Mit Brokkoli gegen Krebs? Was Superfoods wirklich können

Super Nahrungsmittel fürs Immunsystem:Mit Superfood gegen Krebs?

von Wiba Keke Wermann

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Um Superfoods existiert ein regelrechter Hype. Manche sollen sogar vor Krebs schützen. Doch was genau zeichnet ein Superfood aus und wie viel Heilkraft steckt wirklich darin?

Verschiedene Gemüsesorten auf einem Tisch

Superfoods liegen im Trend, denn sie sollen viele verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften haben. Gibt es dafür wissenschaftliche Belege?

04.02.2026 | 4:50 min

Nahrungsmittel wie Goji-Beeren, Ingwer und Co. werden als äußerst gesund angepriesen. Sie werden daher häufig als Superfood mit besonderem gesundheitlichem Nutzen beworben. Doch halten die vermeintlichen Supernahrungsmittel, was sie versprechen?

Was zeichnet ein Superfood aus?

Mit Superfoods seien Lebensmittel gemeint, die reich an bioaktiven Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen seien, erklärt Ingrid Herr, Biologin am Universitätsklinikum Heidelberg.

Superfood ist eher ein Marketingausdruck.

Prof. Dr. rer. nat. Ingrid Herr, Biologin und Krebsforscherin

Wissenschaftlich definiert ist der Begriff Superfood nicht. Dennoch: Der Hype ist groß. Viele Superfoods sollen vor Krankheiten schützen, manche sogar vor Krebs.

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Helfer gegen Krebs: Antioxidantien und Polyphenole

Ingrid Herr forscht zu bioaktiven Inhaltsstoffen in Nahrungsmitteln. Diese sind nicht nur bloße Nährstoffe, sondern Substanzen, die Stoffwechselvorgänge beeinflussen können.

Normalerweise werden kranke oder veränderte Zellen vom Immunsystem erkannt und beseitigt. Viele bioaktive Stoffe unterstützen das Immunsystem dabei und fördern den Zellschutz.

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Dazu zählen Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. Sie können sogenannte freie Radikale abfangen und neutralisieren, die bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen.

Vitamin C kommt reichlich in der Acerola-Kirsche und in Hagebutten vor. Polyphenole sind als Flavonoide etwa in Vollkornprodukten und Nüssen enthalten.

Freie Radikale sind Moleküle, die bei Stoffwechselvorgängen oder durch schädliche Umwelteinflüsse entstehen können. Sie sind hochreaktiv. Normalerweise bildet der Körper selbst Antioxidantien, um freie Radikale abzufangen und zu neutralisieren.

Entstehen vermehrt freie Radikale und ein Ungleichgewicht von freien Radikalen und Antioxidantien, kommt es zu "oxidativem Stress". Er kann Zellen, Gewebe und Organe schädigen und das Risiko für Krebs erhöhen.


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Superfood gegen Entzündungen

Chronische Entzündungen gelten als ein Risikofaktor für die Krebsentstehung. Superfoods wie Kurkuma, Ingwer, Granatapfel und Brokkoli enthalten bioaktive Stoffe, die "entzündungshemmend und in Laborversuchen auch gegen Krebs wirken", sagt Ingrid Herr. Die Ergebnisse können jedoch nicht einfach auf den Menschen übertragen werden.

Mit Brokkoli gegen Krebs?

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten von Ingrid Herr steht Sulforaphan, ein Inhaltsstoff von Brokkoli und anderen Kreuzblütlern wie Blumen-, Rosen- und Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich und Kresse.

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Im Labor zeigte sich, dass Sulforaphan aggressive Tumorstammzellen von Bauchspeicheldrüsenkrebs hemmen und sie für Chemotherapien angreifbarer machen konnte. In klinischen Studien mit Krebspatienten muss nun untersucht werden, ob Sulforaphan auch in der Krebsbehandlung wirksam sein könnte.

Hinweise darauf ergab unter anderem eine Studie mit Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten, die begleitend zur Chemotherapie über sechs Monate täglich Brokkoli-Sprossen-Extrakt einnahmen.

Sulforaphan kann laut Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung täglich über Brokkoli und andere sulforaphanhaltige Nahrungsmittel, roh oder schonend zubereitet, aufgenommen werden.

Brokkoli-Sprossen sollten aus hygienischen Gründen von empfindlichen Personengruppen (Schwangere, Senioren, Kinder und immungeschwächte Menschen) vor dem Verzehr erhitzt werden, auch wenn dadurch der Gehalt an Sulforaphan sinken kann.

Die zusätzliche Einnahme von Sulforaphan oder sulforaphanhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln zur Krebsprävention oder Krebsbehandlung wird von Fachgesellschaften explizit nicht empfohlen.


Heimisches Superfood mit nachgewiesener Wirkung

Als Superfood werden oft exotische Gewächse beworben. Aber neben Brokkoli gibt es auch anderes heimisches Ost und Gemüse, die das Risiko für die Krebsentstehung senken können, zum Beispiel den Apfel. Er enthält viel Vitamin C als Antioxidans sowie Polyphenole und Carotinoide.

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Studien zeigen, dass der tägliche Verzehr eines Apfels das Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs senkt. Eine heimische Alternative mit hohem Vitamin C-Gehalt ist Rosenkohl: Eine Portion enthält fast zehnmal so viel Vitamin C wie eine Portion Goji-Beeren.

Auch das in Tomaten enthaltene, vorwiegend antioxidativ wirkende Lycopin kann das Risiko für Prostata- und Lungenkrebs senken. Eine Wirksamkeit von isoliertem Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel ist nicht bewiesen.

Daneben können Sulfide, enthalten in Zwiebeln und Knoblauch, oxidativen Stress reduzieren. Es gibt Hinweise, dass ein erhöhter Konsum das Risiko für Magen- und Darmkrebs senken kann.

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Ein gesunder Lebensstil unterstützt das Immunsystem

Superfoods allein schützen nicht vor Krebs. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung können sie jedoch helfen, das Risiko für Krebs zu reduzieren.

Durch eine gesunde Ernährung kann man sein Krebsrisiko etwa um 30 Prozent senken.

Prof. Dr. rer. nat. Ingrid Herr, Biologin

Die Empfehlung der Krebsforscherin: täglich eine Portion Kreuzblütler-Gemüse essen, um Entzündungen vorzubeugen und das Immunsystem zu unterstützen.

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Quelle: dpa

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 04.02.2026, ab 09:05 Uhr.

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