Instant-Porridge mit Früchten im Test:Öko-Test: Ein bekannter Instant-Porridge fällt durch
von Florence-Anne Kälble
Die meisten Bio-Instant-Porridges schneiden bei Öko-Test sehr gut ab. Eine bekannte konventionelle Marke fällt jedoch durch - die Tester wiesen Spuren mehrerer Pestizide nach.
Porridge-Fertigmischungen gibt es zuhauf in Supermarktregalen. Schnell erhitzt zählen sie zu den Frühstücksklassikern. Welche Produkte überzeugen im Öko-Test - und welche nicht?
27.02.2026 | 4:25 minPorridge ist mehr als ein Trend - der Haferbrei gilt als funktionelle Ernährung: sättigend, nährstoffreich und metabolisch sinnvoll. Frisch zubereitet ist der Brei aus Haferflocken oder -kleie ein Lieferant für viele pflanzliche Proteine, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Öko-Test ist in der März-Ausgabe der Frage nachgegangen, ob das auch für Instant-Porridge gilt.
Erste Erkenntnis der Tester: Bei Instant-Porridge dominieren Bio-Produkte den Markt. Von 19 getesteten Produkten sind nur fünf aus konventioneller Herstellung. Von den 14 Bio-Produkten im Test erhielten elf die Bestnote "sehr gut"; im konventionellen Bereich hingegen wurde zweimal "gut" als Bestnote vergeben.
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13.01.2026 | 7:25 minPestizid-Cocktails in Porridge
In drei der fünf herkömmlichen Produkte wies das Labor nach Aussage von Öko-Test einen "regelrechten Pestizidcocktail" nach. In zwei davon wurden Spuren von insgesamt sechs verschiedenen Wirkstoffen gefunden. Besonders negativ fiel den Testern jedoch der Seitenbacher Frucht Porridge auf - Gesamtnote "ungenügend". Er wies insgesamt Spuren von zehn Pestiziden auf. Die Tester kritisierten eine solche Häufung, da mögliche Wechselwirkungen noch nicht ausreichend erforscht seien.
Hinzu komme, dass unter den gefundenen Wirkstoffen viele waren, die Öko-Test als "besonders bedenklich" einordnet. Beispielhaft wurden hier Cyprodinil und Fludioxonil genannt, die in der EU als endokrine Disruptoren eingestuft sind und potenziell das menschliche Hormonsystem stören könnten, so Öko-Test.
In Deutschland sind circa 1.000 Pflanzenschutzmittel wie Insektizide oder Fungizide zugelassen. Wie sind die Mittel aufgebaut und wie wirken sie?
12.07.2021 | 0:29 min"Overnight oats" (englisch für "Haferflocken über Nacht") sind eine Art Porridge, der ohne Kochen auskommt. 50 Gramm Haferflocken werden mit Milch, Wasser oder einem Pflanzendrink übergossen und quellen über Nacht in einer verschlossenen Schale im Kühlschrank. Morgens kann diese Art Brei mit frischen Früchten oder Nüssen zum Frühstück verzehrt werden.
Vorteile der Methode: Laut Öko-Test werden wichtige Mineralstoffe im Hafer wie Eisen, Zink oder Calcium so vom Körper besser aufgenommen. Durch das Einweichen werden die Flocken bekömmlicher, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ideal ist eine Einweichzeit von etwa zehn Stunden - je länger, desto größer der Effekt.
Glyphosat in einem Produkt gefunden
Im Seitenbacher-Produkt fand das Labor vier nach Meinung von Öko-Test besonders bedenkliche Spritzgifte: Neben dem vermutlich reproduktionstoxischen Insektizid Acetamiprid wurde auch der Unkrautvernichter Glyphosat, inklusive dessen Abbauprodukt AMPA, nachgewiesen sowie die bienentoxischen Insektizide Cyhalothrin und Imidacloprid.
Besonders erstaunlich für die Tester war der Fund von Imidacloprid, da dieses bereits seit 2020 in der EU verboten ist. Auf Nachfrage von Öko-Test reagierte Seitenbacher nicht. Die Vermutung der Tester: Das Insektizid könnte über die in der Zutatenliste aufgeführten Datteln und Ananas, die aus Ländern stammen könnten, in denen Imidacloprid noch zugelassen ist, in das Produkt gelangt sein.
Der chemische Wirkstoff Glyphosat wird viel genutzt, ist aber umstritten. Verschiedene Organisationen kommen zu unterschiedlichen Fazits: Die EFSA sieht keine Gefährdung, die IARC hingegen schon.
