Zuckerersatzstoffe: Erythrit, Stevia und Co. als Süßungsmittel

Agavendicksaft, Stevia, Erythrit und Co.:Welche Zuckerersatzstoffe sich zum Süßen eignen

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Um sich gesünder zu ernähren oder Kalorien einzusparen, werden statt Zucker oft alternative Süßungsmittel verwendet. Welche Zuckerersatzstoffe gibt es und wie gesund sind sie?

Eine Verpackung, wo steht: 0% Zuckerzusatz

Immer mehr Menschen greifen zu alternativen Süßungsmitteln oder zu Produkten mit Zuckersatzstoffen, um Kalorien zu sparen. Welche Auswirkungen haben Zuckeralternativen auf die Gesundheit?

29.01.2026 | 4:54 min

Mit Süßungsmitteln soll Zucker eingespart werden, ohne dabei auf die Süße zu verzichten. Doch nicht alles, was als Zuckerersatz gepriesen wird, ist es auch. So sind etwa Honig, Ahornsirup, Rübenkraut oder Agavendicksaft keine alternativen Süßungsmittel, sondern letztlich auch Zucker (Saccharose). Sie haben lediglich mehr Mikronährstoffe als der gängige Haushaltszucker.

Zuckerersatzstoffe hingegen haben die Hälfte an Kalorien bei gleicher Süßkraft und werden aus natürlichen Stoffen gewonnen.

Die gängigsten Zuckerersatzstoffe sind





Das Problem mit dem Zucker

Wer viel Zucker isst, hat laut Deutscher Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) unter anderem ein erhöhtes Risiko für Übergewicht sowie Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und der Entstehung von Zahnkaries.

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist mehr als jeder zehnte Mensch in Deutschland zuckerkrank. Die Zuckerzufuhr ist hierzulande laut DGE deutlich zu hoch.

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Wie viel Zucker pro Tag ist in Ordnung?

Erwachsene sollten nicht mehr als zehn Prozent ihrer täglichen Gesamtenergiezufuhr aus Zuckern ziehen. Bei einer geschätzten Gesamtenergiezufuhr von 2.000 Kilokalorien würde das ein Maximum von 50 Gramm Zucker am Tag bedeuten. Das entspricht etwa zehn bis zwölf Teelöffeln.

Beim Zuckerkonsum gehe es letztlich darum, einen ausgewogenen Umgang damit zu finden, sagt Katrin Kleinesper, Ernährungsberaterin aus Hamburg.

Zwei- bis dreimal die Woche naschen, mal eine Limonade trinken oder ein bisschen Zucker ins Salatdressing geben, das ist alles überhaupt kein Problem.

Katrin Kleinesper, Ernährungsberaterin

Sie vertritt die Meinung: "Wenn ich einen Kuchen backe, ist es doch logisch, dass da viel Zucker drin ist, aber ich backe nicht jeden Tag einen Kuchen und somit ist das auch in Ordnung."

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Backen ohne Zucker: Welche Süßungsmittel eignen sich?

Wer dennoch ein wenig Süße aus dem Kuchen nehmen oder schlicht Kalorien einsparen möchte, solle laut der Ernährungsberaterin zu Erythrit oder Xylit greifen. Diese beiden Ersatzstoffe seien besonders backfest.

Die Verbraucherzentrale Bayern führt weiter aus: Manche Süßstoffe wie etwa Sucralose (E 955) und Aspartam (E 961) sind nicht hitzestabil und können deshalb nicht zum Backen verwendet werden.

Steviolglycoside (E 960) wiederum vertragen zwar hohe Temperaturen, können im Gegensatz zu Zucker aber nicht für Bindung und Volumen im Teig sorgen und haben einen starken, lakritzartigen Eigengeschmack. Zum Backen sind sie auch eher ungeeignet, da die Mengenangaben im Vergleich zu Zucker stark abweichen.

Ernährungsexpertin Daniela Krehl hat einen Tipp für alle, die beim Süßen von Backwaren Kalorien sparen möchten - ohne auf andere Süßungsmittel auszuweichen: "In vielen Rezepten kann die angegebene Zuckermenge einfach um etwa ein Drittel reduziert werden, ohne dass das Ergebnis darunter leidet."


