Trotz Vorsprung in der Frauen-Bundesliga:Was die Bayern gegen Wolfsburg noch antreibt
von Frank Hellmann
Meister FC Bayern zieht an der Spitze der Frauen-Bundesliga erneut einsam seine Kreise. Dennoch birgt das Topspiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag genügend Brisanz.
Barbara Dunst strebt mit dem FC Bayern in dieser Saison das Triple an.
Quelle: ImagoBarbara Dunst hat ihren Wechsel zum FC Bayern keine Sekunde bereut. Zu Beginn der Saison kurierte Österreichs zweimalige Fußballerin des Jahres noch einen Kreuzbandriss aus, aber inzwischen spielt die flexible Mittelfeldspielerin eine wichtige Rolle in einem Star-Ensemble, das auch in diesem Jahr wieder die Frauen-Bundesliga dominiert.
Spitzenreiter FC Bayern hat sich in einem Nachholspiel der Frauen-Bundesliga keine Blöße gegeben: Auswärts beim Schlusslicht Carl Zeiss Jena siegten die Münchnerinnen ohne Mühe.
11.02.2026 | 4:45 minVor dem Klassiker gegen den VfL Wolfsburg auf dem Bayern-Campus (Sonntag 16:20 Uhr/live ZDF) freut sich die 27-Jährige ungemein:
Das ist ein Spiel auf Topniveau. Dafür trainiert man. Ich genieße, dass ich solche Spiele wieder bestreiten kann und diese Bühne wieder habe.
Barbara Dunst, FC Bayern
Generell spürt Dunst einen "unglaublichen Hunger" in ihrem Verein auf weitere Titel. Tatsächlich besteht die Chance aufs Triple, das die FCB-Fußballerinnen noch nie gewannen. Was den Neuzugang von Eintracht Frankfurt beeindruckt: "Jeder will sich einbringen und gerne den Ball haben."
Bayern-Frauen mit nur fünf Gegentoren in 17 Partien
Der neue Trainer José Barcala setzt auf einen dominanten Spielstil, der sich in der Liga in eindrucksvollen Zahlen ausdrückt: Sein Team liegt elf Zähler (bei einem Spiel mehr) vor dem ärgsten Verfolger und weist ein sagenhaftes Torverhältnis nach 17 Begegnungen von 67:5 auf. Die letzte Niederlage datiert aus dem Oktober 2024, als die Bayern in Wolfsburg (0:2) unterlagen.
Das war's wohl mit der Titelchance, der VfL Wolfsburg spielt gegen die SGS Essen nur 1:1. Auch wenn der VfL ein Spiel weniger als Bayern bestritten hat, elf Punkte sind nur schwer aufzuholen.
15.02.2026 | 5:16 minEin Sieg gegen den ärgsten Rivalen wäre ein Riesenschritt in Richtung Titelverteidigung. "Das Spiel ist definitiv kein Finale, es ist ein weiteres im gesamten Wettbewerb", erklärte der gebürtige Spanier. Der 44-Jährige ist von seinen Spielerinnen, die die Lehrstunde gegen den FC Barcelona (1:7) zum Champions-League-Auftakt schnell abgeschüttelt haben, begeistert.
Mit ihren Qualitäten könnten sie als Kollektiv "bis zum Mond kommen", schwärmte Barcala kürzlich. Hinzu kommt der Teamspirit bei den Bayern, der für Dunst auch mit einem Wohlfühlklima abseits des Fußballs zu tun hat. "Die Nähe zur Natur, das viele Grün, das Wasser - das erinnert mich an meine Heimat in der Nähe von Graz."
VfL bei Titelsammlung noch vor den Bayern-Frauen
Wolfsburg muss beim Buhlen um die Besten mit anderen Argumenten punkten. Etwa das professionelle Setting für den Frauenfußball, das im Werksverein seit mehr als anderthalb Jahrzehnten aus Überzeugung gelebt wird.
Als zweifacher Champions-League-Sieger, siebenfacher Meister und gleich elffacher Pokalsieger ist der Trophäenschrank beim VfL immer noch praller gefüllt, deshalb hat sich Anführerin Alexandra Popp auch gegen den Begriff der Wachablösung vehement gewehrt.
Doch dem Rivalen winkt die vierte Meisterschaft in Folge, auch die wirtschaftliche Übermacht wirkt da hinein. So gibt sich VfL-Trainer Stephan Lerch keinen Illusionen hin. Man trete bei einem Gegner an, "der uns ein paar Schritte voraus ist und zurecht an der Tabellenspitze steht."
Drei Ausfälle bei Wolfsburg
Die Wolfsburger Delegation ist direkt nach dem Kraftakt im Playoff-Rückspiel bei Juventus Turin (2:0) nach München gereist. Ziel sei es, mit dem Rückenwind durch den Einzug ins Viertelfinale ein "großes Spiel" abzuliefern und "vielleicht etwas mitzunehmen, womit die meisten nicht rechnen", betonte Lerch am Freitagabend in einer Medienrunde.
Der Stolz über den Vorstoß unter Europas Top acht bei der zunehmenden internationalen Konkurrenz ist bei ihm groß, zumal der 41-Jährige in Turin bereits auf Anführerin Popp und Lena Lattwein (beide Infekt) sowie Nationalspielerin Sophia Kleinherne (muskuläre Probleme) verzichten musste. Das Trio ist auch bei den Bayern nicht dabei, die ausgeruht ins Spitzenspiel gehen.
"Es ist ein Vorteil, dass wir frische Beine haben. Aber Rhythmus haben wir nicht so", merkte Barbara Dunst noch an, weil die für den vergangenen Montag angesetzte Bundesliga-Partie beim SV Werder wegen des Wintereinbruchs ausfiel. Ergo: "Ich glaube, das wird am Sonntag spannend werden."
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