Bei dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok hat Putin erneut Gerüchte über eine Mobilisierung in Russland für die Zeit nach der Wahl zurückgewiesen. "Es gibt derzeit kein Szenario, das eine Mobilisierung erfordern würde", versicherte er. Putin sprach von einer Desinformationskampagne des Gegners im Vorfeld der vom 18. bis 20. September angesetzten Duma-Wahl, mit dem Ziel, das Ergebnis zu beeinflussen und die Lage in Russland zu destabilisieren.
Der ukrainische Präsident Woloymyr Selenskyj hatte dem Kremlchef in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, eine großangelegte Mobilisierung im Herbst zu planen. In Russland meldeten sich Leute freiwillig und unterschrieben Verträge für den russischen Angriffskrieg, behauptete Putin.
Dagegen berichten Menschenrechtler von massivem Druck auf Männer, solche Verträge zu unterschreiben. So würden Universitäten teils Studenten erpressen und Unternehmen Mitarbeiter zu Fronteinsätzen drängen. Medien berichteten auch über Fälle, in denen die Polizei Männern etwa Drogen unterschiebt und sie dann unter Androhung eines Strafverfahrens zu Unterschriften unter den Verträgen zwingt. Bekannt geworden sind zudem Fälle, in denen Personalfirmen Arbeitssuchenden Verträge ausstellen, die sich erst bei näherem Hinsehen als Verpflichtung zum Kriegseinsatz entpuppen.