Aldi steht für niedrige Preise: Wie schafft der Discounter das?

Discounter unter der Lupe:Die Tricks von Aldi: Wie die Produkte günstig bleiben

von Christine Franke

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Aldi steht wie kaum ein anderer Händler für niedrige Preise. Eine Produktanalyse zeigt, mit welchen Strategien der Discounter Produkte optimiert - und wo gespart wird.

 Sebastian Lege steht am Tresen seiner Werkstattküche. Vor ihm stehen zwei Packungen Spaghetti mit Tomatensoße.

Hinter den Aldi-Eigenmarken stehen oft bekannte Hersteller. Die Inhaltsstoffe sind jedoch nicht immer identisch. Sebastian Lege zeigt, wie kleine Rezeptänderungen die Produkte unterscheiden.

27.01.2026 | 44:00 min

Aldi gilt als Synonym für günstiges Einkaufen. Mit mehr als 4.200 Filialen in Deutschland ist der Discounter Marktführer und prägt den Lebensmittelhandel seit Jahrzehnten. Gerade in Zeiten steigender Preise fragen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher: Wie können Produkte bei Aldi so günstig sein - trotz höherer Energie-, Rohstoff- und Lohnkosten?

Eigenmarken und Markenorientierung als zentrales Element bei Aldi

Ein zentrales Element der Strategie sind Eigenmarken und Produkte, die sich in Optik, Geschmack und Zutatenliste an bekannten Markenartikeln orientieren.

Aldi kopiert im Grunde genommen das, was im Kopf der Menschen wichtig ist, wenn sie an Marken denken: die Schrift, die Farbe, die Form der Verpackung, die Zutaten.

Prof. Dr. Andreas Baetzgen, Markenexperte

So entstehen Produkte mit hohem Wiedererkennungswert, die zugleich deutlich günstiger angeboten werden können.

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Ein Beispiel sind Spaghetti mit Tomatensauce, die an bekannte Markenprodukte wie Miracoli erinnern. Die Rezeptur basiert auf einfachen, preiswerten Rohstoffen wie Hartweizengrieß, Tomatenmark, Zucker, Stärke und Pflanzenöl. Auf aufwendige Produktentwicklung und teure Werbung wird verzichtet. Die Rezepturen sind bewusst einfach gehalten und lassen sich in großen Mengen herstellen. Das senkt die Produktionskosten - bei gleichbleibender Produktanmutung.

Sebastian Lege schaut sich Deutschlands größten Discounter genauer an. Sehen Sie die Doku "Die Tricks von Aldi" am 27. Januar um 20:15 Uhr im ZDF oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.


Das gilt nicht nur für klassische Markenvergleiche, sondern auch für Eigenmarken wie Milsani. Unter diesem Namen bündelt Aldi sein Sortiment an Milchprodukten - vom Fruchtjoghurt bis zum Scheibenkäse. Viele dieser Produkte werden von bekannten Herstellern produziert, unterscheiden sich jedoch in Zusammensetzung und Preis. Fruchtjoghurts enthalten weniger Frucht, dafür mehr Wasser, Zucker, Gelatine und Verdickungsmittel. Luft sorgt für Volumen und in Kombination mit Farbe für den vertrauten Eindruck.

Das System Eigenmarken ist der Schlüssel zum Erfolg der Discounter.

Tim Zahn, Handelsexperte und Branchenkenner

Über Eigenmarken könnten Händler Mengen, Rezepturen und Lieferketten stärker steuern - und so ihre Preise langfristig niedrig halten.

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Sparpotenziale bei Trendprodukten

Auch bei Trendprodukten wie Sushi zeigt sich dieses Prinzip. Eine komplette Sushi-Box für 2,99 Euro wirkt auf den ersten Blick attraktiv. Tatsächlich besteht der Großteil aus Reis, während der Fischanteil gering ist. Fischzubereitungen werden mit Zucker, Essig, Öl und Zusatzstoffen gestreckt.

"Sushi hat ein hochwertiges Image und das nutzt Aldi natürlich aus", sagt Britta Schautz von der Verbraucherzentrale. "Gleichzeitig bekomme ich als Verbraucher ein Produkt, bei dem an den teuren Zutaten gespart wird."

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Markenhersteller produzieren extra für den Discounter

Ein weiterer Baustein der Aldi-Strategie ist die enge Zusammenarbeit mit Markenherstellern. Einige Eigenmarkenprodukte werden in denselben Produktionsstätten hergestellt wie bekannte Markenartikel - allerdings mit leicht angepassten Rezepturen.

Bei Waffelröllchen etwa stammt das Aldi-Produkt aus dem Umfeld eines großen Markenherstellers. Der Unterschied liegt im Detail: etwas weniger Schokolade, dafür der Einsatz günstigerer Fette wie Palm- oder Palmkernfett. In der industriellen Massenproduktion führen solche Anpassungen zu spürbaren Kostenvorteilen.

Dieses Modell ist für beide Seiten attraktiv. "Die Markenhersteller profitieren von den großen Aufträgen von Aldi, um ihre eigenen Fabriken auszulasten", so Handelsexperte Tim Zahn.

Effizienz als Geschäftsmodell von Aldi

Das Geschäftsmodell von Aldi setzt konsequent auf Effizienz: ein überschaubares Sortiment, hohe Stückzahlen, standardisierte Prozesse und minimale Kosten im Verkauf. Ganze Kartons werden direkt ins Regal gestellt, Personal- und Logistikkosten werden reduziert.

Hinzu kommen weitere Sparmechanismen wie Shrinkflation - weniger Inhalt bei gleichem Preis - oder Skimpflation, also Einsparungen bei teuren Zutaten. Beides ist rechtlich zulässig, für Verbraucher aber oft schwer zu erkennen.

Die Produktanalyse zeigt: Hinter den günstigen Angeboten stehen keine Geheimnisse, sondern klare wirtschaftliche Entscheidungen, industrielle Optimierung und kleine Veränderungen mit großer Wirkung.

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Über dieses Thema berichtet die Sendung "Die Tricks von ALDI", online verfügbar am 27.01.2026 um 06:02 Uhr, im ZDF am 27.01.2026 um 20:15 Uhr.

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