Lebensmittel bei Entzündungen:Was Ernährung bei Entzündungen im Körper bewirken kann
von Christina-Maria Pfersdorf
Chronische Entzündungen erhöhen das Risiko für Erkrankungen. Zum Tag der gesunden Ernährung erklären Fachleute, wie bestimmte Lebensmittel Entzündungen im Körper beeinflussen.
Entzündungen sind eine normale Schutzreaktion des Körpers. Problematisch wird es, wenn sie dauerhaft bestehen bleiben - sogenannte stille oder chronische Entzündungen. Was dahintersteckt.
05.03.2026 | 1:50 minDer 7. März ist der Tag der gesunden Ernährung, initiiert vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). In diesem Jahr stehen Autoimmunerkrankungen im Fokus. Schätzungsweise rund neun Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen - mit steigender Tendenz.
Ernährung heilt Autoimmunerkrankungen zwar nicht, sie kann aber nachweislich Entzündungsprozesse, das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen.
PD Dr. med. Edmund Purucker, Internist und erster Vorsitzender des VFED
Bestimmte Ernährungsweisen hätten das Potenzial, Entzündungen zu dämpfen oder zu verstärken. Ernährung sei kein alleiniger Auslöser, aber ein wichtiger Einflussfaktor im Zusammenspiel mit genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und Lebensstil, erklärt Internist Edmund Purucker, erster Vorsitzender des VFED.
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04.02.2026 | 4:50 minWenn Entzündungen chronisch werden
Grundsätzlich sind Entzündungen ein lebenswichtiges Reparaturprogramm des Körpers. Das Immunsystem wird aktiviert, um Verletzungen zu heilen oder Krankheitserreger abzuwehren. Problematisch wird es, wenn Entzündungen sehr lange unbemerkt im Körper ablaufen oder - wie bei vielen Autoimmunerkrankungen - chronisch werden.
Bei Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel bei Hashimoto-Thyreoiditis, Psoriasis (Schuppenflechte), rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Zöliakie oder Lupus erythematodes greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an. "Entzündungen sind hier nicht nur Begleiterscheinung, sondern ein zentraler Bestandteil der Erkrankungen. Sie tragen wesentlich zu Beschwerden, Krankheitsschüben und langfristigen Gewebeschäden bei", so Purucker. Die Ursachen sind komplex und bislang nicht vollständig geklärt.
Ein neuer Behandlungsansatz der Universitätsmedizin Mainz gibt Lupus-Betroffenen Hoffnung auf Heilung. Eine Immuntherapie könnte die Lösung sein.
30.05.2024 | 5:20 minBauchfett als Entzündungsherd
Entzündliche Prozesse können auch unabhängig von Autoimmunerkrankungen entstehen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das viszerale Fett im Bauchraum. "Dieses Fettgewebe ist kein passiver Energiespeicher, sondern ein aktives Entzündungsorgan", sagt Ökotrophologin Brigitte Bäuerlein.
Viszerales Fett bildet entzündungsfördernde Botenstoffe, die mit sogenannten Zivilisationserkrankungen im Zusammenhang stehen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 oder auch bestimmte Krebsarten.
Menschen mit starkem Übergewicht haben ein drastisch erhöhtes Risiko, bei Infektionen einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden - bis hin zum Tod. Das zeigt eine aktuelle Studie.
10.02.2026 | 0:33 minEntzündungshemmende Ernährung stärkt das Immunsystem
Eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten aus Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen gilt als entzündungshemmend.
Antientzündliche Ernährung wirkt dort, wo stille Entzündungen entstehen - im Darm, im Fettgewebe und in den Gefäßen.
Dr. Brigitte Bäuerlein, Ernährungsexpertin
Sekundäre Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend, Scharfstoffe und ätherische Öle - etwa aus Kurkuma oder Chili - können zusätzlich schmerzlindernd sein. Dabei spielt auch das Darmmikrobiom eine Rolle. "Unverdauliche Pflanzenstoffe sind Nahrung für die guten Darmbakterien. Diese produzieren Substanzen, die das Immunsystem stärken", erklärt Bäuerlein.
Am 7. März ist Tag der gesunden Ernährung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die antientzündliche Ernährung. Ernährungsexpertin Brigitte Bäuerlein erklärt, worauf es dabei ankommt.
05.03.2026 | 7:32 min- Grünes Gemüse: Spinat, Grünkohl, Brokkoli
- Beeren: Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren
- Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
- Nüsse und Samen: Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen
- Pflanzliche Öle: Olivenöl, Rapsöl
- Fettreicher Fisch: Lachs, Makrele, Hering
- Gewürze: Kurkuma, Ingwer, Knoblauch, Chili
- Grüner Tee
- Stark verarbeitete Lebensmittel
- Zucker und Süßigkeiten
- Weißmehlprodukte
- Große Mengen tierischer Fette
Stark verarbeitet, zu süß, zu fett - Was Entzündungen fördert
Stark verarbeitete Lebensmittel, tierische Fette und zu viel Zucker können Entzündungen im Körper fördern. Schweinefleisch enthält beispielsweise Arachidonsäure, eine Fettsäure, aus der entzündungsfördernde Botenstoffe entstehen.
2024 wurden in Deutschland 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Getränke hergestellt - rund 93 Liter pro Kopf. Trotz Zucker-Debatte blieb die Produktion hoch, berichtet das Statistische Bundesamt.
12.02.2026 | 0:29 minBestimmte Zusatzstoffe und eine überkalorische Ernährung stehen im Verdacht, das Mikrobiom zu schädigen. "Sehr häufig wird unterschätzt, dass eine ungünstige Ernährung auch zu einer veränderten Darmflora führen kann. Die Darmbarriere wird geschädigt und Entzündungsstoffe gelangen leichter ins Blut", so Ernährungsexpertin Bäuerlein.
Zucker begünstigt die Bildung von viszeralem Fett und kann entzündliche Prozesse im Körper verstärken.
Christina Pfersdorf ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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