Google muss 890 Millionen Euro Strafe wegen EU-Verstoß zahlen

Vorwurf der Wettbewerbsverstöße:EU-Kommission verhängt 890-Millionen-Strafe gegen Google

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Die EU-Kommission wirft dem US-Techriesen Google Wettbewerbsverstöße vor und verhängt eine Millionenstrafe. Die Entscheidung könnte zu Spannungen mit US-Präsident Trump führen.

April 10, 2019: Google Headquarters in Mountain View.

Die EU-Kommission wird eine Strafe gegen Google verhängen. Dem US-Tech-Giganten wird vorgeworfen, seine Marktmacht missbraucht zu haben.

23.07.2026 | 0:27 min

Die EU verhängt gegen Google wegen unfairer Geschäftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. Der US-Konzern hat nach Ansicht der Europäischen Kommission mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt.

Konkret wirft die Brüsseler Behörde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen - etwa eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM - prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission.

Zudem hindere der Online-Riese App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben - also etwa auf einen besseren Preis in einem anderen App-Store zu verweisen.

ZDF-Korrespondent Roeller ist zu sehen.

Die EU-Kommission hat das Verhängen der Strafe gegen Google immer wieder aufgeschoben. Es bestehe Sorge, dass US-Präsident Trump "zurückschlägt", so ZDF-Korrespondent Röller.

23.07.2026 | 1:11 min

Konflikt mit Trump?

Mit der Strafe riskiert die EU-Kommission erneute Spannungen mit Washington. US-Präsident Donald Trump hatte die Digitalgesetze der Union in der Vergangenheit scharf kritisiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Nach einer Milliardenstrafe im September 2025 gegen Google wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln im Werbegeschäft drohte Trump sogar mit Zöllen. Der US-Präsident hatte die Entscheidung als nächsten Schlag gegen "ein großartiges amerikanisches Unternehmen" beklagt. Er werde sich gezwungen sehen, ein Verfahren für neue Zölle einzuleiten, wenn US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten würden, schrieb Trump damals.

Besonders brisant ist daher auch der Zeitpunkt der verhängten Strafe. Denn an diesem Freitag endet der zeitliche Rahmen für die von den USA erhobenen Einfuhrzölle. Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Zölle zu verhängen.

ARCHIV - 01.04.2022, Luxemburg: Das Foto zeigt ein Schild mit der Aufschrift «Cour de Justice de l'Union Européene» vor einem Gebäude des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg.

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechtmäßigkeit einer Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission für Google bestätigt. Der Konzern muss nun 4,1 Milliarden Euro Strafe zahlen.

02.07.2026 | 1:37 min

Google: Entscheidung macht Dienste kaputt

Der US-Konzern kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal täglich genutzte Dienste kaputt. "Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europäer schätzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeit von Hotels, Flügen und Restaurants", teilte Google mit.

Bei Google Play müssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. "Regulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen", hieß es weiter.

EU-Kommission verlangt Änderungen

Neben der Strafzahlung verlangen die Brüsseler Wettbewerbshüter auch, dass Google seine Angebote anpasst. Zum einen müssten in den Suchergebnissen Drittanbieter-Dienste künftig fair und ohne Diskriminierung im Vergleich zu Googles Angeboten erscheinen. Die EU-Kommission begrüßte gleichzeitig, dass Google Änderungen an der Darstellung seiner eigenen Dienste in der Google-Suche vorgeschlagen habe und diese bereits teste. 

Zum anderen sollen App-Entwickler den Forderungen nach sowohl technisch als auch vertraglich die Möglichkeit bekommen, beim App-Marktplatz Google Play Angebote auf anderen Internetseiten oder App-Stores zu bewerben. Für die erstmalige Akquise eines neuen Kunden dürfe das US-Unternehmen dann zwar eine Gebühr verlangen. Sowohl die von Google angesetzte Höhe dieser Vermittlungsgebühr als auch die Dauer des Abrechnungszeitraums seien aber bisher nicht mit den EU-Regeln vereinbar gewesen.

EU-Verfahren könnte wieder vor Gericht landen

Google hat nun 60 Tage Zeit, die Änderungen umzusetzen. Ansonsten drohen dem US-Konzern regelmäßige Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes. Google kann sich gegen die Strafe vor Gericht wehren. Zuletzt kam es nach ähnlichen Entscheidungen der EU-Kommission zu Gerichtsprozessen, die sich zum Teil über Jahre erstreckten.

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Quelle: ZDF, dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa ZDFheute Xpress am 23.07.2026 ab 09:00 Uhr und heute journal update am 23.07.2026 ab 00:00 Uhr.
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