Vorbild Griechenland :SPD will Lebensmittel mit "Deutschland-Korb" billiger machen
von Henning Behrens
Seit Jahren steigen die Lebensmittelpreise spürbar. Um Menschen mit geringen Einkommen zu entlasten, will die SPD Grundnahrungsmittel günstiger zugänglich machen.
Die SPD hat einen Vorschlag vorgelegt, der Grundnahrungsmittel billiger machen soll.
Quelle: dpaMit dem Vorschlag will die SPD Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen beim Lebensmittelkauf entlasten: Ein Warenkorb mit günstigen und preisstabilen Grundnahrungsmitteln aus Deutschland. Und die SPD hat auch schon einen Namen dafür: Der "Deutschland-Korb".
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher müssten sich am Ende des Monats die Frage stellen, "ob das Geld noch für frisches Obst und Gemüse, die Butter oder hin und wieder Fleisch oder Fisch reicht", sagt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Esra Limbacher, der "Rheinischen Post". Das wolle die Partei nun ändern.
Nach immensen Preissprüngen, vor allem in den Corona-Jahren, hat sich die Inflation eingependelt. Dennoch haben viele Menschen weiterhin nicht das Gefühl, mehr Geld in der Tasche zu haben.
06.01.2026 | 2:43 minHandel uneins über Vorschlag
Nun ist der Handel am Zug. Genauer gesagt die drei großen Supermarktbetreiber: Die Schwarz Gruppe, zu der die Lidl-Märkte gehören, die Rewe Group mit Rewe und den Penny-Märkten sowie die Edeka-Gruppe mit Märkten Edeka und Netto.
Auf Anfrage von ZDFheute reagiert nur die Rewe Group. Sie unterstützt die Forderung, betont gleichwohl aber auch, dass sie günstiges Essen aus den verschiedenen Lebensmittelbereichen bereits anbiete. Durch "regelmäßige Preisaktionen und Treueprogramme" ermögliche das Unternehmen bereits zusätzliche Preisvorteile, sagt Kristina Schütz von der Rewe Group. Zudem würden bundesweite Tafel-Initiativen seit Jahren unterstützt.
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Außerdem stehe der Konzern im Austausch mit der Politik, um auch dafür zu sorgen, dass die Einkommen der Landwirte berücksichtigt werden, so Schütz. Die Schwarz Gruppe lehnt eine Stellungnahme zu dem SPD-Vorschlag ab. Genau wie die Edeka-Gruppe, die auf den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) verweist.
Der starke Anstieg von Preisen für Lebensmittel liegt laut der Monopolkommission an der zu großen Marktmacht von vier Supermarkt-Konzernen.
21.11.2025 | 1:31 minVerband gegen Maßnahmen der Politik
Das Eingreifen in die Preisbildungsmechanismen durch die Politik hält der BVLH für keine gute Idee. Hauptgeschäftsführer Philipp Hennerkes erklärt:
Wenn die Politik in die Preisbildungsmechanismen eingreift, so hat das erfahrungsgemäß immer unerwünschte Nebenwirkungen, die eher zu Preissteigerungen führen.
Philipp Hennerkes, BVLH-Hauptgeschäftsführer
Als Beispiel nennt Hennerkes eine Stromsteuersenkung. Diese würde zwar für alle die Spielräume für Preissenkungen erhöhen, zielführender sei es aber, wenn die Politik dort eingreife, ohne die Mechanismen von Angebot und Nachfrage auszuhebeln.
Die Inflation in Deutschland ist zum Jahresende spürbar zurückgegangen. Wie ist diese Entwicklung einzuordnen? Dazu ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett.
06.01.2026 | 1:07 minVorbild Griechenland
Bei der Idee des "Deutschland-Korbs" ist Griechenland Vorreiter. Im November 2022 wurde ein "Haushaltskorb" als Reaktion auf die hohe Inflation in dem Land eingeführt. Supermärkte müssen ab einer bestimmten Umsatzgröße wöchentlich ihre Preise für 51 Produktkategorien auf einer staatlichen Plattform veröffentlichen. So können Verbraucherinnen und Verbraucher vergleichen.
"Genau diesen Ansatz wollen wir für Deutschland adaptieren", sagt Esra Limbacher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD. Der Deutschland-Korb - ein freiwilliges Tool, mit dem so ganz nebenbei auch noch konsequenter gegen versteckte Preiserhöhungen vorgegangen werden soll. Das würde dann allerdings der Staat übernehmen.
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