23.01.2026 | 0:53 minMineralöl und Schimmelpilzgifte
Weiterhin kritisierten die Tester, dass in drei der Flocken-Produkte gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOSH-Analoge) nachgewiesen werden konnten. Mineralölbestandteile können sich laut Öko-Test im menschlichen Körper mit noch unbekannten Folgen anreichern. Das Koro Apfel-Zimt Porridge - Gesamtnote "befriedigend" - beispielsweise war mit den Schimmelpilzgiften T-2 und HT-2 belastet.
Diese Toxine wirken unter anderem zellgiftig, greifen den Verdauungstrakt an und schwächen das Immunsystem, so Öko-Test. Bei einer 50-Gramm-Portion lag der im Labor nachgewiesene Wert knapp unterhalb der Tagesdosis, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für eine 60 Kilogramm schwere Person noch als gesundheitlich tolerabel angesehen werde.
Das Aroma einiger Käsesorten wird durch die Schimmelbildung geprägt. Aber: Schimmel kann auch gesundheitsschädlich sein. Wie man guten von schlechtem Schimmel unterscheidet.
27.01.2025 | 3:18 minZu viel Zucker
Alle Porridges im Test enthalten neben Haferflocken und -kleie hauptsächlich getrocknete Früchte in unterschiedlich hohen Anteilen. Das sorgt für eine ordentliche Portion Fruchtsüße. Daneben halfen einige Anbieter mit Ananassirup, Fruchtkonzentraten, gezuckerten Beerengranulaten oder Vollrohrzucker nach. Einige Instant-Porridges im Test enthielten viel Zucker, kritisiert Öko-Test-Redakteurin Heike Baier.
Wer Wert auf eine zuckerarme Ernährung legt, bereitet sein Porridge am besten selbst zu.
Heike Baier, Redakteurin Öko-Test
Die Spanne der Zuckergehalte bewegte sich im Test zwischen drei Prozent bei Edeka Herzstücke - Gesamtnote "ausreichend" - und 22 Prozent bei Seitenbacher. Die Empfehlung bei zuckerarmer Ernährung der Tester: Vor dem Kauf solle man die Nährwerttabelle überprüfen.
Immer mehr Menschen greifen zu Produkten mit Süßstoffen, um Kalorien zu sparen. Doch welche Auswirkungen haben diese Zuckeralternativen auf die Gesundheit?
29.01.2026 | 4:54 minSo wurde getestet
Es wurden 19 Porridge-Produkte mit der Geschmacksnote Beeren oder Früchte getestet, 14 davon mit Bio-Siegel. Die Mischung aus Haferflocken oder -kleie, getrockneten Früchten und anderen Zusätzen wurden bei Discountern, in Super-, Bio- und Drogeriemärkten, Bio-Läden sowie in Onlineshops gekauft. Für 500 Gramm Porridge sind zwischen 2,65 Euro und 8,69 Euro bezahlt worden. Produkte mit Milchbestandteilen wurden nicht getestet.
Labore untersuchten die Produkte im Auftrag von Öko-Test auf Mineralölbestandteile, Schimmelpilzgifte wie Ochratoxin A, DON, T-2 -/ HT-2- und Aflatoxine sowie Pestizide inklusive Wachstumsregulatoren, Glufosinat, Glyphosat und dessen Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA). Weiterhin wurden sie auf die Schwermetalle Blei und Cadmium analysiert und falls Reis(-mehl) deklariert war, auch auf Arsen.
Die deklarierten Zuckergehalte wurden innerhalb der zulässigen Schwankungen bestätigt. Stand "natürliches Erdbeeraroma" oder "Bourbonvanille(-pulver)" auf der Zutatenliste, konnte eine Analyse des Aromaspektrums dieses verifizieren. Per Deklaration wurden die Gehalte an Zucker und Ballaststoffen erfasst. Ebenso wurde anhand der Deklaration geprüft, ob die Nährwertangaben für das unzubereitete Produkt angegeben waren. Alle Nutri-Scores waren korrekt berechnet.
Weiterhin wurden die Verpackungen auf Klima- oder Umweltauslobungen hin untersucht. Es wurde überprüft, ob gesundheitsbezogene Auslobungen wie "Proteinquelle" oder "reich an Ballaststoffen" von den Nährwerten des Produkts gedeckt waren. Auch wurde den Fragen nach der korrekten Verwendung von Health-Claims nachgegangen und ob ausschließlich Früchte, die in der Zutatenliste enthalten waren, auf den Verpackungen abgebildet waren.
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