Zivile Nutzung:USA schließen Atomabkommen mit Saudi-Arabien
Die Trump-Regierung will Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen - ein entsprechendes Abkommen wurde nun unterzeichnet. Im Kongress könnte es Widerstand geben.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Weißen Haus 2025 (Archivbild).
Quelle: AFPDie Regierung von US-Präsident Donald Trump will Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Die Energieminister beider Länder, Chris Wright und Abdulasis bin Salman, unterzeichneten in Washington ein entsprechendes Abkommen, wie das US-Energieministerium mitteilte. Den genauen Inhalt veröffentlichte das Ministerium zunächst nicht.
Zudem wurde den Angaben zufolge ein Abkommen zu flankierenden Sicherheitskontrollen unterzeichnet. So soll eine rechtliche Grundlage für eine jahrzehntelange Partnerschaft gelegt werden.
Die USA wollen wirtschaftlich profitieren: Sie wollen Nukleartechnologie exportieren, das soll US-Jobs schaffen. Für Saudi-Arabien soll das Abkommen laut der US-Mitteilung dazu beitragen, den Energiebedarf im Land zu decken.
Mit besonderen Visionen, aber auch mit brutalen Methoden verändert Mohammed bin Salman als Herrscher von Saudi-Arabien das Land. Mit seiner Macht über das Öl spielt er in der Weltpolitik mit.
12.02.2025 | 44:03 minUS-Parlament muss noch zustimmen
US-Energieminister Wright betonte, dass das Abkommen höchste Standards erfülle und auch beinhalte, dass keine Atomwaffen verbreitet werden. Die Vereinbarung wird dem US-Parlament zur Prüfung vorgelegt - dort könnte es Widerstand geben.
Viele Abgeordnete lehnen eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab - noch dazu im laufenden Krieg der USA mit Saudi-Arabiens langjährigem Rivalen Iran. Zudem war zunächst unter anderem offen, in welchem Maß internationale Inspektoren Zugang zu den Standorten bekommen könnten, um militärischen Missbrauch zu verhindern.
Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Eine Seeblockade würde die Ölexporte Saudi-Arabiens erheblich behindern.
21.07.2026 | 0:22 min"Wall Street Journal" berichtete zuvor über Abkommen
Das "Wall Street Journal" hatte bereits zuvor unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtet, dass Trump ein Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt habe. In dem Bericht war auch davon die Rede, dass die Vereinbarung möglicherweise den Weg für eine Urananreicherung auf saudischem Gebiet ebnen könnte.
Die milliardenschwere Vereinbarung sollte demnach eine Laufzeit von 30 Jahren haben, US-Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der saudischen Atominfrastruktur sichern und andere ausländische Konkurrenten ausschließen.
Eine zentrale Regelung sieht dem Bericht zufolge vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen, sofern eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie zu dem Schluss kommt, dass ein solcher Schritt gerechtfertigt ist. Ob die Vereinbarung eine solche Regelung tatsächlich enthält, war zunächst unklar.
Kanzler Merz besuchte im Februar Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Es geht um Rüstungskooperation und Energieversorgung. Eine Wirtschaftsdelegation begleitete Merz.
04.02.2026 | 1:50 minGespräche auch mit China und Russland
Saudi-Arabien ist neben Iran der größte Energiekonsument in der Region. Das Königreich hat kein bekanntes Atomwaffenprogramm, treibt die Nutzung von Atomkraft unter dem Kronprinzen und faktischen Herrscher Mohammed bin Salman aber seit Jahren voran. Das Land führte dabei neben den USA auch mit China und Russland entsprechende Gespräche.
Die Trump-Regierung dürfte darauf hoffen, deren Einfluss durch die Atom-Einigung mit Riad zurückzudrängen. Wright führte bei einer Reise nach Saudi-Arabien schon vergangenes Jahr Gespräche über einen solchen Deal, der auch Thema beim Treffen von Kronprinz Mohammed mit Trump im November in Washington war.
Saudi-Arabien hat den Atomwaffensperrvertrag (NPT) unterzeichnet, der die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen verbietet. Das Land hat auch eine umfassende Vereinbarung mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA geschlossen, die unter anderem mit Inspektionen den Bau von Atomwaffen verhindern soll.
Riad hat bisher aber kein sogenanntes Zusatzprotokoll mit der IAEA geschlossen, mit dem die Behörde im Land auch nach Spuren geheimer Aktivitäten suchen könnte.
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