Kaffee-Alternativen: Was können Lupine, Zichorie und Co.?

Lupine und Zichorie statt Kaffeebohnen:Warum Kaffee-Alternativen im Trend liegen

von Julia Güth

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Kaffee gehört für viele zum Alltag. Doch zunehmend landen auch Lupinen, Getreide oder Zichorie in der Tasse. Die Alternativen haben ihre Vorteile. Was sie von Kaffee unterscheidet.

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Kaffee gilt für viele Menschen als unverzichtbar. Allein in Deutschland trinken 93 Prozent der Erwachsenen regelmäßig Kaffee. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag 2024 laut dem deutschen Kaffeeverband bei 163 Litern pro Jahr. Gleichzeitig wächst das Interesse an Getränken, die ohne klassische Kaffeebohnen auskommen.

Kaffee-Alternativen gewinnen aus gesundheitlichen Gründen an Bedeutung, aber auch neue Geschmackswelten und das Thema Nachhaltigkeit spielen eine Rolle. Der Trend zeigt: Es geht weniger um Ersatz, vielmehr um bewussten Konsum und situative Ergänzung.

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Weniger Koffein, mehr Bewusstsein

Ein zentraler Grund für den Aufschwung alternativer Getränke ist der Wunsch nach weniger Koffein. Viele Menschen reagieren sensibel auf den Wirkstoff und möchten auch am Nachmittag oder Abend ein warmes, aromatisches Getränk genießen, ohne Schlaf oder Kreislauf zu belasten. Kaffee-Alternativen wie Lupinen-, Getreide- oder Zichoriengetränke enthalten kein Koffein und sind oft deutlich säureärmer als klassischer Kaffee.

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Lupinen und Getreide als Rohstoff

Besonders Lupinen rücken in den Fokus. Sie sind eine Gattung von Hülsenfrüchten, können regional angebaut werden und werden ähnlich wie Kaffeebohnen geröstet. Geschmacklich bieten sie nussige, leicht schokoladige Noten und gelten als gut verträglich.

Auch Gerste, Roggen oder Zichorie haben eine lange Tradition als Kaffeeersatz und erleben derzeit eine Renaissance. Heute werden diese Alternativen mit höherem Qualitätsanspruch und zeitgemäß aufbereitet angeboten.

Zichorie (auch Wegwarte genannt) ist eine vielseitige Pflanze, die als Salatgemüse (Chicorée, Radicchio, Zuckerhut) bekannt ist, aber auch aus ihrer gerösteten Wurzel einen Kaffee-Ersatz liefert, der als "Zichorienkaffee" bekannt ist und Inulin enthält. Sie ist eine mehrjährige Staude mit blauen Blüten, die oft an Wegrändern wächst. Aber Obacht: Ausgraben älterer Exemplare lohnt sich nicht! Junge Wurzeln schmecken besser und in bestimmten Regionen, etwa Naturschutzgebieten, kann das Ausgraben sogar verboten sein. Bestenfalls säen Sie die Pflanzen selbst aus.


Nachhaltigkeit als treibende Kraft

Neben gesundheitlichen Aspekten spielt auch Nachhaltigkeit eine große Rolle. Klassischer Kaffee wird meist über weite Strecken transportiert und ist anfällig für Klimaschwankungen. Laut Deutschem Kaffeeverband importiert Deutschland über eine Million Tonnen Rohkaffee jährlich, wovon 44 Prozent aus Brasilien kommen.

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Alternativen wie Lupinen oder Getreide lassen sich regional anbauen und benötigen vergleichsweise wenig Ressourcen, beispielsweise deutlich weniger Wasser. Daher haben sie einen kleineren ökologischen Fußabdruck - für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ein wichtiger Faktor.

Fokus auf Aroma statt Nachahmung

Bei Kaffee-Alternativen wird zunehmend versucht, den klassischen Kaffee nicht zu kopieren, sondern stattdessen eigene Geschmacksprofile zu entwickeln. Ähnlich wie beim "Specialty Coffee", der in Deutschland jährlich in über 900 Röstereien verarbeitet wird, spielen Verarbeitung und Röstung eine wichtige Rolle. Auch Fermentation gewinnt an Bedeutung. Durch kontrollierte Reifeprozesse können Bitterstoffe reduziert und Aromen verstärkt werden. Ziel der Entwicklung ist ein rundes, ausgewogenes Getränk mit einem klar definierten und leicht erkennbaren Geschmack.

Specialty Coffee bezeichnet die höchste Qualitätsstufe von Kaffee. Er erfüllt die strengen Standards der Specialty Coffee Association (SCA) und muss mindestens 80 von 100 Punkten in professionellen Verkostungen durch zertifizierte Q-Grader (Experte, der die Kaffeequalität nach internationalen Standards bewertet) erreichen.

Entscheidend sind außergewöhnliche Aromen, kaum Qualitätsmängel der Rohbohnen, welche Geschmack, Aroma und Konsistenz negativ beeinflussen können, sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Anbau bis in die Tasse. Im Unterschied zu Massenkaffee steht Specialty Coffee für handwerkliche Verarbeitung, Transparenz und oft auch fairen Handel.


Neue Trinkgewohnheiten

Kaffee-Alternativen verändern auch das Trinkverhalten. Sie werden seltener als schneller Wachmacher konsumiert, sondern eher als bewusstes Ritual und Genuss. Die Zubereitung, etwa als Filtergetränk, steht hierbei im Mittelpunkt. Kaffee wird so nicht vollständig ersetzt, vielmehr stellen die Alternativen eine Ergänzung dar.

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Mehr Vielfalt im Alltag

Fazit: Kaffee-Alternativen stehen nicht für Verzicht, sondern für Vielfalt und bewusste Entscheidungen. Sie bieten neue Aromen, weniger Koffein und punkten beim Thema Nachhaltigkeit. Die klassische Bohne bleibt beliebt, ist jedoch längst nicht mehr die einzige Option.

Julia Güth ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 02.01.2026 ab 09:05 Uhr.

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