Zähne und Zahnschmelz schützen:Schmerzempfindliche Zähne - Ursachen und Behandlung
von Thilo Hopert
Kälte, Wärme, Säure - viele Reize können bei empfindlichen Zähnen zu Schmerzen führen. Was die Ursachen für schmerzempfindliche Zähne sind und was Sie selbst dagegen tun können.
Welche Aufgaben haben die Zähne, was hält sie gesund, was schadet ihnen und wie kommt es zu schmerzempfindlichen Zähnen?
23.02.2026 | 5:15 minEine schöne Tasse heißer Kaffee oder ein erfrischendes Eis - und plötzlich: Autsch! Ein stechender Schmerz fährt durch den Zahn. Einige Menschen kennen dieses Gefühl, sie leiden unter empfindlichen Zähnen.
"Das betrifft tendenziell eher ältere Menschen ab 50 Jahren, bei denen das Zahnfleisch schon etwas zurückgegangen ist", sagt Sebastian Paris, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung. Doch auch Jüngere können betroffen sein.
Zahnarztbehandlungen können schnell teuer werden. Wie gut sind preiswerte Alternativen, etwa die Behandlung durch Studierende, oder Angebote von Zahnarzt-Auktionsportalen?
20.03.2024 | 4:39 minUrsachen für schmerzempfindliche Zähne
Eine der Hauptursachen für schmerzempfindliche Zähne sind "freiliegende Zahnhälse durch Zahnfleischrückgang, häufig bei Parodontitis oder falscher Putztechnik", erklärt Ralf Hausweiler, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Neben freiliegenden Zahnhälsen durch Zahnfleischrückgang kann auch der Zahnschmelz geschädigt werden, etwa durch den regelmäßigen Konsum säurehaltiger Speisen und Getränke.
Karies entwickelt sich häufig unbemerkt. Eine Kombination aus Zucker, Bakterien und mangelnder Zahnpflege führt dazu, dass der Zahnschmelz schrittweise geschwächt wird - bis sich schließlich Löcher bilden.
20.03.2025 | 4:51 minIn beiden Fällen werden die sogenannten Dentinkanälchen im Zahnbein freigelegt. "Darin sind Zellen, die vom Zahninneren bis fast nach außen reichen sowie Nervenenden", so Sebastian Paris. Durch Kälte, Wärme oder Säure komme es zu Flüssigkeitsbewegungen in den feinen Kanälchen, die von den Zellen registriert und als stechender Schmerz wahrgenommen werden.
Der Zahnschmelz ist die äußere, glänzende Schicht der Zahnkrone.Wie ein natürlicher Panzer schützt er den Zahn vor Abnutzung und äußeren Einflüssen. Außerdem gibt er unseren Zähnen ihre weiße Farbe.
Der Zahnschmelz besteht hauptsächlich aus dem Mineral Hydroxylapatit, das Kalzium, Phosphor und Magnesium enthält. Er ist die härteste Substanz in unserem Körper - sogar härter als Knochen. Da Zahnschmelz nicht durchblutet ist und keine Nerven enthält, ist er schmerzunempfindlich. Karies an den Zähnen tut daher erst weh, wenn er durch den Zahnschmelz bis ins Innere des Zahns vorgedrungen ist.
Der Zahnschmelz kann sich nicht erneuern
Schäden am Zahnschmelz lassen sich laut Paris nur in einem sehr frühen Stadium beheben. "Mikroskopisch kleine Defekte können durch Speichel repariert werden", erklärt der Experte. Speichel hat dabei eine natürliche Schutzfunktion. Er hilft, Säuren zu neutralisieren und den Zahnschmelz zu remineralisieren. Größere Schäden sind irreparabel, da der Zahnschmelz keine lebenden Zellen enthält, die nachwachsen können.
Einmal zerstörter Zahnschmelz kann vom Körper nicht neu gebildet werden.
Dr. Ralf Hausweiler, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer
Zwar kann beschädigter Zahnschmelz nicht nachwachsen, doch eine Remineralisierung ist möglich, erklärt Hausweiler. Dabei werden Mineralien wie Kalzium oder Phosphat mit Hilfe von Fluorid wieder in den Zahnschmelz eingebaut. "Fluorid kann den geschwächten Schmelz härten und Mineralstoffe einlagern", so Hausweiler.
Die richtige Zahnpflege: Schonend statt schmirgelnd
Für die tägliche Zahnpflege spielt die Wahl der Zahnpasta eine zentrale Rolle. Sie sollte eine niedrige Abrasivität aufweisen, also nur eine geringe abreibende Wirkung haben.
Zahncremes mit Whitening-Effekt enthalten winzige Schmirgelstoffe, die zwar Verfärbungen entfernen, aber langfristig den Zahnschmelz abtragen und die Zähne empfindlicher machen können.
Die Zahnputztablette ist eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Zahnpasta. Wie sie funktioniert und wie gut sie für die Mundhygiene geeignet ist.
18.10.2024 | 4:21 minHausweiler empfiehlt Zahnpasten mit Fluorid, die zur Remineralisierung beitragen und Karies vorbeugen. Zudem sollte man in der Inhaltsliste auf desensibilisierende Wirkstoffe wie Kaliumsalze, zum Beispiel Kaliumnitrat, oder Zinnfluorid zum Verschluss der Dentinkanälchen achten. Diese erkennt man häufig am Zusatz "sensitiv". In Apotheken gibt es zusätzlich spezielle Gele, die den Zahnschmelz stärken können.
Grundsätzlich wichtig ist eine sanfte Putztechnik: weiche Borsten, wenig Druck. Wer zu stark putze, müsse seine Technik umstellen, rät Paris. Eine elektrische Zahnbürste mit Druckkontrolle kann dabei helfen.
Ernährung: Säuren meiden und Zähne schützen
Wer sich sehr säurehaltig ernähre und Probleme mit empfindlichen Zähnen habe, sollte laut Paris umdenken und bestimmte Lebensmittel meiden oder bewusster konsumieren. Dazu zählen vor allem Softdrinks, Fruchtsäfte, aber auch Obst.
Speichel im Mund ist wichtig, auch für das Immunsystem. Menschen mit starker Mundtrockenheit leiden deshalb oft unter Entzündungen, Infektionen oder Karies. Was kann man dagegen tun?
25.09.2025 | 5:06 minBesonders gefährdet sind Menschen mit Mundtrockenheit. "Permanenter Säurekonsum ist hier besonders problematisch", ergänzt Hausweiler. Ein weiterer Tipp des Experten: "Nach dem Essen sollte man mit dem Zähneputzen mindestens 30 Minuten warten, damit die durch Säure angegriffene Substanz geschont wird."
Kein Weg führt am Zahnarzt vorbei
Anhaltende, stechende Zahnschmerzen sollten laut Hausweiler unbedingt zahnärztlich abgeklärt werden. Dort können die offenen Dentinkanälchen etwa mit fluoridhaltigem Lacken oder Gel versiegelt werden.
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