Angriffe zwischen Hisbollah und Israel:Libanon meldet fast 1.500 Tote innerhalb von fünf Wochen
Fast 1.500 Menschen sind im Libanon seit Beginn der neuen Eskalation getötet worden. Der Zivilschutz und Ärzte berichten von Angriffen auf Rettungskräfte und zivile Infrastruktur.
Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah gehen weiter. Die Folgen treffen vor allem die Zivilbevölkerung: Hunderttausende stehen zwischen den Fronten und sind auf der Flucht.
06.04.2026 | 2:50 minIm Libanon sind durch israelische Angriffe seit Ausbruch der jüngsten Eskalation vor fünf Wochen fast 1.500 Menschen getötet worden. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass seit dem 2. März 1.497 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien. 4.639 Personen seien verletzt worden.
Die proiranische Hisbollah im Libanon und das israelische Militär beschießen sich gegenseitig. Israelische Truppen sind auch in den Südlibanon vorgerückt.
Fünf große Brücken habe die israelische Armee in den vergangenen Tagen zerstört, berichtet ZDF-Korrespondentin Golineh Atai aus der Nähe von Tyros im Libanon. "Das Ziel: den Norden des Landes vom Süden abzutrennen."
"Das ist jetzt der zweite Krieg, den die Hisbollah allein angefangen hat, gegen den Willen der Mehrheit hier im Land", berichtet ZDF Korrespondentin Golineh Atai aus dem Libanon.
06.04.2026 | 1:34 minUN-Mission ruft zur Deeskalation auf
Die UN-Beobachtermission Unifil zeigte sich jüngst besorgt über die Entwicklungen im Grenzgebiet. Sowohl Kämpfer der Hisbollah als auch israelische Soldaten hätten Geschosse und Schüsse in der Nähe von UN-Positionen abgefeuert. Mehrere Blauhelmsoldaten wurden getötet und verletzt.
Die Präsenz von "Kriegsteilnehmern" in der Nähe von Unterkünften und Arbeitsplätzen der UN-Mission sei riskant, da diese Orte zu Zielen werden könnten. Unifil rief beide Seiten zur Deeskalation auf.
Kinder zahlen den höchsten Preis in Kriegen - das sagt Unicef. Und schätzt: Mindestens 370.000 Kinder sind allein im Libanon auf der Flucht. Und ein Kriegsende ist nicht in Sicht.
04.04.2026 | 2:25 minKrankenwagen und Sanitäter von Angriffen getroffen
Auch Krankenwagen, Feuerwehrautos und Sanitäter seien zuletzt von Angriffen getroffen worden, sagt Ali Safieddine, Leiter des libanesischen Zivilschutzes, im ZDF. "Ich kann nicht mehr zählen, wie viele Einschläge wir hier hatten." Israel wirft der Hisbollah vor, in Krankenwagen Waffen zu transportieren.
Im Südlibanon ist jüngst ein Blauhelmsoldat der UN-Friedenstruppen durch ein Geschoss getötet und ein weiterer verletzt worden.
30.03.2026 | 0:30 minDr. Ibrahim Faraj aus dem libanesisch-italienischen Krankenhaus in Tyros berichtet: "Wir sind nicht mehr viele Ärzte hier. Und wir können die Patienten nicht einfach verlassen. Die können nicht weg, die haben kein Geld, um rausfahren zu können."
Israel: 6.000 Geschosse aus dem Libanon abgefeuert
Nach Angaben des israelischen Militärs wurden seit Beginn der aktuellen Auseinandersetzungen mehr als 6.000 Geschosse aus dem Libanon auf Israel abgefeuert. Etwa die Hälfte dieser Angriffe stamme von Kämpfern der Hisbollah südlich des Flusses Litani, sagte ein Armeesprecher. Eigentlich sollte die Hisbollah sich nach dem vergangenen Krieg bis hinter den Litani-Fluss - etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt - zurückziehen.
Die israelische Armee wirft der libanesischen Regierung Versagen bei der Entwaffnung der Hisbollah vor. Die neuesten Erkenntnisse seien ein weiterer Beweis dafür. Nach israelischen Angaben sollen unter den Toten Hunderte Hisbollah-Mitglieder sein.
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