Hisbollah lehnt Bedingungen zu Waffenruhe mit Israel ab

Nach Israel-Libanon-Gesprächen:Hisbollah lehnt Bedingungen zu Waffenruhe mit Israel ab

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Israel und Libanon haben sich laut US-Außenministerium auf die Umsetzung einer Waffenruhe verständigt. Doch die Hisbollah-Miliz lehnt die Bedingungen dafür ab.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Israel, Mike Huckabee (l) wird begleitet vom zweiten von links: Der Stabschef des Außenministeriums, Dan Holler senior, der Berater des Außenministeriums und Direktor des Büros für Politikplanung, Michael A. Needham, und der Botschafter der Vereinigten Staaten im Libanon, Michel Issa, bei einem Treffen mit dem israelischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, und der libanesischen Botschafterin in den Vereinigten Staaten, Nada Hamadeh, im Außenministerium.

Israel und der Libanon hatten vereinbart, die bislang brüchige Waffenruhe umzusetzen. Dafür sollte die Hisbollah alle Angriffe einstellen und sich aus dem südlichen Libanon zurückziehen.

04.06.2026 | 0:24 min

Die Hisbollah-Miliz im Libanon lehnt auch die neue Vereinbarung zur Umsetzung einer Waffenruhe mit Israel ab. Hisbollah-Chef Naim Kassim forderte eine "umfassende Waffenruhe" für den Libanon und den Rückzug der israelischen Soldaten.

Kassim lehnte vor allem Forderungen nach einer Entwaffnung der von Iran unterstützten Miliz ab. Eine Auslegung der Waffenruhe, wonach die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während die israelischen Angriffe andauerten, käme einer "Kapitulation" gleich.

Im aktuellen Konflikt stehen sich Israel und die Schiiten-Miliz gegenüber. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei - und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah.

Rauch steigt auf nach einem Angriff Israels im Südlibanon.

Trotz einer mehrfach verlängerten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gehen die gegenseitigen Angriffe weiter. (3. Juni 2026)

Quelle: AFP

Hisbollah: Waffenruhe muss umfassend sein

Kassim betonte, die Hisbollah habe niemandem zugesagt, auf "Widerstand oder Vergeltung" zu verzichten. Solange die Angriffe anhielten, werde die Organisation ihre militärischen Aktionen fortsetzen.

Die Hisbollah, die bereits die vorherigen Waffenruhen mit Israel abgelehnt hatte, forderte die Regierung in Beirut auf, die "Farce und Demütigung" der sogenannten direkten Verhandlungen mit Israel zu beenden. Kassim betonte: "Solange unsere Dörfer unsicher sind - bombardiert, zerstört werden und unsere Leute getötet -, werden die Siedlungen (in Nordisrael) unsicher sein."

Eine Waffenruhe muss umfassend sein (...), ohne die Freiheit zu töten für den israelischen Feind.

Naim Kassem, Hisbollah-Chef

Vereinbarung sieht Entwaffnung und Rückzug der Hisbollah vor

Israel und die libanesische Regierung hatten sich am Mittwoch bei Gesprächen in Washington auf die "Umsetzung einer Waffenruhe" geeinigt. Es sollten dabei bestimmte "Testgebiete" unter "exklusiver Kontrolle" der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Beide schränkten ein, dass die Umsetzung aber von der Einstellung der Angriffe der Hisbollah abhänge. Am Donnerstag gab es erneut auch israelische Drohnenangriffe im Süden des Landes.

Vorgesehen ist der Vereinbarung zufolge unter anderem, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel vollständig einstellt und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses, die zum Teil bis zu 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegen, zurückzieht.

SGS Slomka Ferber Reichart Libanon

Die deutsche Entwicklungsministerin musste ihre Libanon-Reise wegen der Ankündigung israelischer Angriffe abbrechen. Dorthe Ferber und Thomas Reichart vom ZDF ordnen die Lage ein.

01.06.2026 | 4:10 min

Im Südlibanon sollen sogenannte Pilot- bzw. Sicherheitszonen eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle ausüben. Libanons Armee soll damit schrittweise die Verantwortung für die Sicherheitslage dort übernehmen.

Ein Abzug der israelischen Truppen wurde nicht explizit erwähnt. Die Hisbollah sieht einen Abzug und die Einstellung der Angriffe als Voraussetzung für weitere Schritte ihrerseits. Israel hingegen will mit seinen Angriffen vor allem die Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Die Miliz hat bisher nie selbst einer Entwaffnung zugestimmt.

Waffenruhe bereits in der Vergangenheit brüchig

Bereits Mitte April wurde erstmals eine Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel verkündet. Trotz mehrmaliger Verlängerungen hat sie bisher kaum Wirkung gezeigt. Der Krieg ging fast unvermindert weiter. Beide Seiten griffen sich täglich weiter an. Insbesondere im Libanon kam es dabei zu Toten. Mehr als 3.500 Menschen wurden im Libanon nach Behördenangaben bisher getötet.

Bei den Verhandlungen mit den USA über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs fordert Teheran auch ein Ende des Libanon-Konflikts. Die Hisbollah ist nicht Teil der israelisch-libanesischen Gespräche.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus.

Donald Trumps Deal mit dem iranischen Regime steht weiter aus. Auch der Angriff zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon geht unvermindert weiter.

03.06.2026 | 2:13 min

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete unter anderem das ZDF-Mittagsmagazin am 02.06.2026 ab 12 Uhr und ZDFheute Xpress am 04.06.2026 um 10:20 Uhr.

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