman, den VAE und Iran. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.


Den jüngsten Vorschlag Irans für ein Abkommen wies Trump am Montag als unzureichend zurück und beharrte auf der Frist bis Dienstag. "Sie haben einen Vorschlag gemacht, und es ist ein bedeutsamer Vorschlag", sagte Trump am Rande einer Osterveranstaltung im Weißen Haus. Dies sei zwar ein wichtiger Schritt, reiche jedoch nicht aus. Der Krieg könne sehr schnell enden, wenn die Führung in Teheran die notwendigen Bedingungen erfülle, erklärte der Präsident weiter. Er gehe davon aus, dass Iran in gutem Glauben verhandle.

Israel droht wie Trump, Iran reagiert seinerseits mit Drohungen

Aus Israel folgten zu Wochenbeginn ähnliche Drohungen wie von Trump.

Wir haben die Stahl-Infrastruktur und die petrochemische Industrie schwer getroffen - und heute und an jedem weiteren Tag wird es weitergehen.

Israel Katz, israelischer Verteidigungsminister

Israel werde "die iranische nationale Infrastruktur weiter zerschlagen und das Terrorregime zermürben und zum Einsturz bringen - ebenso wie seine Fähigkeit, Terror voranzutreiben und auf den Staat Israel zu schießen", sagte Verteidigungsminister Israel Katz nach neuen Raketenangriffen Irans auf israelische Städte, darunter die Küstenmetropole Tel Aviv.

Haifa in Israel: Ein Wohnhaus ist nach Raketenangriffen Irans zerstört.

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet in Israel sind am Sonntag zwei Menschen getötet worden.

06.04.2026 | 0:23 min

Iran fordert Sicherheitsgarantien

Iran reagierte seinerseits mit eigenen Drohungen, etwa in Bezug auf die Einschränkung weiterer wichtiger Schifffahrtswege jenseits der Straße von Hormus. Seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die Nachbarländer am Golf setzte Iran derweil auch zu Wochenbeginn fort. Der Leiter der diplomatischen Mission Irans in Kairo, Modschtaba Ferdussi Pur, sagte der Nachrichtenagentur AP am Montag, sein Land werde keine bloße Waffenruhe hinnehmen.

Wir akzeptieren ein Kriegsende nur mit Garantien, dass wir nicht erneut angegriffen werden.

Modschtaba Ferdussi Pur, Leiter der diplomatischen Mission Irans in Kairo

Was die Straße von Hormus angehe, arbeiteten Vertreter des Irans und des Omans an einem Mechanismus zur Verwaltung der strategisch wichtigen Meerenge, erklärte Pur.

15-Punkte-Plan der USA wird diskutiert

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete unter Berufung auf Aussagen von vier US-amerikanischen, israelischen und regionalen Quellen, die von Pakistan vorgeschlagene 45-tägige Waffenruhe sei die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern. Massive US-Angriffe auf die iranische Zivilinfrastruktur hätten Vergeltungsschläge gegen Energie- und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten zur Folge.

SGS Sonnewald

Auffällig: Trumps Wortwahl wird schriller. Was das bedeuten könnte, ordnet ZDF-Korrespondentin Jutta Sonnewald ein.

05.04.2026 | 1:08 min

Bericht: USA und Israel haben Liste von Zielen für massive Bombardierung

Die "Jerusalem Post" berichtete, Israel und die USA hätten eine umfassende Liste strategischer Ziele ausgearbeitet, die angegriffen werden sollten, falls Iran die Anforderungen von Trumps Ultimatum nicht erfülle. Israel favorisiere Angriffe auf den Energiesektor und die nationale Infrastruktur und warte auf "grünes Licht" vonseiten der USA.

Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, Angriffe auf Energieanlagen würden zum "totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch Irans" führen und die Stabilität des iranischen Machtapparats erheblich schwächen.

Israelische Aktivisten bei einer Demonstration gegen den andauernden Krieg mit dem Iran, eine Frau ruft etwas in ein Megafon.

In Tel Aviv haben Hunderte gegen den Iran-Krieg sowie den Einsatz der israelischen Armee im Südlibanon demonstriert. Dabei kam es auch zu Konflikten mit der Polizei.

05.04.2026 | 0:17 min

Israel meldet Angriffe auf Petrochemie-Anlagen in Iran

Israel Katz meldete an diesem Montag, die israelische Armee habe in der Küstenstadt Asalujeh "mit großer Intensität die größte petrochemische Anlage im Iran" angegriffen. Vergangene Woche sei bereits eine zentrale Anlage angegriffen worden.

Nun sind beide Anlagen, die zusammen für rund 85 Prozent der petrochemischen Exporte des Iran verantwortlich sind, außer Betrieb gesetzt und funktionieren nicht mehr.

Israel Katz, israelischer Verteidigungsminister

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in Asalujeh, die als Herz der iranischen Gasindustrie gilt.

Katz teilte zudem mit, er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee den Leiter der Geheimdienstabteilung der iranischen Revolutionsgarden, Generalmajor Madschid Chademi, "ausgeschaltet" habe. Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten. Auch der Iran verkündete den Tod des ranghohen Generals.

Quelle: dpa, AP, Reuters
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 06.04.2026 ab 12 Uhr.

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