Trinkwasser ohne giftiges Blei: Neue Verordnung für Wasserrohre

Blei-Verbot in Trinkwasserleitungen:Wie Sie Blei in Wasserrohren erkennen und richtig handeln

von Anja Klingen

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Rohre, Armaturen, Installationen - seit diesem Jahr dürfen sie kein Blei mehr enthalten. Wie Sie das giftige Schwermetall in Trinkwasserleitungen erkennen und was dann zu tun ist.

4 Rohre in Wohnungskeller

Bleirohre für den Wassertransport sind endgültig verboten. Hausbesitzer müssen sie ersetzen. Was das bedeutet und wie gefährlich Blei wirklich für die Gesundheit ist.

13.01.2026 | 3:52 min

Seit dem 12. Januar 2026 gibt es eine neue Trinkwasserverordnung. Demnach dürfen in Gebäuden keine Bleirohre mehr verbaut sein - weder vollständig noch in Teil- oder Verbindungsstücken. Immobilieneigentümer müssen jetzt handeln, betont Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, denn Mieter haben ein Recht auf bleifreies Trinkwasser.

Warum Blei im Trinkwasser gefährlich ist

Blei ist ein Schwermetall, das sich im Körper anreichert und bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirkt. Laut Verbraucherschützer Heldt könne eine Bleivergiftung schleichend verlaufen und am Anfang kaum spürbar sein.

Es kann zunächst zu Nervenschäden kommen, wenn jemand lange Zeit Leitungswasser mit Blei trinkt.

Philip Heldt, Toxikologe, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Unspezifische Symptome wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit oder Erschöpfung könnten die Folge sein. Zudem könne Blei die Blutbildung beeinträchtigen, so Heldt weiter.

Texttafel: Grenzwerte laut Trinkwasserverordnung

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Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verschärft der Gesetzgeber den Umgang mit gesundheitsschädlichen Bleirohren. Damit endet eine lange Übergangsphase. Viele Altbauten stammen aus Zeiten, in denen Bleirohre gängiger Standard waren. Diese Leitungen stellen heute ein ernstzunehmendes Problem dar, denn Blei kann aus den Rohren ins Trinkwasser übergehen. Eigentümer sind daher verpflichtet, bestehende Bleileitungen vollständig zu entfernen und zu ersetzen.


Zurzeit liegt der Grenzwert für Blei im Trinkwasser bei zehn Mikrogramm pro Liter, ab 2028 wird er noch mal gesenkt und darf dann nicht mehr als fünf Mikrogramm pro Liter betragen. Damit soll die Trinkwasserqualität nachhaltig gesichert und gesundheitliche Risiken, insbesondere für Kinder und Schwangere, ausgeschlossen werden.

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So lassen sich Bleirohre im Gebäude erkennen

In vielen Altbauten sind Bleirohre noch sichtbar, vor allem im Keller. Sie verlaufen häufig auf Putz, sind matt grau, relativ weich und lassen sich leicht biegen, erklärt Hans-Werner Eschrich vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

Eine Kupferleitung ist geradlinig, eine Bleileitung ist manchmal etwas gewellter.

Hans-Werner Eschrich, Zentralverband Sanitär Heizung Klima ZVSHK

Typisch seien außerdem Kelchverbindungen, bei denen ein Rohrende trichterförmig aufgeweitet ist, ergänzt Eschrich. Er empfiehlt, übermalte Rohre mit einem spitzen Gegenstand anzukratzen. Kommt das silbrig-graue Rohr zum Vorschein, kann es sich dabei um Blei handeln.

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Wo Blei außerdem vorkommen kann

Auch Philip Heldt bestätigt, dass Blei im Trinkwasser noch in Rohren vorhanden sein könne. Außerdem gebe es immer noch Armaturen, die in den Legierungen Blei enthielten. Unabhängig vom Preis werde manchmal noch Blei beigemischt, damit das Material leichter zu fräsen sei. Heldt weiß, dass ein hoher Preis keine Garantie für ein bleifreies Produkt ist. Er empfiehlt, im Zweifel beim Hersteller nachzufragen, ob Blei beispielsweise in den Armaturen verwendet wurde.

Für mehr Klarheit sollte das Trinkwasser untersucht werden. Erste Hinweise liefern Teststreifen aus dem Internet für rund zehn Euro. Für ein verlässliches Ergebnis empfiehlt sich jedoch eine Laboranalyse. Die Kosten für eine solche Analyse können zwischen 50 und 60 Euro liegen. Kann Blei nachgewiesen werden, sollte ein Fachbetrieb die Sanierung durchführen.


Blei in Trinkwasserleitungen muss vollständig entfernt werden

Gebäudeeigentümer sind gesetzlich zur vollständigen Sanierung verpflichtet. Teilreparaturen sind unzulässig. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro. Die Sanierungskosten hängen stark vom Gebäude ab. "Es ist sehr schwer zu fassen", so Eschrich. Bei einem Drei- bis Vierfamilienhaus könne die Sanierung "schon an die 10.000 bis 20.000 Euro" kosten.

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Auch Handwerksbetriebe tragen Verantwortung. "Trifft der Fachhandwerker auf eine Bleileitung, ist er zwingend verpflichtet, dies umgehend dem Gesundheitsamt anzuzeigen", betont Eschrich. Andernfalls drohten rechtliche und wirtschaftliche Folgen.

Diese Rechte haben Mieter

Mieter haben einen Anspruch auf bleifreies Trinkwasser. Verbraucherschützer Philip Heldt rät: "Wenn der Vermieter nicht reagiert, empfiehlt es sich, das Gesundheitsamt zu informieren." Im Zweifel werde der Eigentümer juristisch zum Austausch der Rohre gezwungen. Sauberes Trinkwasser sei keine Option, sondern Pflicht.

Eine Hand, welche nach einem Glas sprudelndem Wasser greift. Auf dem Glas ein Gefahrenzeichen. Im Hintergrund das Spur-Logo.

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Auch Hans-Werner Eschrich betont, dass Trinkwasser wie ein Lebensmittel zu sehen sei. "Es ist sehr wichtig, dass dieser Faktor Blei komplett eliminiert wird." Schließlich würde Trinkwasser von morgens bis abends benutzt: Beim Zähneputzen genauso wie für die Zubereitung von Kaffee, Tee oder Lebensmitteln.

Anja Klingen ist Redakteurin im ZDF-Landesstudio Nordrhein-Westfalen

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Quelle: dpa

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 13.01.2026 ab 09:05 Uhr.

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