Iran-Krise: Straße von Hormus wieder dicht - Keine US-Einigung

Verhandlungen stocken:Hormus-Sperre: Iran weit von einer Einigung mit USA entfernt

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Die USA tun aktuell so, als stünde die Einigung mit Iran kurz bevor. Teheran sieht das anders und blockiert kurzerhand mal wieder die Straße von Hormus. Wie reagiert Washington?

Tanker ankern in der Straße von Hormus vor der Küste der Insel Qeschm.

Die erneute Schließung der Straße von Hormus untergrabe Trumps Glaubwürdigkeit, sagt David Sauer in Washington. Iran zögere mögliche Verhandlungen hinaus, so Phoebe Gaa in Istanbul.

18.04.2026 | 2:49 min

Bei den Friedensverhandlungen zwischen Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen. Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim.

Iran beharrt auf Kontrolle der Straße von Hormus

Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt."Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview.

Kurz zuvor hatte sein Land die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht. Als Grund nannte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA. Die Meerenge unterliege der Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte, hieß es.

Seither geht Iran in der Meerenge militärisch gegen Schiffe vor.

Iran, Qeschm: Tanker ankern in der Straße von Hormuz vor der Küste der Insel Qeschm.

Nur 24 Stunden nach der Ankündigung, die Straße von Hormus werde geöffnet, schließt Iran die Meerenge wieder. Unklar, was das für weitere Verhandlungen bedeutet.

18.04.2026 | 1:52 min

Iran beschießt Handelsschiffe in Straße von Hormus

Wegen mutmaßlichen Beschusses von zwei indisch beflaggten Handelsschiffen bestellte das Außenministerium in Neu-Delhi den iranischen Botschafter ein. Man habe die "tiefe Besorgnis Indiens" über den Vorfall übermittelt.

Wie der indische Sender NDTV unter Berufung auf Quellen berichtete, wurden die Schiffe "Jag Arnav" und "Sanmar Herald" von Kanonenbooten attackiert. Niemand sei verletzt worden, auch sei kein Sachschaden entstanden. Die Schiffe hätten jedoch umkehren müssen.

Iran müsse Schiffen die Fahrt nach Indien durch die Straße von Hormus wieder erleichtern, hieß es. Zuvor hatte der Verfolgungsdienst TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet, iranische Revolutionsgarden hätten in der Meerenge zwei Schiffe gewaltsam zurückgedrängt.

Tanker und Gastanker ankern in der Straße von Hormuz, Samstag, 18. April 2026.

Teheran hat die Straße von Hormus erneut geschlossen – und begründet das mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Nach der Schließung sollen iranische Kräfte ein Schiff beschossen haben.

18.04.2026 | 0:27 min

Betroffen sei unter anderem ein Supertanker gewesen, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiere.

Durch den Iran-Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe haben dagegen die Straße von Hormus durchquert und sind auf dem Weg nach Europa. Darunter sind "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" von TUI Cruises und die "MSC Euribia" der Schweizer Gesellschaft MSC. Sie seien am Samstag im Konvoi durch die Meerenge gefahren, sagte ein MSC-Sprecher. "

Die Durchfahrt erfolgte in enger "Abstimmung mit den zuständigen Behörden", hieß es weiter.

Iran fordert Aufhebung der US-Seeblockade

Das US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die Irans Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Ghalibaf nannte die US-Blockade töricht und ignorant. "Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos eingeschränkt sein", sagte der Parlamentspräsident in dem Interview. Daran bestehe kein Zweifel.

US-Präsident Donald Trump hatte sich öffentlich von Irans Kehrtwende unbeeindruckt gezeigt. Teheran gehe seit Jahren so vor - "damit können sie uns nicht erpressen", hatte er Journalisten im Weißen Haus gesagt. Beide Seiten würden weiter verhandeln. "Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut", sagte der Republikaner. Anfang April hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt.

Rettungskräfte tragen eine Leiche aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes, das am Donnerstag bei israelischen Luftangriffen getroffen wurde

Zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon galt seit Freitagnacht eine Waffenruhe. Doch mittlerweile gibt es wieder Angriffe zwischen beiden Seiten.

18.04.2026 | 1:40 min

Kommt es jetzt zur nächsten Verhandlungsrunde?

Es laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, die planmäßig am Mittwoch auslaufende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen.

Nach unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erneut zusammenkommen.

Am 28. Februar hatten die USA und Israel einen Krieg gegen Iran begonnen. Dieser reagierte mit Raketenbeschuss und attackierte Ziele in Israel und der ganzen Golfregion. Während die vereinbarte Waffenruhe bislang hält, gilt seit Freitag auch im Libanon eine Feuerpause zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Sie läuft am kommenden Wochenende aus.

Libanon, Tyros: Der Libanese Rida Hijazi überprüft sein Haus, das am Donnerstag bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon beschädigt wurde.

Mehr als eine Million Vertriebene – einige kehren in den Südlibanon zurück. Doch die Waffenruhe ist brüchig. Die israelische Armee setzt ihre Angriffe an mehreren Orten fort.

18.04.2026 | 1:55 min

Hisbollah fordert Israels Abzug aus dem Libanon

Die israelische Armee gab am frühen Morgen bekannt, dass am Vortag ein Reservist durch einen Sprengsatz im Süden des Libanon getötet und neun weitere verletzt worden seien. Die Bombe sei nach vorläufiger Untersuchung des Militärs von der Hisbollah in einem von Israels Militär kontrollierten Gebiet platziert worden, berichtete die "Times of Israel".

Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa die heute-Nachrichten am 18.04.2026 ab 19:00 Uhr und das heute journal am 18.04.2026 ab 23:00 Uhr.

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