Girokonto wechseln: So vergleichen Sie Preise und sparen Gebühren

Schluss mit hohen Kosten fürs Girokonto:Hohe Gebühren? So wechseln Sie Ihr Girokonto und sparen

von Henning Behrens

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Girokonten bei Regionalbanken sind für Kunden auf dem Land teurer als in Großstädten. So das Ergebnis einer aktuellen Analyse. Wo es besonders teuer ist und wie Sie sparen können.

Karte wird an einen Geldautomaten gehalten.

Laut einer aktuellen Analyse gibt es zum Teil große Preisunterschiede bei Girokonten regionaler Banken in kleineren Städten und auf dem Land. Ein Preisvergleich und ein Wechsel der Bank kann sich lohnen.

05.02.2026 | 0:42 min

Bankkundinnen und -kunden in kleineren Städten und auf dem Land zahlen bei regionalen Banken mehr für das Girokonto als in Großstädten, so eine Analyse der Finanzberatung FMH. Dabei könnten mit dem Girokontowechsel bis zu 290 Euro pro Jahr eingespart werden, erklärte Ania Scholz-Orfanidis, Expertin für Geldanlagen, Girokonten und Ratenkredit bei FMH.

Girokonten-Kunden von Regionalbanken in manchen Bundesländern seien dabei besonders betroffen, wie die Plattform weiter mitteilte. In Sachsen-Anhalt seien es bei monatlich 40 elektronischen Bezahlvorgängen im Schnitt 64,80 Euro Mehrkosten pro Jahr für Landbewohner und Kleinstädter. Die Benachteiligung von Kunden aus kleineren Kommunen ist der Analyse zufolge in westdeutschen Flächen-Bundesländern durchgehend zu beobachten, in Ostdeutschland aber weniger einheitlich: Als einzigem Bundesland wurde demnach in Thüringen für alle untersuchten Nutzer-Profile ein Kosten-Vorteil in kleineren Kommunen ermittelt.

Was beim Kontowechsel zu beachten ist

Verbraucherschutzexperte Ulf Linke von der BaFin gibt Tipps zum Kontowechsel.

12.03.2025 | 5:43 min

Kontogebühren vergleichen

Die Höhe der Gebühren für Kontoführung und Buchungsvorgänge variiert deutlich. Bei knapp einem Drittel der Banken fallen sie mit 50 Euro jährlich noch moderat aus, mehr als ein Fünftel zahlt 100 bis 200 Euro für die Kontoführung, wie eine Befragung des Vergleichsportals Verivox aus dem Jahr 2025 ergab. Vor allem Kunden der Sparkasse geben oft besonders viel für ihr Girokonto aus. Je nach Kontomodell geht es aber auch günstiger. Wer sich Zeit für einen Girokontenvergleich nimmt, kann durchaus sparen.

Bei dem BaFin-Kontenvergleichs-Rechner werden Kontenmodelle mit monatlichen Kontoführungsgebühren von null bis über 50 Euro aufgelistet. "Wer beispielsweise ein Girokonto mit hohen Kontoführungsgebühren hat und zu einem, bei dem keine Gebühren anfallen, wechselt, kann bis zu 50 Euro monatlich sparen. Mehr ist aber nicht drin", weiß Ulf Linke, Experte für Verbraucherschutz bei der BaFin.

Helfen Vergleichsrechner beim Kontowechsel?

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Gründe für einen Kontowechsel

Geld zu sparen sollte nicht der einzige Grund sein, das Girokonto zu wechseln. Neben den Gebühren ist auch die Filialerreichbarkeit ein Aspekt. Meist sind private oder berufliche Veränderungen, häufig verbunden mit neuen Lebensphasen wie Studium oder Renteneintritt, der Grund für den Wechsel der Hausbank.

