Schadstoffe in Nuss-Rosinen-Mischungen:Öko-Test: Wie gesund ist Studentenfutter?
von Florence-Anne Kälble
Mineralölrückstände, Pestizide, zu viel Zucker - nicht jedes Studentenfutter überzeugt bei Öko-Test. Die gute Nachricht: Immerhin ist etwa die Hälfte der Produkte empfehlenswert.
Öko-Test hat Studentenfutter von 29 Herstellern untersucht. Nicht alle Snacks überzeugen. Vor allem in konventionellen Mischungen wurden Rückstände von Pestiziden nachgewiesen.
29.01.2026 | 1:07 minStudentenfutter hat den Ruf, nicht nur ein guter, sondern vor allem ein gesunder Energielieferant zu sein. Klassische Varianten enthalten neben Mandeln auch Hasel- und Walnusskerne, Cashews und manchmal Erd- oder Paranüsse. Getrocknete Weintrauben liefern den Fruchtanteil. Öko-Test hat für die aktuelle Ausgabe 29 Studentenfutter getestet.
Einige Studentenfutter mit Mineralölrückständen belastet
Mit "sehr gut" schnitt unter anderem das Alesto Selection Studentenfutter Classic von Lidl ab, mit "gut" wurde das Maryland Studentenfutter Klassik bewertet. Von den elf Bio-Produkten im Test schnitten zehn "gut" oder "sehr gut" ab.
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13.10.2025 | 5:54 minSechs Produkte fielen im Test durch. Darunter auch das Morgenland Bio Kerniges Studentenfutter, das einzige Bio-Produkt mit Gesamtnote "ungenügend". Das Labor fand Mineralölbestandteile, die von Öko-Test als besonders kritisch angesehen werden. Der gemessene Wert an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), zu denen auch krebserregende Verbindungen gehören können, lag über dem Richtwert der von der EU-Kommission als Höchstgehalt vorgeschlagen werde. Die daraus resultierende Gesamtnote begründet Öko-Test als logische Konsequenz.
In drei Produkten fand das Labor MOSH/MOSH-Analoge, deren Menge von Öko-Test als "erhöht" oder "stark erhöht" eingestuft wurde. Laut den Testern reichern sich MOSH im menschlichen Fettgewebe, Leber, Milz und den Lymphknoten an - mit noch unklaren Folgen.
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01.04.2025 | 4:34 minPestizidspuren in fast allen konventionellen Produkten
Pestizidrückstände sind in fast allen konventionellen Produkten im Test gefunden worden. Obgleich die gemessenen Gehalte nicht als akut giftig gelten, sei laut Öko-Test nicht klar, zu welchen Wechselwirkungen mehrere Pestizidspuren führen könnten. So stehe, fügte Öko-Test hinzu, ein Zusammenhang zwischen Mehrfachrückständen und Parkinson im Raum.
Ab zwei Pestizidspuren werteten die Tester die Produkte deshalb ab, was 15 der 18 konventionellen Produkte im Test betraf. Die meisten Spuren wies das Ültje Studentenfutter Original - Gesamtnote "mangelhaft" - mit neun auf, gefolgt vom Netto-Produkt Clarkys Studentenfutter Classic - Gesamtnote "ungenügend" - mit acht.
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12.07.2021 | 0:29 minNicht zugelassenes Spritzgift entdeckt
Weiterhin kritisierte Öko-Test die im Labor gefundenen Mehrfachrückstände von Spritzgiften. In elf Produkten fanden sich diese in Mengen, die auf einen aktiven Einsatz auf dem Feld hindeuten. Spirotetramat wie auch ein Abbauprodukt des Insektizids seien beispielsweise mehrfach gefunden worden.
Spirotetramat stehe laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit beim Menschen zu beeinträchtigen. Es ist seit 2024 nicht mehr in der EU zugelassen.
Leinöl gilt als gesund, da es unter anderem das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen kann. Öko-Test hat geprüft, was in verschiedenen Produkten enthalten ist und welche besonders wertvoll sind.
10.11.2025 | 4:54 minAnalysen weisen schwer abbaubare Pestizide auf
Daneben fanden sich in den Analysen auch die von Öko-Test als besonders bedenklich kritisierten PFAS-Pestizide: Fluopyram, Lambda-Cyhalothrin, Fludioxonil und Tetraconazol. PFAS gelten als sogenannte Ewigkeitschemikalien.
Sie reichern sich laut den Testern in Mensch, Tier und Umwelt an, sind kaum abbaubar, verschmutzen Böden, Wasserressourcen und die Nahrungskette. Laut Öko-Test können sie sich wie Hormone auf die Fortpflanzung auswirken sowie toxisch für Wasserlebewesen sein.
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20.11.2025 | 29:49 minErhöhter Zuckergehalt durch Trockenfrüchte
Obgleich Studentenfutter als gesunder Snack gilt, sollte es nicht in Mengen verzehrt werden. Nüsse dienen der Versorgung mit wertvollen Fetten, Vitaminen und Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Portion Nüsse von 25 Gramm pro Tag, etwa eine kleine Handvoll.
Auch Trockenfrüchte passen zu einer gesunden Ernährung - aber ebenfalls in Maßen. Öko-Test weist darauf hin, dass bei Trockenfrüchten der Zuckergehalt höher ist als bei frischen Früchten. Bei elf der getesteten Studentenfutter war der Zuckergehalt zu hoch, was zu Notenabzügen führte.
So wurde getestet
29 Studentenfutter aus (Bio-)Supermärkten, Discountern und Drogerien wurden getestet, darunter elf Bio-Produkte. Beim Kauf wurden bevorzugt die klassischen Varianten ausgewählt: mit Rosinen, Sultaninen und/oder Weinbeeren und ohne tropische oder andere Früchte. Umgerechnet auf 200 Gramm kosteten die Produkte zwischen 1,69 Euro und 4,99 Euro.
Ein spezialisiertes Labor analysierte die Studentenfutter auf Pestizide, Glyphosat und auf Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen. Die Untersuchung auf giftige Blausäure und das Schimmelpilzgift Ochratoxin A blieb ohne Befunde. Auch die mikrobiologische Untersuchung und die Bestimmung der Gesamtkeimzahl waren unauffällig: Schimmelpilze, Salmonellen, Enterobakterien und E. coli-Bakterien wurden nicht gefunden.
Die angegebenen Nuss- und Fruchtanteile wurden ebenfalls überprüft. Anhand der Deklaration wurde geschaut, ob der Ballaststoffgehalt und die Herkunft der Zutaten angegeben waren. Daneben wurde geprüft, ob eine aus Sicht der Tester zu kleine Portionsgröße aufgeführt war und ob ein Warnhinweis zu finden war, dass Nüsse eine Erstickungsgefahr für Kinder darstellen können. Auch der deklarierte Zuckergehalt wurde bewertet.
Umweltauslobungen waren aus Sicht von Öko-Test nur auf einem Produkt nicht ausreichend erklärt. Auch Gesundheits- und nährwertbezogene Angaben, mögliche Werbung mit Selbstverständlichkeiten auf den Verpackungen und der Nutri-Score wurden überprüft, hier war alles in Ordnung. Die Hersteller wurden, falls nicht angegeben, nach dem Ballaststoffgehalt und den prozentualen Angaben der eingesetzten Nusssorten und Trockenfrüchte befragt. Auch, woher die Nüsse und Früchte stammen, wollte Öko-Test wissen.
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