Bitcoins gerettet: Hacker knackt verlorene Wallets

Krypto-Retter Joe Grand:Warum ein Hacker Bitcoin rettet, aber selbst keine besitzt

von Benjamin Arcioli und Krissi Kowsky

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Für manche Menschen ist Hacker Joe Grand die letzte Rettung: Wenn ihnen der Zugriff auf ein Krypto-Wallet verloren gegangen ist.

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Geschichten von Menschen, die den Zugang zu ihrem Kryptogeld verlieren, gibt es viele. Dass man bei der digitalen Währung selbst für die Verwahrung des Vermögens verantwortlich ist und keine Bank dazwischen steht, finden viele Kryptofans toll.

Bis zu 3,7 Millionen Bitcoin sollen unzugänglich sein

Hardware-Wallets, oft kaum größer als ein USB-Stick, sollen Sicherheit bieten. Doch wer seine Zugangsdaten verliert, steht allein da. Es gibt keinen Kundendienst. Und die Folgen sind drastisch: So sind etwa von den maximal 21 Millionen Bitcoin, die es als feste Obergrenze geben wird, Schätzungen zufolge zwischen 2,3 und 3,7 Millionen Bitcoin dauerhaft unzugänglich.

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Die Ursachen reichen von vergessenen Passwörtern über verlorene Geräte bis zu Hacks oder Todesfällen, bei denen niemand mehr die Zugangsdaten kennt. Selbst wer alles richtig macht, ist nicht vor Hardware-Defekten oder Sabotage geschützt.

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Krypto-Wallets im Auftrag von Kunden hacken

Ist der Zugang zum Kryptogeld versperrt, ist er oft die letzte Hoffnung: Joe Grand. Der US-amerikanische Hardware-Hacker - in der Szene bekannt als "Kingpin" - zerlegt Geräte, analysiert Chips, baut Schaltungen nach und rekonstruiert digitale Schlüssel, die andere längst abgeschrieben haben.

Grand entdeckte seine Leidenschaft früh: Er begann bereits im Alter von sieben Jahren, sich für Computer und Elektronik zu interessieren und entwickelte eine Leidenschaft dafür, Systeme zu verstehen - und zu manipulieren. Inzwischen hat er es zu seinem Job gemacht, im Auftrag seiner Kundschaft deren Krypto-Wallets zu hacken.

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FAQ

Nicht alle Fälle enden erfolgreich

Heute führt er ein eigenes Labor in Portland und veröffentlicht spektakuläre Fälle auf YouTube. Millionen Menschen schauen zu, wenn Grand winzige Chips freilegt, chemische Schichten ablöst oder beschädigte Platinen repariert.

Mir geht es darum, ein interessantes technisches Problem zu lösen und der Nebeneffekt ist, dass ich Menschen helfen kann.

Joe Grand, Hacker für Krypto-Wallets

Dass seine Fähigkeiten gefragt sind, zeigte etwa ein Fall aus dem Jahr 2022: Grand rettete Bitcoin im Wert von rund zwei Millionen US-Dollar aus einer defekten Hardware-Wallet. 2024 gelang ihm die Wiederherstellung eines Passworts, mit dem ein Nutzer seit 2013 Kryptowährungen im Wert von rund drei Millionen Dollar gesichert hatte.

Viele andere Fälle enden dagegen erfolglos. Oft, weil Geräte vollständig gelöscht oder zu stark beschädigt sind.

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Bezahlung nur in US-Dollar, nie in Bitcoin

Das Skurrile: Grand rettet Schätze, die er selbst gar nicht haben will. Denn Grand besitzt keine eigenen Kryptowährungen. "Kryptowährung - allein schon zu wissen, wie man sie verwendet, ist kompliziert. Zu wissen, wie man seine Wallet sicher aufbewahrt, ist kompliziert, und es führt einfach zu so vielen weiteren Problemen, dass meiner Meinung nach die positiven Vorteile in den Hintergrund treten", sagt er. Deshalb lässt er sich seine Provision in Form von einem prozentualen Anteil am geretteten Kryptowert immer sofort in US-Dollar auszahlen.

Besonders deutlich wird das Risiko bei der sogenannten Selbstverwahrung. Hot Wallets, die mit dem Internet verbunden sind, sind komfortabel, aber anfällig für Angriffe. Cold Wallets wie Hardware-Sticks gelten als sicherer, können aber physisch beschädigt werden oder verloren gehen. Beide Systeme verlangen ein hohes Maß an Eigenverantwortung und sind fehleranfällig.

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Freiheit mit Risiko behaftet

In der WISO-Doku "Die Welt in Geld - Kryptowährungen" erklärt Grand beim Blick auf ein beschädigtes Gerät, er fühle sich "wie ein Chirurg", der alles gebe - doch nicht jede Operation gelinge.

Seine Arbeit zeigt damit auch: Die Freiheit der Selbstverwahrung ist zugleich ihr größtes Risiko. Wer die Kontrolle über seine Wallet behält, hat maximale Unabhängigkeit. Doch wer sie verliert, verliert alles.

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Über dieses Thema berichtet die WISO-Dokumentation "Die Welt in Geld - Kryptowährungen", online verfügbar am 29.12.2025 um 19:25 Uhr, im ZDF am 05.01.2026 um 19:25 Uhr.

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