Stiftung Warentest prüft Olivenöl:Warum viele Olivenöle an Qualität verlieren
von Gereon Helmes
Stiftung Warentest hat Olivenöle untersucht, darunter auch Bio-Produkte. Viele enttäuschen geschmacklich oder enthalten bedenkliche Schadstoffe. Nur vier sind empfehlenswert.
Minderwertige Aromatik und Schadstoffbelastung: Bei Olivenöl wird gute Qualität laut Stiftung Warentest immer seltener.
Quelle: Imago / PanthermediaDie gute Nachricht vorweg: Nach Jahren spürbarer Preissteigerungen gibt es an der Kasse etwas Entlastung. Olivenöl ist zuletzt günstiger geworden, bleibt aber deutlich teurer als noch im Jahr 2020.
Stiftung Warentest hat erneut Olivenöle getestet. das Ergebnis: Von 25 Produkten fällt jedes dritte Öl durch.
30.01.2026 | 4:33 minMit der Qualität der getesteten Öle war Stiftung Warentest allerdings erneut unzufrieden. Neben dem Geschmack wurden auch die Inhaltsstoffe der verschiedenen Öle untersucht. Außerdem prüften die Tester, wie handlich die Verpackung ist und ob die Angaben auf dem Etikett den lebensmittelrechtlichen Vorgaben entsprechen.
Stiftung Warentest hat Anfang 2025 verschiedene Olivenöle untersucht. Das Fazit: Immerhin sieben sind empfehlenswert.
24.01.2025 | 5:11 minNur wenige Olivenöle überzeugen
Von 25 getesteten Produkten erhielten nur vier Öle die Note "gut". Viele weitere schnitten lediglich mit "befriedigend" ab. Acht Öle fielen mit der Note "mangelhaft" durch, etwa wegen geschmacklicher Mängel.
Auch Schadstoffe wie aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe fanden die Tester in Mengen, die als potenziell krebserregend gelten. "Akut gesundheitsgefährdend ist aber keines der geprüften Öle," sagt Jürgen Wettach, Testleiter bei Stiftung Warentest.
Welches Öl eignet sich für welchen Zweck, etwa zum Braten? Ökotrophologin Brigitte Bäuerlein erklärt, worauf man bei der Auswahl achten sollte.
19.07.2024 | 7:47 minTestsieger und Preistipp: Auch Bio-Olivenöl dabei
Von den zwei Testsiegern mit der Note "gut" (2,3) ist das Bio-Olivenöl von Alnatura für 13,98 Euro pro Liter die günstigere Wahl. Durch seine Anbaumethode trägt es zum Schutz der Böden und der biologischen Vielfalt bei.
Ebenfalls mit "gut" (2,5) bewertet und von Stiftung Warentest als Preistipp ausgewiesen ist das Olivenöl Bertolli Originale für 13,52 Euro je Liter.
Qualitätsmängel bei Discounter-Olivenöl
Auffällig ist, dass die Qualität im Vergleich zu früheren Jahrgängen insgesamt deutlich gesunken ist. Dabei gilt der deutsche Markt für Olivenöl als besonders streng und nahezu alle Produkte gehören zur Spitzenkategorie "nativ extra".
Auffällig schwach schnitten im Test die Bestseller von Aldi ab. Die Öle der Eigenmarken Bellasan und Bio schmecken laut Stiftung Warentest stichig-schlammig und ranzig, das eine sogar modrig. Laut EU-Olivenölverordnung erfüllen sie aufgrund sensorischer Fehler nicht die Anforderungen der Güteklasse "nativ extra".
Die Durchschnittsqualität ist einfach gesunken. Ehrlicher wäre es, mehr Öle als nativ, also zweitklassig, zu vermarkten.
Nadja Liebmann, Ernährungswissenschaftlerin
Aus Sicht von Stiftung Warentest hätten mehrere Öle im Test nicht unter dem Qualitätsmerkmal "nativ extra" verkauft werden dürfen.
Qualitätsunterschiede bei Olivenöl
Höchste Kategorie: Das Olivenöl ist fruchtig, geschmacklich fehlerfrei und wird mechanisch ohne Wärmezufuhr hergestellt.
Zweitbeste Qualität: Bei diesem Olivenöl sind leichte geschmackliche Fehler erlaubt. Es ist selten im deutschen Handel.
Ist auf dem Etikett kein weiterer Zusatz vermerkt, handelt es sich um eine Mischung aus raffiniertem und nativem Öl, meist neutral im Geschmack.
Vielfältig und gesund:Oliven: Herkunft, Qualität und Verwendung
Ursachen für die sinkende Qualität bei Olivenöl
Laut Ernährungswissenschaftlerin Nadja Liebmann sind die Gründe für die schlechter werdende Qualität unter anderem: wechselnde Lieferanten, lange Lieferketten und die Mischung verschiedener Jahrgänge. Hinzu komme der fortschreitende Klimawandel und die daraus resultierenden Herausforderungen im Anbau, so die Expertin für Olivenöl.
Die Aromatik der Olivenöle hat sich komplett geändert, der Hitzestress macht ihr zu schaffen.
Nadja Liebmann, Ernährungswissenschaftlerin
Zwar gelten Olivenbäume als sehr widerstandsfähig und können mehrere hundert Jahre alt werden, doch auf Dauer leiden sie unter den klimatischen Veränderungen. Auch für das kommende Erntejahr sei mit Problemen durch Olivenfliegenbefall, Wassermangel und Hitzestress zu rechnen.
Der Klimawandel macht manche Lebensmittel knapper und teurer. Forscher suchen nach Möglichkeiten, den Anbau anzupassen, etwa bei Oliven.
17.01.2025 | 2:17 minSie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
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