Nationalmannschaft: Treu überzeugt, Ebnoutalib enttäuscht

Analyse

DFB-Neulinge im Vergleich:Warum Ebnoutalib gegen Griechenland blass blieb

von Frank Hellmann

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Die Neulinge bei der deutschen Nationalmannschaft machen ganz unterschiedliche Erfahrungen. Nicht jeder wird wiederkommen dürfen. Wer sind die Gewinner und Verlierer?

Gaben unter Jürgen Klopp  ihr Debüt in der deutschen Nationalmsnnschaft: Bambase Conté (links) und Younes Ebnoutalib.

Gaben unter Jürgen Klopp ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft: Bambase Conté (links) und Younes Ebnoutalib.

Quelle: action press

Ganz oben - fast unter dem Dach der Augsburger Arena - hatten in Zivil diejenigen deutschen Nationalspieler gesessen, die nun gefordert sind. Nick Woltemade, wegen seiner herausragenden Statur und auffälligen Frisur gut zu erkennen, hatte bei Anpfiff noch beste Laune, die sich im Verlaufe der Nations-League-Partie gegen Griechenland (0:1) erkennbar eintrübte.

Es spielt eben Risiko mit, wenn viele Neulinge mitmachen. Bundestrainer Jürgen Klopp hat bereits fünf Novizen erprobt.

Karim Adeyemi  (Deutschland) am Boden.

Viel Ballbesitz, viele Anläufe, wenig Ertrag: Die deutsche Nationalmannschaft tut sich gegen kompakte Griechen schwer und erlebt in Augsburg einen bitteren Abend.

27.09.2026 | 7:38 min

Der inzwischen zu Juventus Turin gewechselte Stürmer ist neben Jonathan Burkardt der einzige Stürmer im zweiten Kader fürs Heimspiel gegen Serbien in München (Donnerstag 20:45 Uhr/live ZDF) - und wird nach dem Bettenwechsel in Herzogenaurach dringend gebraucht.

Eine Lehre lautete, dass es Startelfdebütant Younes Ebnoutalib an Durchsetzungsvermögen, Spielverständnis und Tempo fehlte, um gegen den Sperrriegel der Hellenen etwas auszurichten.

Ebnoutalib bleibt gegen Griechenland ohne Durchschlagskraft

Erstaunlich, dass der Draufgänger von Eintracht Frankfurt durchspielen durfte. Von hinten hatte Torwart Alexander Nübel gut beobachtet: "Wir hatten innerhalb der Box keinen Abschluss. Wir hatten Ballbesitz in Zonen, in denen wir es nicht brauchen. Wir schießen zu wenig aufs Tor."

Ebnoutalib hing im 4-3-3-System in der Luft - und verlor damit auch seine Unbekümmertheit, mit der er nach seiner Einwechslung gegen die Niederlande (1:1) gepunktet hatte. Dennoch wird Jürgen Klopp den 23-Jährigen nicht fallen lassen, zumal sich der "Frankfurter Bub" ja auch wegen des Bundestrainers für die deutsche Nationalmannschaft entschieden hat.

Lili Engels
28.09.2026 | 1:08 min

Conté kommt gegen Griechenland selten in gefährliche Räume

Exemplarisch für eine gewisse Überforderung stand zudem Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim, der als Spielmacher viel zu selten in gefährliche Räume kam. Auch sein Karriereweg über die SV Elversberg ist aller Ehren wert, aber die Nationalmannschaft fordert eben ein anderes Niveau.

Anders als Ebnoutalib darf Conté auch für den zweiten Teil des XXL-Länderspielfensters bleiben, aber von dem 23-Jährigen mit seinen erst elf Bundesligaspielen soll niemand Wunderdinge erwarten. Klopp sagte: "Die neuen Gesichter haben nicht so viel falsch gemacht." Aber sie sind auch nicht gleich die Gewinner.

Treu und Bisseck sammeln Pluspunkte in der DFB-Abwehr

Bis auf eine Ausnahme: Philipp Treu überzeugte bei seinem Debüt in Amsterdam mit großem Tatendrang und einer abgeklärten Leistung. Der 25-Jährige bleibt glücklicherweise dabei und wird vermutlich schon gegen Serbien wieder hinten rechts verteidigen. Treu vereint Lernwille und Laufbereitschaft, wirkt gefestigter als Josha Vagnoman. Alternative wäre nun noch Ridle Baku von RB Leipzig.

Auch Innenverteidiger Yann Aurel Bisseck dürfte Pluspunkte beim Bundestrainer als Option für die Abwehrzentrale gesammelt haben. Seine Zweikampf- und Kopfballstärke stechen heraus. Mit seinem Naturell ist der gebürtige Kölner ohnehin immer eine Bereicherung. Eine solche Alternative bräuchte es auch im defensiven Mittelfeld, um Joshua Kimmich zu entlasten.

Jürgen Klopp | Bundestrainer

Für Bundestrainer Jürgen Klopp mangelte es seiner Mannschaft gegen Griechenland an Überzeugung und Durchschlagskraft.

28.09.2026 | 9:45 min

Dass jeder Spielzug zentral über ihn eingeleitet wurde, machte das deutsche Spiel zu ausrechenbar. So ungern der Vielspieler abgereist ist, bietet sich jetzt vielleicht die Chance, endlich mal Vitaly Janelt zu testen, der als Mittelfeldorganisator beim FC Brentford fast Woche für Woche überzeugt.

Adeyemi überzeugt, Scherhant könnte seine Chance bekommen

Eindruck hat auch Karim Adeyemi gemacht, der trotz vergebener Chancen beim Doppelpack in beiden Begegnungen zu den Lichtblicken gehörte. Nicht punkten hingegen konnte Kevin Schade, bei dem Mängel in der Ballbehandlung und im Spielverständnis auffielen. Auf seiner Position könnte nun Derry Scherhant als weiterer Novize zum Zuge kommen, der beim SC Freiburg seit Wochen in Topform ist.

Wie angekündigt startet der zweite DFB-Kader in die Vorbereitung auf die zwei weiteren Nations-League-Spiele gegen Serbien in München (Donnerstag 20:45 Uhr/ZDF) und dann erneut gegen Griechenland in Thessaloniki (Sonntag 20:45 Uhr/RTL).

Vom ersten Kader sind nur ein halbes Dutzend Akteure mit dabei: Torwart Finn Dahmen, Nico Schlotterbeck, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Bambasé Conté und Serge Gnabry.

Der zweite Kader kam teilweise wie Florian Wirtz und Jonathan Burkardt schon zu Kurzeinsätzen oder schaute auf der Tribüne zu - für den Montag waren gleich zwei Einheiten angesetzt, um schnell in Schwung zu kommen.


Noch ist die Liste der Verlierer und Gewinner nicht vollständig. Endgültige Urteile lassen Kurzeinsätze wie die von Hennes Behrens vom FC Augsburg natürlich nicht zu, aber der Bundestrainer hat ja auch Trainingseindrücke bekommen. Und eines steht schon fest: Fürs Länderspielfenster im November mit nur zwei Begegnungen gegen die Niederlande und in Serbien wird kein XXL-Aufgebot mehr berufen.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über das Thema berichtete das ZDF am 27.09.2026 um 23:48 Uhr in dem Beitrag "Schwache DFB-Elf verzweifelt an Griechenlands Defensive".

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