Wettbewerbsstrafe für Google:Trump: EU wird für Google-Strafe "sehr hohen Preis zahlen"
US-Präsident Donald Trump hat der EU mit höheren Zöllen gedroht. Hintergrund ist die Rekordstrafe, die die Europäische Union wegen unfairen Wettbewerbs gegen Google verhängt hat.
US-Präsident Donald Trump droht der EU mit "erheblichen Zöllen".
Quelle: APNach der milliardenschweren EU-Strafe gegen Google hat US-Präsident Donald Trump "einen erheblichen Zoll" auf Einfuhren aus der Europäischen Union angedroht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er:
Die Europäische Union wird für dieses illegale und höchst unethische Verhalten, vor dem ich sie wiederholt gewarnt habe, einen sehr hohen Preis zahlen.
Donald Trump, US-Präsident
Zugleich betonte er, dass zunächst eine Untersuchung eingeleitet werde, um damit eine "Abzocke amerikanischer Unternehmen und damit der amerikanischen Steuerzahler" näher zu beleuchten. Trump schrieb weiter, den Europäern werde "so bald wie möglich ein erheblicher Zoll auferlegt".
Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission soll der US-Konzern Google 890 Millionen Euro Strafe zahlen. Anlass sind Verstöße gegen das EU-Gesetz über digitale Märkte.
23.07.2026 | 2:57 minTrump beruft sich offenbar auf Handelsgesetz der USA
Trump dürfte sich damit auf den Paragrafen 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 berufen. Dieser räumt der Regierung der USA die Möglichkeit ein, bei nachweislich "ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden" Handelspraktiken aktiv zu werden und etwa Zölle zu erheben.
Voraussetzung dafür ist, dass zuvor Untersuchungen durchgeführt, Kommentare eingeholt und Anhörungen abgehalten wurden.
Wegen unzulässiger Wettbewerbspraktiken soll Google eine Millionenstrafe zahlen. Das Urteil der EU-Kommission sei mild, aber zwingend nötig, so KI-Expertin Miriam Meckel.
23.07.2026 | 4:52 minDer US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte am Donnerstagabend auch auf Basis von Paragraf 301 gegen rund 60 Handelspartner wegen angeblich unzureichender Maßnahmen gegen Zwangsarbeit neue Zölle verhängt.
EU verhängte Rekordstrafe gegen Google
Am Donnerstag hatte die EU-Kommission gegen den US-Konzern eine Strafe von 890 Millionen Euro (eine Mrd. US-Dollar) wegen unfairer Geschäftspraktiken verhängt. Google habe mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt, hieß es zur Begründung.
Konkret wirft die Brüsseler Behörde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen - etwa eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM - prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission.
Schon bevor die EU die Strafe verhängt hatte, gab es Sorgen vor der Reaktion Trumps auf die Strafe.
Die EU-Kommission hat das Verhängen der Strafe gegen Google immer wieder aufgeschoben. Es bestehe Sorge, dass US-Präsident Trump "zurückschlägt", so ZDF-Korrespondent Röller.
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