Eric Mayer im Vordergrund, dahinter jede Menge Würfelzucker. Eric zeigt auf einen kleinen Berg gestapelt aus Würfelzucker, auf dem ein negativer Smiley sitzt.

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Süßstoffe haben chemischen Ursprung

Eine weitere Alternative zum Haushaltszucker sind Süßstoffe. Sie sind chemischen Ursprungs und haben null Kalorien.

Mit Süßstoffen kann man sehr gut Kalorien einsparen, ohne auf Süße zu verzichten.

Katrin Kleinesper, Ernährungsberaterin

Gleichzeitig warnt Kleinesper: "Süßstoffe haben eine Megasüßkraft." So habe Süßstoff teilweise die tausendfache Süßkraft im Vergleich zu Zucker.

  • Acesulfam K (E 950): etwa 200-mal süßer als Zucker
  • Aspartam (E 951): Süßkraft ist um den Faktor 200 höher als Zucker.
  • Cyclamat (E 952): etwa 35-mal süßer als Zucker und hat damit die geringste Süßkraft unter den Süßstoffen
  • Saccharin (E 954): Süßkraft ist ungefähr 550-mal so hoch wie die des Zuckers. Ältester Süßstoff auf dem deutschen Markt
  • Sucralose (E 955): etwa 500- bis 600-mal süßer als Zucker
  • Thaumatin (E 957): Süßkraft ist 2.000- bis 3.000-mal höher als die von Zucker.
  • Neohesperidin DC (E 959): Süßkraft ist 400- bis 600-mal stärker als Zucker.
  • Steviolglycoside (E 960): Die Süßkraft ist 200- bis 300-mal höher als die von Zucker.
  • Neotam (E 961): zwischen 7.000- und 13.000-mal süßer als Zucker
  • Acesulfam-Aspartamsalz (E 962): ungefähr 350-mal süßer als Zucker
  • Advantam (E 969): Süßkraft kann das 37.000-fache von Zucker ausmachen.


Die Folge könne laut Kleinesper sein, dass man sich eine sehr süße Ernährung aneignet. Wenn man sich an Süßstoffe gewöhne, könnte es passieren, dass frische Lebensmittel nicht mehr schmecken und im Supermarkt vermehrt zu verarbeiteten Produkten gegriffen wird.

Der Süßstoff-Verband, der die Interessen verschiedener Süßstoffe herstellender Unternehmen vertritt, dementiert das. "Im Gegenteil: Ernährungsmuster, die die Verwendung von Süßstoffen beziehungsweise kalorienfrei gesüßten Lebensmitteln und Getränken einschließen, können häufig mit einer insgesamt besseren Qualität der Ernährung und einem gesunden Essverhalten in Verbindung gebracht werden", sagt eine Sprecherin. Das belegten wissenschaftliche Arbeiten.

Ernährungsberaterin Kleinesper rät, statt auf Zuckeraustauschstoffe besser auf Lebensmittel mit natürlicher Süße zu setzen. Auch wenn der Blutzucker beim Verzehr von Austauschstoffen nicht steige, könne ein erhöhter Konsum die Lust auf Leckereien weiter anregen.

Mai Thi Nguyen-Kim

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Fruchtige Zuckeralternativen

Es gibt auch fruchtige Alternativen, etwa die Banane im Müsli. Obst kann mit seinem Mix aus Glukose und Fruktose ein prima Ersatz für reinen, beigefügten Zucker sein. Blaubeeren, Himbeeren und ähnliche Früchte haben dabei einen besonders geringen Zuckeranteil.

Anmerkung der Redaktion, 3. April 2024: Der Beitrag wurde aktualisiert und unter anderem um ein Statement des Süßstoff-Verbands ergänzt, das die Redaktion nach Veröffentlichung erreicht hat.

Der Artikel wurde erstmals am 13. März 2024 publiziert und am 31. Januar 2026 aktualisiert.

Öko-Test prüft Früchtemüslis
:Früchtemüsli: Zuckerbombe zum Frühstück

Viele betrachten Müsli als einen gesunden Start in den Tag. In den Früchtemüslis steckt jedoch sehr viel Zucker. Zudem hat Öko-Test in einigen Produkten Pestizide gefunden.
von Florence-Anne Kälble
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Auf einem Holzlöffel ist Früchtemüsli zu sehen.
Quelle: dpa-Custom Content
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 29.01.2026, ab 09:05 Uhr.

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