EU verhängt Strafe gegen Google:Expertin: Verbraucher müssen auch online Wahlfreiheit haben
Auch im Netz sollte es Nutzern möglich sein, das beste Produkt auszuwählen, sagt Kommunikationsexpertin Miriam Meckel. Sie begrüßt die Strafe, die die EU gegen Google verhängt hat.
Wegen unzulässiger Wettbewerbspraktiken soll Google eine Millionenstrafe zahlen. Das Urteil der EU-Kommission sei mild, aber zwingend nötig, so KI-Expertin Miriam Meckel.
23.07.2026 | 4:52 min890 Millionen Euro - so hoch ist die Strafe, die Google zahlen muss, weil der Konzern nach Auffassung der Europäischen Kommission Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt. Dabei geht es sowohl um die Suchmaschine als auch um den App-Marktplatz Google Play.
Die Europäische Union wirft dem Unternehmen vor, eigene Angebote bei der Suche - etwa nach Sportergebnissen oder Hotels - stärker in den Vordergrund zu stellen. Neben der Strafzahlung verlangen die Brüsseler Wettbewerbshüter daher auch, dass Google seine Angebote anpasst.
"Monopolartige Strukturen" nicht hinnehmen
"Wenn ich in einen Laden gehe und einen Staubsauger kaufen möchte und dann sagt der Verkäufer zu mir 'Sie müssen diesen Teppich und diesen Mülleimer mitdazunehmen', würde ich mich auch wundern", vergleicht Miriam Meckel das Vorgehen Googles im heute journal. Die Professorin für Kommunikationsmanagement kritisiert ebenfalls, dass Google Nutzern häufig keine Wahlfreiheit lässt. Auch online sollten sie die Möglichkeit haben, das für sie beste Produkt zu wählen.
Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission soll der US-Konzern Google 890 Millionen Euro Strafe zahlen. Anlass sind Verstöße gegen das EU-Gesetz über digitale Märkte.
23.07.2026 | 2:57 minSie begrüßt daher die Entscheidung der EU. Schließlich werde auch im nicht-digitalen Markt nicht akzeptiert, "dass wir monopolartige Strukturen haben und dort Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Anbieter reduziert werden, wo sie alles kaufen müssen, egal wie die Preisbildung ist." Umso wichtiger sei jedoch, dass die EU das Gesetz nun auch durchsetze.
Meckel: Trump versteht nur eine Sprache
Die US-Regierung um Donald Trump kritisiert die Milliardenstrafe gegen Google als Quelle für Handelsunsicherheit. Die EU behaupte zwar oft, sie strebe nach Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen. "Diese Maßnahmen schaffen jedoch massive Unsicherheit für US-Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Europa", sagt der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer laut einer Mitteilung.
Kommunikationsexpertin Meckel sieht darin jedoch keinen Grund, von der Strafe Abstand zu nehmen. "Man muss sehen, dass Donald Trump eigentlich nur eine Sprache versteht - das ist die der Stärke", so Meckel. Sie wirbt dafür, davor nicht zurückzuschrecken:
Wenn man sich mit den eigenen Gesetzen wie ein Bettvorleger verhält, dann darf man sich nicht wundern, wenn über einen hinweggesprungen wird.
Miriam Meckel
Jetzt komme es darauf an, ob Google die geforderten Anpassungen auch vornehme, sagt Meckel. Das sollte die EU durchsetzen können, wenn sie glaubwürdig bleiben wolle.
Das Interview führte Dunja Hayali, zusammengefasst hat es Marie Ahlers.
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