Gaza-Abkommen: Israel lässt palästinensische Häftlinge frei

Gaza-Abkommen:Israel lässt über 1.900 Palästinenser frei

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Nach der Freilassung von Geiseln durch die Hamas hat Israel hunderte palästinensische Gefangene übergeben. Sie wurden im Westjordanland und im Gazastreifen empfangen.

Im Gegenzug für die Freilassung der 20 noch lebenden Geiseln der Hamas hat Israel nach eigenen Angaben 1.968 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen entlassen. Es handele sich um Insassen aus mehreren Gefängnissen im Land, teilte die israelische Strafvollzugbehörde mit. Sie seien ins Westjordanland und in den Gazastreifen gebracht worden.

Eine jubelnde Menschenmenge erwartete die Busse, die am Montag vom Ofer-Gefängnis kommend in Beitunia im Westjordanland eintrafen, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten. Kurz vor der Abfahrt der Busse hatten israelische Sicherheitskräfte Tränengas und Schallgranaten gegen Wartende und Journalisten eingesetzt, wie Fernsehbilder zeigten.

Erste Palästinenser bei Freunden und Familie

Auch in Ramallah, wo die Autonomiebehörde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ihren Sitz hat, wurden Freigelassene von Angehörigen und Freunden in Empfang genommen und nach Hause begleitet. Feiern und Freudenfeste hatte Israel wie schon bei früheren Freilassungen von Häftlingen strikt untersagt.

Am Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im Gazastreifen wurden die Busse des Roten Kreuzes mit Gefangenen unter anderem mit Freudenschüssen in die Luft empfangen. Dort wurden die Freigelassenen untersucht.

Weitere Häftlinge wurden nach Ägypten geschickt. Sie trafen nach Angaben eines ägyptischen Regierungsvertreters am Nachmittag am Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ein.

Freigelassene entgehen teils lebenslangen Haftstrafen

Nach der Vereinbarung über eine Waffenruhe mit der Hamas sollte Israel rund 1.700 im Gazastreifen festgenommene Palästinenser und etwa 250 zu teils lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilte Häftlinge freilassen.

Zuvor hatte die Hamas am Morgen die letzten 20 vor zwei Jahren aus Israel verschleppten Männer freigelassen. Diesen Austausch hatten beide Seiten bei indirekten Verhandlungen unter Druck von US-Präsident Donald Trump vereinbart.

Erst vier tote Geiseln übergeben

Die Hamas muss im Zuge der Vereinbarung mit Israel auch noch die sterblichen Überreste von bis zu 28 getöteten Geiseln übergeben. Am Montag übergab sie dem Roten Kreuz im Gazastreifen allerdings nur vier Särge mit toten Geiseln, wie die israelische Armee mitteilte. 

Das Forum der Geiselfamilien, eine Basisorganisation, die viele der Familien der Geiseln vertritt, zeigte sich "schockiert und bestürzt" darüber, dass zunächst nur so wenige Leichen übergeben wurden. Wann die übrigen 24 Toten an Israel überstellt werden, blieb zunächst offen.

Die 20 von der Hamas freigelassenen Männer waren bei dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 verschleppt worden, das den Gaza-Krieg auslöste. Damals töteten Terroristen aus dem Küstenstreifen etwa 1.200 Menschen in Israel und verschleppten 251 Menschen.

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26.01.2022, Berlin: Die Fahnen von Israel und Deutschland wehen vor dem Abgeordnetenhaus Berlin.
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Quelle: dpa, AP, AFP

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