Es gebe laut Linke nur wenige Fälle, in denen es tatsächlich um Einsparungsmöglichkeiten gehe: "Dann nämlich, wenn die Kontoführungsgebühr zusammen mit der Höhe der Sollzinsen einfach zu hoch sind. Auch die Kosten, die mit der Nutzung der Kreditkarte verbunden sind, spielen eine Rolle", so der BaFin-Experte weiter.

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Wenn Sie einen Girokontowechsel durchführen möchten, können folgende Punkte hilfreich sein:

  • Fragen Sie sich, ob ein reines Onlinekonto genügt, oder ob Sie den Bankberater vor Ort benötigen. Dienstleistungen in der Filiale können mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.
  • Checken Sie, ob Sie neben der Girokarte auch eine Kreditkarte benötigen. Wer viel reist, sollte auf die Möglichkeit zur kostengünstigen oder kostenlosen Bargeldabhebung im Ausland achten.
  • Prüfen Sie bei Kontenmodellen mit monatlichem Entgelt, ob Sie das damit verbundene Leistungspaket überhaupt nutzen. Bei entgeltfreier Kontoführung können hingegen Kosten beispielsweise pro Überweisung entstehen.
  • Kündigen Sie Ihr altes Konto erst, wenn Sie vollen Zugriff auf das neue Konto haben und alle Zahlungseingänge und -ausgänge umgestellt sind. Es ist möglich, das alte und neue Konto einige Zeit parallel laufen lassen.
  • Bei Inanspruchnahme der Kontenwechselhilfe achten Sie auf Gebühren - nicht immer ist diese kostenlos.
  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Girokonto mindestens auf "Null" befindet. Ein Girokonto im Minus kann nicht von einer anderen Bank übernommen werden.


Im Zweifel hilft die Kontowechselhilfe

Hilfreich auf dem Weg zum neuen Girokonto ist die Kontenwechselhilfe, zu der alle Banken seit einigen Jahren gesetzlich verpflichtet sind. Kundinnen und Kunden müssen sie aber nicht in Anspruch nehmen. Oft ist der Service kostenlos, Banken können für die Kontenwechselhilfe aber auch eine Gebühr verlangen. Wichtig ist: Dieses Entgelt muss angemessen, an den tatsächlichen Kosten ausgerichtet und mit dem Verbraucher vereinbart sein. Mit oder ohne Wechselhilfe besteht für den Kunden kein Risiko:

Es gibt klare Vorgaben für einen Wechsel. Zum Beispiel, dass die alte und die neue Bank zusammenarbeiten müssen, um sich Daueraufträge und Lastschriftverfahren gegenseitig mitzuteilen.

Ralf Eming, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

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Geld zurück bei finanziellem Schaden

Bei einem Wechsel könne es durch die Abstimmungen der Banken untereinander eigentlich nicht dazu kommen, dass Zahlungen nicht geleistet werden können. Sollten doch Schäden entstehen, beispielsweise Verzugszinsen bei verspätet ausgeführten Daueraufträgen oder Kosten für eine Lastschriftrückgabe, könnten Verbraucher Schadenersatzansprüche gegen die beteiligten Banken erheben und auch vor den Zivilgerichten geltend machen.

Daneben gebe es die Möglichkeit, sich bei der BaFin oder der zuständigen Verbraucherschlichtungsstelle zu beschweren, sagt Ulf Linke. Die BaFin verfolge systematische Mängel, die bei einem Anbieter vorliegen und viele Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen betreffen. "Schäden können jedoch weder die BaFin noch die Verbraucherzentralen erstatten", so der BaFin-Experte weiter.

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Tipp: Verbraucher sollten sich rechtzeitig einen umfassenden Überblick über ihre regelmäßigen Kontobewegungen verschaffen. Wer vor dem Girokontowechsel ein wenig Zeit in Organisation und den Kontenvergleich steckt, ist auf der sicheren Seite.

Henning Behrens ist Redakteur der Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Dieser Artikel wurde erstmals am 22. April 2025 veröffentlicht und am 16. Februar 2026 aktualisiert.

Quelle: Mit Material von AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 05.02.2026 ab 09:05 Uhr.

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