Kryptowährungen in den USA:Bitcoin und Co.: Trumps Kurs zwischen Boom und Kritik
von Dennis Berger und Patrick Käseberg
US-Präsident Trump hat versprochen, aus den USA eine "Bitcoin-Supermacht" zu machen. Hat er sein Versprechen gehalten? Wer von den neuen Gesetzen vor allem profitiert.
US-Präsident Donald Trump will Krypto-Präsident sein. Dazu hat er Gesetze erlassen. Wer davon profitiert, und wo die Risiken liegen.
30.07.2026 | 0:48 minFrüher war Donald Trump Krypto-Skeptiker. Doch in seinem zweiten Präsidentschaftswahlkampf erhielt er große finanzielle Unterstützung aus der Kryptoindustrie - und wandelte sich zum Befürworter. Kritiker werfen dem jetzigen US-Präsidenten vor, er habe sich im Gegenzug seinen Sponsoren als Krypto-Präsident angeboten: Er werde das virtuelle Geld in den USA stark machen. Was hat er bis jetzt erreicht?
Krypto-Anhänger wird Chef der Börsenaufsicht
Zu Donald Trumps ersten Amtshandlungen seiner zweiten Präsidentschaft zählte im April 2025 die Ernennung des Geschäftsmannes und Anwalts Paul Atkins zum Chef der US-Börsenaufsicht SEC. Atkins gilt als Krypto-Fan.
Donald Trump hat 2025 rund 1,2 Milliarden Dollar mit Krypto-Geschäften verdient. Seine Regierung hatte den Handel mit Digitalwährungen vorangetrieben und Auflagen gelockert.
01.07.2026 | 0:23 minTrump pusht außerdem Gesetze, die den Krypto-Handel erleichtern. Die Regierung Trump präsentiere sich als verlängerter Arm der Kryptoindustrie, sagt dazu der Blockchain-Experte Co-Pierre Georg von der Frankfurt School of Finance and Management.
Am 6. März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump die Anordnung zum Start einer nationalen Bitcoin-Reserve, mit der er die nationale Wirtschaft stärken wollte. Anhänger des virtuellen Geldes setzten große Hoffnung in diese Reserve.
In Krisenzeiten könne man Bitcoin gegen Dollar tauschen, so die Idee. Die Reserve existiert zwar, doch sie speist sich bisher hauptsächlich aus bei Strafverfolgungsmaßnahmen beschlagnahmten Bitcoins, nicht aus freien Marktkäufen. Laut Bitcoinfoundation.org umfasst die Reserve mehr als 320.000 Bitcoins im Wert von rund 20 Milliarden Dollar.
Stablecoins als stabile Kryptowährung
Was unter Trumps Regierung schnell wächst: Stablecoins. Anders als Bitcoin sollen sie stabil im Wert bleiben und daher als digitales Zahlungsmittel gut einlösbar sein. Meist koppeln sie sich an den US-Dollar: Ein Stablecoin entspricht in der Regel also etwa einem Dollar. Man kann sie rund um die Uhr und weltweit in kurzer Zeit verschicken.
Auf Drängen Trumps beschloss der US-Kongress mit dem Genius Act 2025 erstmals einen umfassenden Rechtsrahmen für Stablecoins. Der Wert aller Stablecoins weltweit liegt bei mehr als 300 Milliarden Dollar.
"Wenn man nur die Handelsvolumina in den Blick nimmt, sind die USA weltweit kryptoführend, insbesondere im Bereich der Stablecoins", sagt Roland Broemel, Professor für Finanzmarktregulierung am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt.
Kryptowährungen wie Bitcoin gelten als leicht zugängliche Anlageform. Doch wie funktionieren sie und welche Risiken bestehen? Philipp Frohn, Redakteur der WirtschaftsWoche, im Gespräch.
05.01.2026 | 6:31 minRechtsklarheit schaffen
Der zweite wichtige Rechtsrahmen: der Clarity Act. Er zählt für die Branche zu den wichtigsten Gesetzesvorhaben. Er soll US-weit Klarheit schaffen, welche Kryptoassets als Rohstoff und welche als Wertpapier eingestuft werden. Davon hängt ab, welche Regulierungsbehörde zuständig ist: Bei Rohstoffen die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), bei Wertpapieren die SEC.
Unter der Präsidentschaft von Joe Biden und dem damaligen SEC-Chef und Krypto-Gegner Gary Gensler ging die SEC gegen zahlreiche Kryptounternehmen vor und wandte bestehende Wertpapierregeln auf bestimmte Token, Angebote und Plattformen an.
Immobilien, Lizenzen, Netzwerke: "Die Spur des Geldes" untersucht die Ursprünge des Systems rund um Trump und fragt, ob Geschäftsstrategien und politische Macht miteinander verwoben sind.
10.03.2026 | 37:55 minTrump: Regulierer und Investor in einer Person
US-Präsident Trump drängt den Senat nun, den Clarity Act zu verabschieden und so Rechtssicherheit im Umgang mit digitalen Werten zu schaffen. Allerdings fehlt noch eine Einigung in einem zentralen Punkt des Gesetzes: Gewählten Amtsträgern, wie dem Präsidenten, und deren Familien soll es verboten sein, sich persönlich in der Kryptoindustrie zu engagieren. Doch genau das machen Trump und seine Familie.
Schon unter US-Präsident Joe Biden gewann der Kryptohandel an Fahrt: Im Jahr 2024 genehmigte die US-amerikanische Börsenaufsicht die ersten Spot-ETFs für die Kryptowährungen Bitcoin und Ether. Spot-ETFs sind Investmentfonds, die den aktuellen Marktpreis abbilden. Das trieb die Nachfrage nach Kryptowährungen an.
Seitdem bieten US-Banken verstärkt Kryptowährungen an, Pensionsfonds investieren über ETFs in Bitcoin. Laut der Großbank Morgan Stanley überstieg das verwaltete Vermögen von Krypto-ETFs 2025 die Marke von 200 Milliarden Dollar.
Trumps Einkommensberichte zeigen, dass er im Jahr 2025 1,2 Milliarden Dollar mit Kryptowährungen verdiente und Bitcoin im Wert von 100 Millionen Dollar besitzt. Seine Familie erzielte allein mit dem Meme-Coin $TRUMP 635 Millionen Dollar an Lizenzgebühren beziehungsweise Einnahmen. Meme-Coins sind hoch spekulative Kryptowährungen, deren Wert auf Internet-Trends, Witzen oder bekannten Persönlichkeiten wie US-Präsident Trump beruht.
Donald Trump und seine Familie stehen in der Korruptionskritik wegen eines Gala-Dinners für Investoren, einer Maschine aus Katar und einem eigenen Online-Shop für Merchandise.
28.05.2025 | 11:39 minDoch das ist noch nicht alles. World Liberty Financial, das Trump auch mit seinen Söhnen gründete, bietet unter anderem einen Stablecoin an. Mit dem Stablecoin der World Liberty Financial habe US-Präsident Trump "mehr als 500 Millionen US Dollar Gewinn gemacht", kritisiert Blockchain-Experte Georg. Für ihn grenzen die Kryptoaktivitäten der Trumps an Korruption.
Dennis Berger ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
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